Ein Elektroauto wird mit einem Kabel an einer E-Ladesäule mit der Aufschrift "Co2-frei" aufgeladen.  (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Emissionshandel

So können Sie mit dem E-Auto Geld verdienen

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Martin Thiel
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Andreas Reinhardt
Bild von Wirtschaftsredakteur Andreas Reinhardt (Foto: SWR)
Jutta Kaiser

Wer ein Elektroauto besitzt, kann damit beim privaten Emissionshandel ab 2022 mehrere Hundert Euro im Jahr hinzuverdienen. So funktioniert das.

E-Autos und der Emissionshandel

Auch die Zeitschrift Finanztest greift das Thema in der Februar-Ausgabe 2022 auf: Wer ein E-Auto hat, besitzt auch Emissionsrechte weil er wenig CO2-ausstößt. Und beim Emissionshandel kann der E-Auto-Besitzer seine Emissionsrechte zum Beispiel an Unternehmen verkaufen, die dann die entsprechende Menge CO2 zusätzlich ausstoßen dürfen. Im Prinzip zahlt also der Eine quasi Strafe für den CO2-Ausstoß und der Andere bekommt eine Rückvergütung. Mit dieser sogenannten Treibhausgasminderungsquote (THG-Quote) sollen Unternehmen dazu gebracht werden, weniger CO2 auszustoßen.

THG-Quote an Händler und Energieversorger verkaufen

Bisher konnten nur Firmen ihre Emissionsrechte verkaufen, seit dem Jahreswechsel können auch Privatleute ihre THG-Quote zu Geld machen. Und das geht relativ leicht. Die Webseiten der Käufer sind leicht mit den Suchbegriffen "THG-Quote verkaufen" zu finden. Neben den persönlichen Daten muss ich meist nur den Kfz-Schein hochladen und nach der Registrierung und Prüfung bekomme ich etwa 250 Euro im Jahr dafür, dass ich meine CO2-Zertifikate verkaufe. Das geht aber nur mit reinen E-Autos, also nicht mit Plug-In-Hybriden oder ähnlichem. Es ist aber egal, wo der Ladestrom fürs E-Auto herkommt und ob ich das Fahrzeug gekauft oder geleast habe.

Höhe der Vergütung kann schwanken

Wieviel Geld es gibt, hängt von der Fahrzeugklasse ab. Auch zahlen nicht alle Handelsplattformen dieselbe Höhe an Vergütungen aus, hier lohnt ein Vergleich. Die Höhe kann auch schwanken, weil sich gesetzliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen ändern können. Experten gehen davon aus, dass langfristig die Preise für die THG-Quoten steigen werden. Die Vergütung wird einmal jährlich ausgezahlt, darauf können unter Umständen Steuern fällig werden.

Das Kohlekraftwerk Mehrum und Windräder produzieren Strom. (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Durch den Handel von CO2-Zertifikaten sollen Treibhausgase reduziert werden. Picture Alliance

Der Sinn für die Umwelt

Hier steht immer wieder der Verdacht des Greenwashings im Raum. Firmen und Personen tun so, als seien sie umweltfreundlich unterwegs, sind es aber in Wirklichkeit nicht. Der Handel mit Emissionsrechten kann also missbraucht werden. Autohersteller wie BMW und Tesla profitieren vom Bau ihrer E-Autos und dem damit verbundenen Emissionshandel. Tesla hat mit dem Verkauf seiner Emissionsrechte bisher etwa vier Milliarden Euro verdient, weil es die Zertifikate an Ölfirmen wir Shell oder BP verkauft.

Befürworter des Emissionshandels sehen darin eine Motivation, in klimafreundliche Technologien zu investieren, Umweltexperten sehen das Ganze skeptisch. Wer seine Emissionsrechte an seinem E-Auto verkauft, sollte das eingenommene Geld umweltfreundlich einsetzen, sonst verpufft der Effekt.

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