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Viele haben Angst vor Alzheimer-Demenz. Die Krankheit ist noch nicht heilbar, deshalb ist Vorbeugung besonders wichtig. Bestimmte Lebensmittel können helfen.

Dass ein Zusammenhang zwischen Alzheimer und Ernährung bestehen könnte, haben aktuell Wissenschaftler am Deutschen Zentrum für neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) in Bonn herausgefunden. Schlechte Ernährung kann laut ihren Studien das Risiko, an Alzheimer-Demenz zu erkranken, um ein Vielfaches erhöhen. Studienleiter Professor Michael Wagner beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Früherkennung von Alzheimer.

„Je besser die Ernährungsqualität ist, desto mehr regionales Hirnvolumen in bestimmten interessanten Regionen und desto besser die Gedächtnisleistung dieser Probanden.“

Wie entsteht Alzheimer-Demenz überhaupt?

Gedächtnisleistung, Wahrnehmung, Erinnerungsvermögen – all das funktioniert bei einem gesunden Gehirn dank eines komplexen Netzwerks aus Milliarden von Nervenzellen. Bei einer Alzheimer-Demenz verändern sich diese Zellen. Im Inneren bilden sich Faserbündel, die sogenannten Tau-Fibrillen.

Skizze Tau-Fibrillen im Hirn (Foto: SWR)
Tau-Fibrillen

Außerhalb der Zellen entstehen sogenannte Plaques, Ablagerungen, im Gehirn, die aus einem bestimmten Eiweiß, dem Amyloid bestehen. Dieser Angriff von außen und von innen zerstört die Nervenzellen, am Ende beginnt das Gehirn zu schrumpfen – unaufhaltsam.

amyloid skizze (Foto: SWR)
Amyloid im Gehirn

Das „Wie“ ist also bekannt, doch das „Warum“ ist noch völlig unklar. Am Forschungszentrum DZNE wurde vor fünf Jahren eine deutschlandweite Ernährungsstudie angestoßen, an der über 500 Risikopatienten für Demenz teilnahmen. Untersucht wurde, ob sich bestimmte Ernährungsmuster positiv auf das Gehirn auswirken.

Unterstützung erhielt der Studienleiter Professor Michael Wagner von anerkannten Ernährungswissenschaftlern. Der Bonner Professor Peter Stehle war einer davon. Das Ergebnis der Studie: Eine gesunde, eher mediterrane Ernährung kann vor Gedächtnisverlust und Alzheimer-Demenz schützen.

Welche Lebensmittel schützen vor der Alzheimer-Krankheit?

Laut Professor Stehle gibt es charakteristische Nahrungsmittel in einer Mittelmeerkost, die auf dem Speiseplan wichtig sind, wie zum Beispiel:

  • viel buntes Gemüse
  • frisches Obst
  • bestimmte Öle
  • eine Auswahl von Fischen
Gemüse auf dem Markt: Frisches Obst und Gemüse helfen, auch Alzheimer-Demenz vorzubeugen. (Foto: Colourbox)
Frisches Obst und Gemüse helfen auch Alzheimer-Demenz vorzubeugen.

Diese Lebensmittel sind ungünstig

Ungesunde Fette, Fleisch und jede Menge Weißbrot erhöhen dagegen das Risiko für Alzheimer-Demenz. In vielen deutschen Haushalten kommen sie aber täglich auf den Tisch. 

„Tierisches Fett wird charakterisiert durch große Mengen an gesättigten Fettsäuren, die wir in der Ernährungsphysiologie relativ ungünstig bewerten, weil sie dazu führen, dass es eher zu Veränderungen von Gefäßen kommt. Olivenöl ist charakterisiert durch die sogenannte Ölsäure. Bis zu 90 Prozent des Fettes ist Ölsäure. Das ist eine sogenannte einfach ungesättigte Fettsäure. Einfach ungesättigte Fettsäuren oxidieren nicht so schnell. Das heißt, sie werden nicht ranzig. Und wenn sie nicht im Lebensmittel oxidieren, dann oxidieren sie auch nicht im Körper.“

Was kann man tun, um Demenz vorzubeugen?

Noch gilt Demenz als unheilbar. Vorbeugung, sagen Wissenschaftler, ist derzeit die wirksamste Methode, um die Krankheit in den Griff zu bekommen.

Einige Patienten wenden sich an Professor Georg Adler. Er ist Leiter des Instituts für Studien zur psychischen Gesundheit (ISPG) in Mannheim und ist spezialisiert auf die Vorbeugung und Früherkennung von Demenzerkrankungen.

„Wir bieten das Präventionsprogramm ab dem 50sten Lebensjahr an. Je eher man kommt, desto eher kann man präventiv wirksam eingreifen.“

Kostenpunkt dieser privaten Vorsorge-Untersuchung: 250 bis 300 Euro. Viele Patienten kommen bereits mit erheblichen Vorerkrankungen in die Praxis von Professor Adler.

Am ISPG in Mannheim werden die geistige Leistungsfähigkeit, genetische Veranlagung, vor allem aber die körperlichen Risikofaktoren der Patienten ermittelt. Grundsätzlich gibt es mehrere Punkte, die zu einem erhöhten Risiko führen können.

Mögliche Risikofaktoren für Demenz:

  • Übergewicht
  • Rauchen
  • wenig Bewegung
  • zu viel Alkohol
  • Bluthochdruck
  • ein hoher Cholesterinspiegel
  • Diabetes
Gehirn mit Grafik: Die Wahrscheinlichkeit an Alzheimer-Demenz zu erkranken, wird durch körperliche Risikofaktoren erhöht. (Foto: SWR)
Die Wahrscheinlichkeit an Alzheimer-Demenz zu erkranken wird durch körperlichen Risikofaktoren erhöht.

Auch Professor Adler rät dazu, die Ernährung anzupassen, insbesondere zu weniger Kohlehydraten, was sich auch positiv auf den Cholesterinspiegel auswirkt, zu einer aktiven Lebensführung und zu einem begrenzten Alkoholkonsum.

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