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Smartphones, Tablets oder Kameras lassen sich beim Kauf mal eben versichern. Zusatzversicherungen sind ein Zusatz-Geschäft für Mediamarkt, Saturn und Co. - die Kunden zahlen häufig drauf.

Wertverlust bei neuen Geräten

Gerade bei teuren Elektrogeräten, die man täglich regelmäßig nutzt, erscheint eine Zusatzversicherung für wenig Geld sinnvoll. Versichert ist allerdings der Zeitwert eines Produktes. Smartphones haben beispielsweise innerhalb der ersten zwölf Monate einen Wertverlust von bis zu 50 Prozent. Je höher der Preisverfall, desto kürzer ist eine Zusatzversicherung sinnvoll.

Für Elektrogeräte, Smartphones, Tablets und so weiter werden Zusatzversicherungen angeboten. (Foto: SWR, SWR Marktcheck)
Für Elektrogeräte, Smartphones, Tablets und so weiter werden Zusatzversicherungen angeboten. SWR Marktcheck

Eigenanteil bei Reparatur

Besonders bei Smartphones sind Zusatzversicherungen beliebt. Die Handys sind täglich mehrfach in Gebrauch und können auch mal runterfallen. Displaybruch ist der häufigste Schaden. Glücklich sind dann erstmal diejenigen mit einer Versicherung, der Abschluss vor einiger Zeit scheint sich endlich gelohnt zu haben.

Allerdings wird man bei einigen Anbietern trotzdem nochmals zur Kasse gebeten. Bei unserem Check einer iPhone11-Versicherung von Saturn kostet eine Reparatur zusätzlich 29 Euro. Ein Geräteaustausch sogar 99 Euro. Je älter das Smartphone, desto weniger lohnt sich die Zusatzversicherung.

AGBs online checken – kein Spontanabschluss im Handel

Nach Recherchen von Marktcheck sind Zusatzversicherungen für den Elektrohandel ein zusätzliches Geschäft. Die Verkäufer werden geschult, damit sie Versicherungen an die Kunden bringen. Bei der Beratung bekommt man oftmals nur Flyer mit einigen Details zu Gesicht.

AGBs kann man meist erst nach beim Kaufabschluss einsehen. Diese sind aber sehr wichtig, da man als Kunde die genauen Details des Versicherungsvertrages mit möglichen Fallstricken und Ausschlüssen nur dort erfährt. Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen sind beim Onlinekauf transparenter und einfacher einsehbar. Versicherungsdetails lassen sich online also besser checken.

Im Elektronikmarkt oder Online: Zusätzliche Versicherungen für Elektrogeräte und Unterhaltungselektronik rechnen sich selten. (Foto: SWR, SWR Marktcheck)
Zusätzliche Versicherungen für Elektrogeräte und Unterhaltungselektronik rechnen sich selten. SWR Marktcheck

Hausratversicherung checken

Bei teuren Haushaltsgeräten wie Kühlschrank oder Herd macht ein Blick in die Hausratversicherung Sinn. Gefahren wie beispielsweise Wasserschaden oder Überspannung sind da oft schon abgedeckt. Meist merkt man schnell, dass eine zusätzliche Absicherung über den Elektrohandel eher eine „Doppel-Versicherung“ bedeutet. Zusätzliche Infos zur Hausratversicherung gibt es bei der Verbraucherzentrale.

Nachrechnen lohnt sich bei Zusatzversicherungen für Haushaltsgeräte und Unterhaltungselektronik. (Foto: SWR, SWR Marktcheck)
Nachrechnen lohnt sich bei Zusatzversicherungen für Haushaltsgeräte und Unterhaltungselektronik. SWR Marktcheck

Allgefahrenschutz für alle Elektrogeräte

Entschließt man sich dennoch für Zusatzversicherungen, kommen bei neuen Elektrogeräten meist immer weitere hinzu. Dann summieren sich die Versicherungen und es wird schnell teuer.

Im Gegensatz dazu kann alternativ ein sogenannter Allgefahrenschutz sinnvoll sein. Einige Versicherungsgesellschaften bieten inzwischen diesen Allgefahrenschutz für alle Elektrogeräte eines Haushalts an. Darin werden u.a. Laptops, TV-Geräte, Konsolen und Smartphones auf einmal mitversichert. Mit eingeschlossen sind sogar Bedienungsfehler oder Ungeschicklichkeit. Das lohnt sich für alle, die mehrere Geräte auf einmal versichern wollen.

Gesetzliche Gewährleistung immer mit dabei

Eine Garantie-Verlängerung über fünf Jahre, die beispielsweise Expert anbietet, klingt im ersten Moment verlockend. Allerdings ist in den ersten zwei Jahren die gesetzliche Gewährleistung bei allen Elektrogeräten automatisch mit dabei. Sollte das Produkt innerhalb der ersten zwei Jahre Mängel aufweisen, bekommt man als Verbraucher eine Reparatur oder ein neues Gerät. Bei selbstverschuldetem Defekt gilt die Gewährleistung allerdings nicht.

Achtung: Nach Ablauf von sechs Monaten kommt es im Gewährleistungsrecht zur sogenannten Beweislastumkehr. Das heißt, ab diesem Zeitpunkt muss der Kunde beweisen, dass der Mangel schon beim Kauf, also von Anfang an, vorgelegen hat. Diese Beweispflicht ist für Verbraucher teilweise schwer zu erfüllen.

Mehr Infos rund um den Kaufvertrag und Gewährleistung des Händlers gibt es bei der Verbraucherzentrale.

Mehr Infos zum Thema Garantieverlängerung finden Sie auch bei Finanztip.

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