Mutter setzt Sohn am Strand Gesichtsmaske auf. (Foto: Colourbox)

Mutationen des Coronavirus

Welche Urlaubsländer von der Delta-Variante betroffen sind

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Steigende Temperaturen, sinkende Inzidenzen: Viele haben jetzt Lust auf Sommerurlaub. Doch die Delta-Variante des Coronavirus könnte die Urlaubsfreude trüben.

Fast überall in Europa geht die Zahl der Corona-Fälle zurück. Gleichzeitig breitet sich jedoch die als noch ansteckender geltende Delta-Variante aus, die Ende 2020 erstmals in Indien nachgewiesen wurde. Die Bundesärztekammer rät deshalb von Reisen in Gebiete ab, in denen diese Mutante grassiert. "Auf Reisen in Regionen, die von der Delta-Variante besonders betroffen sind, sollte verzichtet werden", sagte Präsident Klaus Reinhardt den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Großbritannien, ein Delta-Hotspot - und die Europameisterschaft

Besonders schnell verbreitet sich die Delta-Variante in Großbritannien, hier ist sie bereits die dominierende Variante. Das Robert-Koch-Institut (RKI) stuft Großbritannien deshalb schon seit dem 23. Mai als Virusvariantengebiet ein. Vor diesem Hintergrund haben viele Politiker kritisiert, dass die Halbfinalspiele und das Finale der Fußball-Europameisterschaft trotzdem in London stattfinden sollen. Die britische Regierung hat mehr als 60.000 Zuschauer für die Spiele im Wembley-Stadion zugelassen.

Wer aus Deutschland nach Großbritannien einreisen möchte, muss sich online registrieren und vor der Einreise einen negativen Covid-19-Test vorlegen. Weitere Tests müssen zwei und acht Tage nach der Einreise vorgelegt werden. Außerdem besteht die Pflicht zu einer zehntägigen häuslichen Quarantäne. Die Quarantäne kann durch einen zusätzlichen Test auf fünf Tage verkürzt werden. Die Test- und Quarantäne-Pflichten gelten auch für vollständig geimpfte Besucher.

Famile am Flughafen mit Koffer, auf dem UK-Flagge zu sehen ist. (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Vor Reisen nach Großbritannien wird derzeit gewarnt. Picture Alliance

Portugal: Nicht gelistet, trotzdem gefährlich

Portugal wird vom Robert-Koch-Institut bislang nicht als Virusvariantengebiet eingestuft, in der Hauptstadt Lissabon grassiert dennoch die Delta-Variante. Nach Informationen des nationalen Gesundheitsinstituts Portugals macht die Delta-Variante inzwischen 60 Prozent der neuen Corona-Fälle in Lissabon aus. Die Regierung hatte die Stadt deshalb kürzlich vorrübergehend abgeriegelt. Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen in die Hauptstadt Portugals und auf die Azoren. Reisen in die übrigen Landesteile sind ohne größere Einschränkungen möglich. Bei der Einreise brauchen Urlauber einen negativen PCR-Test, der nicht älter als 72 Stunden sein darf. Alternativ kann ein negativer Antigen-Schnelltest vorgelegt werden, der maximal 48 Stunden alt sein darf. Für Geimpfte oder Genesene gelten keine Ausnahmen.

Österreich, Italien, Griechenland: Datenlage in vielen Urlaubsländern unklar

Wie stark sich die Delta-Variante schon ausgebreitet hat, ist in vielen Fällen noch nicht seriös zu beantworten, weil in unterschiedlichen Ländern unterschiedlich viel getestet wird. Darüber hinaus müssen positive Proben untersucht - sequenziert - werden, um festzustellen, um welche Variante es sich handelt. Diese Sequenzierungen dauern teils einige Wochen, deshalb kann nur mit einem gewissen Zeitverzug festgestellt werden, welche Variante sich wo ausbreitet.

  • Laut der EU-Datenbank TESSy (The European Surveillance System) und der Wissenschaftsinitiative GISAID (Global Initiative on Sharing All Influenza Data), lag der Anteil der Delta-Variante in Österreich in der ersten Juniwoche bei 25 Prozent. Allerdings wurden in dieser Woche insgesamt nur vier Proben untersucht, die Zahl ist deshalb statistisch nicht valide.
  • Ähnlich sieht es in Italien aus: Die Delta-Variante macht nur 5,4 Prozent der Infektionen aus, allerdings wurden weniger als 40 Proben sequenziert.
  • Für Griechenland liegen in den Datenbanken überhaupt keine Zahlen vor.
Anzeigetafel am Flughafen (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Wie weit Mutanten verbreitet sind, lässt sich nicht überall zuverlässig sagen. Picture Alliance

Spanien, Frankreich, Dänemark: relativ Delta-sicher

Relativ gut ist die Datenlage für Spanien, Frankreich und Dänemark. Hier wurden vergleichsweise viele Proben analysiert. In Spanien macht die gefährliche Delta-Variante demnach 11,4 Prozent der Neuinfektionen aus, in Frankreich liegt der Wert bei 8,4 Prozent.

Urlaub in Dänemark ist bezogen auf die Mutante besonders sicher: Die Quote liegt bei nur 0,7 Prozent. Zum Vergleich: In Deutschland macht die Mutante 6,6 Prozent der Neuinfektionen aus.

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Diese Regeln gelten für Rückkehrer aus Virusvariantengebieten

Insgesamt listet das Robert-Koch-Institut 14 Länder als Virusvariantengebiete auf, darunter Brasilien, Indien, Südafrika und Großbritannien. Nicht in allen diesen Ländern grassiert die Delta-Variante, es kann sich auch um andere Mutanten des Coronavirus handeln.

Wer aus einem Virusvariantengebiet zurück nach Deutschland reist, muss einige Auflagen beachten: Rückkehrer müssen sich vor der Ankunft in Deutschland auf der Internetseite des RKI www.einreiseanmeldung.de registrieren. Außerdem muss ein negativer Corona-Test vorgelegt werden, und die Rückkehrer müssen sich für 14 Tage in häusliche Quarantäne begeben. Es ist nicht möglich, die Quarantäne zu verkürzen.

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