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Sind Erdbeeren aus dem Supermarkt oder dem Discounter gesundheitlich unbedenklich? Oder nehmen wir mit jeder Beere gefährliche Pestizide zu uns? Wir haben den Test gemacht.

Sie ist dieser Tage der Star im Obstregal: die Erdbeere. Knapp 150.000 Tonnen werden pro Jahr in Deutschland geerntet. Damit sie gut wachsen und ohne Schäden bei uns auf dem Teller landen, werden sehr häufig Pflanzenschutzmittel eingesetzt. Auch gibt es immer wieder Meldungen von Krankheitserregern auf den Früchten. Wir haben deutsche Erdbeeren aus dem Supermarkt und vom Discounter im Labor auf Krankheitskeime und Pestizide untersuchen lassen. Außerdem mussten sie durch den Geschmackstest von echten Erdbeerkennern.

Der Labortest: Mehrfachrückstände in allen konventionellen Produkten

Um herauszufinden, wie es in dieser Saison um unsere Erdbeeren steht, haben wir acht Proben aus deutschen Supermärkten und Discountern ins Labor geschickt (siehe Testtabelle). In unserem Auftrag hat ein Speziallabor für Obst und Gemüse die Proben auf Pestizide untersucht.

In Deutschland sind zahlreiche Pflanzenschutzmittel zum Anbau von Erdbeeren zugelassen. Generell sind Mehrfachrückstände am Endprodukt nicht verboten. Allerdings ist der Einsatz vieler verschiedener Pestizide im Sinne des vorsorgenden Verbraucherschutzes unerwünscht, da Wechselwirkungen auf die Gesundheit noch nicht ausreichend geklärt sind.

Frau hält Erdbeere. (Foto: Євгенія Височина / Unsplash)
Євгенія Височина / Unsplash

In allen konventionell erzeugten Produkten aus unserer Stichprobe fanden sich Mehrfachrückstände. Dennoch waren alle Produkte verkehrsfähig, da die Grenzwerte unterschritten wurden.

Zwei Proben fielen durch eine besonders hohe Anzahl von Rückständen auf. In einer dritten Probe fanden die Prüfer ein Herbizid, also einen Unkrautvernichter, in einer immer noch signifikant hohen Menge. „Das muss so nicht sein, das hätte man vermeiden können,“ erläutert Agraringenieur Dr. Felix Lippert die Untersuchungsergebnisse.

Bio ist tatsächlich bio

Gar keine Rückstände wurden bei den biologisch erzeugten Erdbeeren gefunden. Die beiden Bio-Produkte in unserer Stichprobe waren also tatsächlich „bio“. Allerdings waren die Beeren mit Kilopreisen zwischen 13 und 14 Euro auch zwei- bis dreimal so teuer wie die konventionell hergestellten.

Keine bedenklichen Bakterien auf den Erdbeeren

In einer weiteren Untersuchung wurden die Erdbeeren im Speziallabor auf krankheitserregende Bakterien überprüft. Diese können über den Boden oder auch durch die Erntehelfer auf die Erdbeeren gelangen. Immer wieder kommt es vor, dass Früchte mit Keimen belastet sind, die beim Verbraucher Erbrechen und schwere Durchfälle auslösen können. Das Ergebnis ist erfreulich: Alle Proben waren frei von den untersuchten, bedenklichen Keimen.

Blindverkostung: Nur zwei Proben überzeugen geschmacklich

Mindestens genau so wichtig ist natürlich auch der Geschmack der Erdbeeren. Wir haben vier absolute Erdbeerprofis zur Blindverkostung gebeten: Obsthändlerin Tatjana Böhmer und Großhändler Manfred Böhmer, Erdbeerkennerin Diana Middendorf und Landwirt Christian Fuchs. Nur zwei Proben überzeugten unsere Tester geschmacklich: Die konventionell erzeugten Erdbeeren von Rewe und die konventionell erzeugten Erdbeeren von Penny.

Testergebnisse Geschmack Erdbeeren (Foto: SWR)
Die Ergebnisse des Geschmackstests unserer Erdbeerprofis im Überblick.

Die Testergebnisse aus dem Labor können Sie hier downloaden:

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