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In Sindelfingen geht die Produktion der neuen S-Klasse an den Start - mit einer komplett neuen Produktionsfabrik. Mit dem neuen Standard "Industrie 4.0" will man effizienter produzieren als bisher.

Daimler verändert mit seiner digitalen Zeitenwende die Auto-Montage grundlegend. In Sindelfingen soll alles flexibler, schneller und damit effizienter werden. Das Zauberwort dazu heißt "Industrie 4.0" - rund 100 Jahre nach der Erfindung des Fließbandes ist das für viele die bahnbrechende industrielle Revolution.

Maschinen sprechen mit Maschinen

Alles in Daimlers "Factory 56" ist digital vernetzt. Konkret bedeutet das, Maschinen können untereinander kommunizieren und ihren Bedarf an Bauteilen selbst abrufen oder bestellen. Die Daten werden über eine sogenannte "Cloud" untereinander ausgetauscht - nicht nur vor Ort, sondern auch mit Autoteilezulieferern. Menschen sind dabei nicht mehr notwendig. Wer künftig ein S-Klasse-Modell bei Daimler bestellt, kann theoretisch vom Autohaus aus oder online noch während der Produktion Änderungen vornehmen.

Die Transportroboter sind digital vernetzt (Foto: SWR)
Die Transportroboter in der S-Klasse-Fertigung von Daimler in Sindelfingen sind digital vernetzt.

Ziel, Zweck und Auswirkungen

Die Produktion der neuen S-Klasse mit Hilfe von Industrie 4.0 soll einen Effizienzgewinn bringen. Der digitale Datenfluss unter den Maschinen in der Produktion nimmt den Beschäftigten voraussichtlich vieles Organisatorisches ab. In der neuen "Factory 56" werden deshalb wahrscheinlich auch weniger Beschäftigte zu finden sein, als bei den althergebrachten Produktionsverfahren. Kritiker befürchten, dass zu den aktuell vorhandenen Überkapazitäten bei Daimler jetzt ein zusätzlicher Personalüberhang entstehen könnte.

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