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Monatelang ging wegen des Coronavirus nichts in der Kreuzfahrtbranche. Jetzt sollen die ersten Urlaubsreisen mit dem Schiff wieder starten. So sieht das Sicherheitskonzept aus.

Fragen an SWR-Wirtschaftsredakteurin Lena Stadler

Welche Vorkehrungen wurden für die ersten Kreuzfahrten in der Corona-Pandemie getroffen?

Die Kreuzfahrten gehen nach einem Drei-Phasen-Modell wieder los. In der ersten Phase, die jetzt gestartet ist, läuft erstmal eine deutlich kleinere Zahl an Schiffen aus. Sie starten in Hamburg, Rostock, Kiel oder Bremerhaven und kommen dort auch wieder an. Vor allem gibt es keine Stopps zwischendurch für Landgänge. Das heißt, die Urlauber haben ausschließlich Seetage. Die Zahl der Passagiere ist deutlich ausgedünnt - es dürfen nur ungefähr halb so viele Gäste wie sonst an Bord. Auch die Reisedauer ist erstmal gekürzt. Diese ersten Fahrten dauern jetzt zwischen drei und sieben Tagen.

Welche Regeln gibt es für die Passagiere auf den Urlaubsschiffen?

Schon beim Check-in ändert sich einiges. Bei manchen Veranstaltern geht das nur noch Online. Es gibt bestimmte Zeitfenster für die An- und Abreise zum Schiff, so dass das alles etwas entzerrt wird. Vor Betreten des Schiffes wird die Körpertemperatur der Gäste gemessen, und man muss einen Bogen mit Angaben zur Gesundheit ausfüllen. An Bord ist das Wichtigste der Abstand: 1,5 Meter müssen eingehalten werden. Wo das in den Innenräumen nicht möglich ist, sollte die Maske getragen werden, insbesondere in Fahrstühlen und Kabinenfluren.

Wie läuft das jetzt beim Essen, am Buffet?

Buffets zum Selbstbedienen gehören erstmal der Vergangenheit an. In den Buffet-Restaurants geben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das Essen aus. Ansonsten wird das Essen am Platz serviert. An der Bar gibt es zumindest beim Veranstalter Tui keine Plätze, also auch die Getränke müssen am Platz getrunken werden.

Änderungen gibt es selbstverständlich auch beim Unterhaltungsprogramm. Große Veranstaltungen wie Poolpartys, Fußballturniere oder Discos finden nicht statt, stattdessen Abendprogramm mit Einzel-Entertainern an Stelle einer Band. An den Sportkursen können auch weniger Leute teilnehmen als sonst.

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Wie geht es mittelfristig mit den Routen der Kreuzfahrer weiter?

Die erste Phase ist geplant mit kurzen Reisen in Nord- und Ostsee. In einer zweiten Phase soll alles etwas ausgeweitet werden. Dann sollen erste ausländische Häfen in Europa wieder angefahren werden, auch im Süden - je nachdem, welche Häfen überhaupt geöffnet haben für die Kreuzfahrtschiffe. Dort sollen auch wieder Landgänge möglich sein. Die Reedereien wollen zusammen mit den Häfen Hygienekonzepte erarbeiten. Angepeilt ist dafür der Herbst.

In der dritten Phase sollen dann die normalen Routen wieder aufgenommen werden. Das ist der Plan - auf dem Papier. Aber alles hängt selbstverständlich davon ab, wie sich die Corona-Pandemie weiterentwickelt.

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