Ein Flugzeug mit Kondensstreifen ist am blauen Himmel zu sehen. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa)

Viele Emissionen durch Flugreisen Klimakiller Fliegen schadet immer mehr

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Ob im Urlaub oder auf Geschäftsreise: Fliegen ist beliebter denn je. Die Kehrseite: Der Anteil des Fliegens am Klimawandel ist weit größer als mancher denkt.

Der internationale Luftverkehr ist seit 2003 um mehr als 150 Prozent gewachsen. Dieses immense Wachstum bleibt nicht ohne Folgen fürs Klima: Trotz besserer Flugzeuge und besserer Auslastung sowie dem Ersatz von Kurzstreckenflügen durch Bahnverbindungen steigt durch mehr Flugzeuge am Himmel auch der Ausstoß von Treibhausgasen – in der Zeit seit 2003 um 20 Prozent. Das zeigen Daten der internationalen Luftfahrtorganisation IATA.

Flugverkehr nimmt weltweit weiter zu

42 Millionen Flüge hat es weltweit im Jahr 2017 gegeben. Und es geht immer weiter nach oben. Wachstumsraten von sieben Prozent pro Jahr sind derzeit normal.

Die Branche hat kaum Chancen, ihre eigenen – nur weichen – Klimaziele zu erreichen. Das nächste: Ab 2020 soll der Luftverkehr eigentlich CO2-neutral wachsen.

Eine Frau steht am 10.12.2010 auf dem Flughafen Berlin-Schönefeld vor einer Anzeigetafel. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / dpa/Hannibal Hanschke)
Das Flugzeug erscheint vielen in einer globalisierten Welt auf vielen Strecken als alternativlos. picture alliance / dpa/Hannibal Hanschke

Wahrscheinlicher ist aber, dass der Anteil des Luftverkehrs am Klimawandel steigt. Die Fluggesellschaften kaufen nun jedenfalls Verschmutzungsrechte zu. Bisher ist das Sache der Passagiere. Wer will, der kann…

Umweltfreundliche Flieger bislang nur eine Vision

Ein technischer Durchbruch ist kaum in Sicht. Erste Tests mit Elektroflugzeugen sind zwar angekündigt. Aber in den nächsten beiden Jahrzehnten werden solche Innovationen nur für kleinere Modelle angedacht oder als so genannte Hybride, die zwar auch mit Strom fliegen können, überwiegend aber doch Kerosin brauchen werden.

Reisende sitzen am 20.10.2012 in der Kabine einer Maschine der Lufthansa auf dem Flug von Mumbai, Indien, nach München. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / Christian Charisius/dpa)
Tausende Kilometer weit fliegen kostet Energie und verursacht viele Emissionen. picture alliance / Christian Charisius/dpa

Eine Alternative könnte es sein, Kerosin für die real bestehende Flotte aus Wind- und Sonnenstrom herzustellen. Das geht zwar technisch, ist aber wohl noch lange Zeit viel zu teuer, um sich durchzusetzen.

Anteil des Flugverkehrs am Klimawandel beträgt wenigstens drei Prozent

Derzeit trägt der Luftverkehr zu knapp drei Prozent zum weltweiten Ausstoß an Treibhausgasen bei. Das ist aber nur die halbe Wahrheit: Denn da wo die Flieger die Abgase rauslassen – in mehr als 10.000 Meter Höhe – haben sie eine viel schädlichere Wirkung als am Boden.

Passagiere warten im Terminal des Stuttgarter Flughafens darauf, ihr Gepäck beim Check-In-Schalter abgeben zu können. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Christoph Schmidt/dpa)
Die Zahl der Flugreisenden weltweit wächst immer weiter. picture alliance/Christoph Schmidt/dpa

Deshalb dürfte ihr Anteil am Treibhaushauseffekt eher fünf Prozent betragen, sagen Fachleute. Mit weiter wachsendem Flugverkehr wächst auch der Treibhausgas-Ausstoß weiter ungebremst.

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