OLED oder QLED, UHD oder 4K

Fernseher – wie viel neue Technik darf es sein?

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OLED oder QLED, UHD oder 4K: Immer neuere TV-Geräte kommen auf den Markt. Welche Technik ist ihr Geld wert? Und wie lassen sich ältere Geräte aufrüsten?

Wie scharf, wie groß, wie teuer – auf dem TV-Markt ist für jeden Anspruch das richtige Modell dabei. Fernseher der heutigen Generation sind im Kern wie Computer – man nennt sie Smart-TV. Ähnlich wie bei Smartphones kann man mit ihnen weit mehr machen als nur Fernsehen: Um alle Funktionen nutzen zu können, sollten die meisten heutigen Geräte auch ans Internet angeschlossen werden. Das geht in der Regel über Lan-Kabel oder eine W-Lan-Verbindung. Wie Sie in der gesamten Wohnung schnelles Internet haben, haben wir hier für Sie zusammengefasst.

Moderne TV-Geräte unterscheiden sich in der Menüführung. Ein wichtiger Aspekt, den man beim Kauf ausprobieren sollte. Und bei manchen Fernsehern versteckt sich in eben diesem Menü sogar eine Aufnahmefunktion: Je nach Modell kann man Programminhalte auf eine externe Festplatte oder intern speichern.

Die richtige Bildschirmgröße und Auflösung

Laut Fachverkäufer Sascha Wargand sollte man sich genau überlegen, welche TV-Größe passend ist: "Natürlich muss das Wohnzimmer auch den Platz dafür bieten. Also einen gewissen Abstand sollte man zu größeren Modellen schon haben, damit das Bild dann auch wirkt.“

Wenn der neue Fernseher an eine andere Stelle in der Wohnung soll – oder wenn man eine andere Größe haben möchte – gibt es einen einfachen Tipp: Einen Pappkarton in der TV-Zoll-Größe ausschneiden und in die geplante Fernsehecke stellen. Dadurch sieht man sehr gut, ob die Relationen stimmen oder die Wunsch-Größe zu viel Platz einnimmt.

Die Größe eines Fernsehers wird in Zoll angegeben. Bei dem angegebenen Wert handelt es sich um die Bildschirmdiagonale. So entspricht 55 Zoll etwa 1,40 Meter, 65 Zoll rund 1,64 Meter. Der Abstand zwischen Sofa und Fernseher ist entscheidend bei der Wahl der richtigen Größe: Beträgt der Abstand nur maximal 2 Meter, sollte der Fernseher maximal 55 Zoll groß sein. Hat man ca. 3 Meter zur Verfügung sind 65 Zoll geeignet.

Im Geschäft wirken Fernseher kleiner! Durch extrem große Bildschirme im Fachhandel wirken mittlere TV-Monitore im Geschäft automatisch kleiner. Deshalb sollte man sich beim Kauf nicht von dem Gefühl irritieren lassen, die eigene ausgemessene Größe sei zu mickrig. Denn in einem Verkaufsraum mit hohen Decken ist die Perspektive anders als im eigenen Wohnzimmer.

Fernseher (Foto: SWR)
Technik macht's möglich: Fernseher werden immer dünner.

Das bedeutet beim Fernseher HD, UHD, 4K und 8K

Ein Fernsehbild setzt sich zusammen aus Bildpunkten, so genannten Pixeln.

  • Sind es 1280 mal 720 Pixel handelt es sich um HD – High Definition. Zu Deutsch: hohe Auflösung. 1920 Pixel in der Breite und 1080 Pixel sind Full HD. Das Fernsehbild besteht hier aus ungefähr 2 Millionen Bildpunkten.
  • Im sogenannten Ultra HD – UHD – besteht das Bild aus jeweils doppelt so vielen Bildpunkten in der Breite und in der Höhe. Ein Bild kann dadurch viel schärfer dargestellt werden. Wichtig zu wissen: Die wenigsten Fernsehsender und Streamingdienste (Sky, Netflix etc.) senden derzeit in UHD.
  • 4K ist sogar noch ein kleines bisschen schärfer. Filme in 4K gibt es bei Streaming-Diensten im Internet. Das normale Fernsehen wird weiterhin in HD angezeigt, auch wenn ein Fernseher 4K kann.
  • Ein 8K-Bild besteht aus noch einmal mehr Bildpunkten. Allerdings: Aktuell sind dies noch zu viele für eine Fernsehleitung und auch das Internet ist schnell überfordert von so vielen Pixeln.

Es gibt schon Geräte, die sind im dreistelligen Bereich auch schon einigermaßen zukunftssicher. Da viele Geräte oder viele Hersteller auf 4K jetzt setzen.

Fachverkäufer Sascha Wargand berät Kunden, die einen neuen TV kaufen wollen. (Foto: SWR)
Fachverkäufer Sascha Wargand weiß genau, auf was Kunden beim TV-Kauf achten sollten.

Der Unterschied zwischen LED, QLED und OLED

LED, OLED oder QLED: Sollte man doppelt so viel für die OLED-Bildschirmqualität ausgeben oder reicht LED? Generell gilt, dass für Nachrichten und TV-Shows LED-Qualität reicht. Für Kinofilme ist OLED schöner.

  • LEDs sind Leuchtdioden, auf die Farbschichten gelegt werden. LED-TVs bieten ein gutes Bild, können im direkten Vergleich mit OLED oder QLED allerdings milchig wirken.
  • QLED ist eine Erweiterung der LED-Qualität von Samsung. Die Technik soll OLED-ähnlich sein und bietet einen höheren Farbkontrast und einen höheren Schwarzwert als klassische LED-Modelle.
  • OLEDs sind "organische" Leuchtdioden, die von Natur aus schon drei Farben haben. Die Technik ermöglicht beispielsweise, dass einzelne Pixel dunkel geschaltet werden können. Dies führt zu einem sehr hohen Schwarzwert, der das Seherlebnis auch noch einmal steigert. Deshalb sind OLED-Bildschirme kontrastreicher und flacher.
Verschiedene TV-Bildschirme nebeneinander im Vergleich.  (Foto: SWR)
So unterscheiden sich die Bildschirme: Von links: LED-Bildschirm, QLED-Bildschirm, OLED-Bildschirm.

Soundbars für besseren TV-Ton

Während die Bildqualität der Fernsehgeräte immer besser und schärfer wird, wird aufgrund ästhetischer Gründe auf den Ton immer weniger Wert gelegt. Die meisten modernen Fernseher haben einen so schmalen Rahmen, dass der Ton keinen ausreichenden Raum mehr hat. Die Lautsprecher werden daher oft hinter dem Bildschirm eingebaut. Der Ton ist schlechter. Denn der Schall reflektiert zuerst an die Wand dahinter und dann zurück.

Soundbar (Foto: Unsplash/ Jonas Leupe)
Die Soundbar sollte vor dem Fernseher angebracht werden. Unsplash/ Jonas Leupe

Wer beim Ton nachhelfen möchte, für den ist eine Soundbar eine Option. Für ein optimales Sounderlebnis sollte diese bestenfalls direkt unter dem Fernseher hängen. Wer sie unauffälliger hinter dem TV-Gerät platziert, verwässert das Soundergebnis, da sich der Ton nicht richtig im Raum verteilen kann und stark abgeschwächt wird.

Die meisten Soundbars kann man mit einem HDMI-Anschluss am Fernseher verbinden. Es gibt aber auch Modelle, die mit WLAN verbunden werden. Eine stabile Internetverbindung ist unausweichlich, da es bei schwacher Internetverbindung zu Tonversatz, der Abweichung der Synchronität zwischen Bild und Ton, kommen kann.

Auch sehr beliebt sind Soundbars mit bereits eingebautem Blu-ray-Player. So hat man Lautsprecher samt Erweiterung zum Abspielen von DVDs in einem. Solch ein Gerät ist sinnvoll, wenn der Fernseher nicht so viele HDMI-Anschlüsse hat und man regelmäßig DVDs oder Blue-rays auf dem TV ansehen möchte. Die meisten neuen Fernseher haben allerdings drei bis vier HDMI-Anschlüsse.

Wie kann man alte TV-Geräte aufrüsten?

Wer einen funktionsfähigen Fernseher hat, aber gerne ein vergleichbar großes Angebot wie ein Smart-TV hätte, kann diesen mit wenig Aufwand nachrüsten. Sehr beliebt sind Streaming-Sticks oder Streaming-Boxen. Damit empfangen viele ältere Fernseher Mediatheken und Streaming-Dienste.

Bei der Installation des Sticks wird eine Registrierung verlangt, um einen Benutzeraccount zu erstellen. Zum Einrichten des Sticks oder der Streaming-Box benötigt man daher einen WLAN-Anschluss sowie ein Smartphone oder einen Computer, um seinen Account beispielsweise per E-Mail zu bestätigen. Wenn der Stick einsatzbereit ist, kann man sich seine gewünschten Mediatheken oder Apps problemlos installieren und losstreamen.

Übrigens: Die Nutzung für Angebote der öffentlich-rechtlichen Sender, darunter die ARD-, ZDF- oder die Arte-Mediatheken, kostet nichts extra. Infos zum Rundfunkbeitrag gibt es hier. Für private Streamingdienste, wie z. B. Netflix, Amazon Prime oder Disney Plus, muss man kostenpflichtige Abonnements abschließen. Ist alles eingerichtet, kann das Smartphone je nach Stick zusätzlich auch als Fernbedienung verwendet werden. So lassen sich z. B. auch Bilder oder Videos, die man auf dem Smartphone gespeichert hat, auf dem Fernseher anschauen.

Streaming-Sticks gibt es in unterschiedlichen Preiskategorien. Ein teurer Stick muss nicht zwangsläufig besser sein als ein günstigeres Modell. Die beste Komptabilität von Stick und Smartphone erreicht man, wenn beide Geräte von derselben Marke sind.

4 nachrüstbare Streaming-Sticks ausprobiert

Mit einer Zuschauerin hat Marktcheck vier Geräte getestet:

  • Ein günstiges Modell, der ROKU Express 4K für 35 Euro
  • den Amazon-Fire-TV-Stick 4K vom Onlineriesen für rund 60 Euro
  • den Google-Chromecast mit Google TV für 70 Euro und
  • ein teures Modell von Apple – die Apple TV Box HD für 150 Euro.
Streaming-Sticks und Streaming-Boxen (Foto: SWR)
Von links: ROKU Express 4K, Amazon-Fire-TV-Stick 4K , Google-Chromecast, Apple TV Box HD.

Über ein HDMI-Kabel kann man den ROKU Express 4 K anschließen. So einen Anschluss haben selbst ältere TV-Geräte meistens. Danach muss man nur noch das WLAN-Passwort und seine E-Mail-Adresse eingeben und kann direkt loslegen. Einige Mediatheken sind hier bereits vorinstalliert. Beim Fire-TV-Stick von Amazon dauerte die Installation deutlich länger.

Der Stick von Google kann mit Hilfe eines Smartphones installiert werden. Dazu wird eine E-Mail-Adresse von Google und eine spezielle App auf dem Handy benötigt. Dann wird ein QR-Code vom Fernseher gescannt. Die ganze Installation dauert noch mal erheblich länger als beim Amazon-Stick und erscheint insgesamt komplizierter.

Um die teure Apple-TV-Box anschließen zu können, muss man extra ein HDMI-Kabel kaufen. Umständlich: Die Apps kann man auch nur im App-Store mit einer Apple ID herunterladen.

In unserer Stichprobe überzeugte der günstigste Stick von ROKU am meisten, da hier die Installation am einfachsten und schnellsten ging.

Fazit

Es muss nicht immer der neueste Fernseher sein. Wenn der Fernseher noch ohne Probleme funktioniert, lohnt sich meistens das Geld für eine kleine Aufrüstung auszugeben, statt ein komplett neues Gerät zu kaufen.

In Zukunft werden 8K-Modelle interessant sein. Derzeit sind aber viele Fernsehleitungen und Internetverbindungen beim Übertragen von so vielen Pixeln überfordert. Die deutlich günstigeren 4K-Modelle reichen daher aus, da die meisten Fernsehsender derzeit sowieso nur in HD senden.

Eine Soundbar wird bei den meisten Fernseher problemlos über ein HDMI-Kabel angeschlossen. So lässt sich das Sounderlebnis einfach deutlich verbessern.

Wer eine größere Filmauswahl und Zugriff auf Mediatheken haben möchte, braucht nur einen Streaming-Stick. Hier muss nicht der teuerste Stick die beste Wahl. Wer ein Smartphone von Google oder Apple hat, für den ist die Verwendung von Streaming-Sticks der gleichen Marke am einfachsten. Das ist aber nicht zwingend notwendig.

Beim Kauf eines Erweiterungssticks sollte man auf jeden Fall vorher nachfragen, ob das Smartphone zur Bedienung ausreicht. Wichtig ist außerdem, dass der WLAN-Router in der Nähe des Fernsehers steht, da die Mediatheken nur über das Internet laufen.

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