Energiekosten steigen, immer mehr Verbraucher können Strom und Gas nicht mehr bezahlen (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Energiepreise und Inflation

EEG-Umlage fällt weg: Was jetzt mit dem Strompreis passiert

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Tobias Frey

Es kommt wieder Post von den Stromanbietern: Ab 1. Juli wird Strom günstiger, weil die EEG-Umlage wegfällt. Warum Sie dieses Schreiben unbedingt bis zum Ende lesen sollten.

Zum 1. Januar 2022 hat die Bundesregierung die EEG-Umlage bereits auf 3,72 Cent pro Kilowattstunde netto gesenkt. Zuvor lag sie bei 6,5 Cent pro Kilowattstunde. Ab dem 1. Juli wird sie komplett abgeschafft.

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Die Bundesregierung ging ursprünglich davon aus, dass eine vierköpfige Familie im Schnitt rund 300 Euro pro Jahr durch den Wegfall der Umlage sparen könnte. Allerdings wird Strom aufgrund des Kriegs in der Ukraine immer teurer und immer mehr Stromanbieter kündigen Preiserhöhungen an. Das kann dazu führen, dass wir durch den Wegfall der EEG-Umlage am Ende nur wenige Euro sparen, weil die Preise für Strom in den kommenden Monaten deutlich steigen werden.

Teilweise gehen die Stromanbieter geschickt vor: Sie erklären in ihrem Schreiben an die Kunden zwar, dass der Wegfall der EEG-Umlage ab 1. Juli komplett an die Verbraucher weitergegeben wird, am Ende kündigen sie aber im gleichen Schreiben eine Preiserhöhung ab 1. August an.

Dann ist der Strom also nur im Juli günstiger - und danach fast genauso teuer wie zuvor oder möglicherweise sogar noch teurer.

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Momentan sieht es nicht danach aus, dass sich der Energiemarkt im kommenden Jahr positiv für Verbraucher entwickeln wird. Im Gegenteil: Viele Stromanbieter kündigen bereits an, dass sie 2023 weitere Preiserhöhungen nicht ausschließen können.

Deshalb sind jetzt zwei Dinge besonders wichtig:

  • Zum einen sollten Verbraucher die Preise der Stromanbieter vergleichen und gegebenenfalls auch den Anbieter wechseln.
  • Und zum anderen sollte jeder selbst bei sich im Haushalt schauen, wie man noch Energie einsparen kann.

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Wer wirklich etwas für den Klimaschutz tun möchte, dem empfiehlt die Verbraucherzentrale eine eigene Photovoltaikanlage auf dem Dach - und außerdem ganz wichtig: Im Alltag Energie einsparen.

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