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Seit Wochen legt das Corona-Virus die chinesische Wirtschaft lahm. Für die Verbraucher in Deutschland hat das nicht nur negative Folgen.

Heizölpreis auf Zweijahrestief

Viele Fabriken in China stehen wegen der Epidemie derzeit still, weltweit herrscht große Unsicherheit, wie schwerwiegend die Folgen für die Weltwirtschaft sein werden. Beides drückt den Ölpreis: In Deutschland ist an vielen Orten der Preis für Heizöl unter die Marke von 60 Euro für hundert Liter gefallen (bei einer Abnahme von 3.000 Litern). Das ist der der niedrigste Stand seit Februar 2018.

In Karlsruhe lag der Preis am Mittwoch um die Mittagszeit Onlinevergleichsportalen zufolge bei 58,32 Euro, in Stuttgart bei 60,38 Euro. Auch an der Zapfsäule ist die Krise angekommen: In der vergangenen Woche ist der Preis für Benzin im Schnitt um fast drei Cent gesunken, der Preis für einen Liter Diesel bewegte sich Anfang der Woche auf einem Achtwochentief.

Allerdings gibt es Indizien, dass die Abwärtsspirale gestoppt ist: Am Mittwoch zogen die Preise für Rohöl an den internationalen Handelsplätzen sprunghaft an. Hintergrund sind Medienberichte, britische und chinesische Forscher würden bei der Bekämfung des Virus' Fortschritte machen. Die Heizölpreise haben sich in der Folge leicht erholt - liegen aber weiter auf niedrigem Niveau.

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Reisen nach China bleiben schwierig

Das Auswärtige Amt hat eine Teilreisewarnung für die Volksrepublik China veröffentlicht: Vor Reisen in die von der Krankheit besonders betroffene Region Hubei wird gewarnt. Auch von Aufenthalten in andere Regionen des Landes rät das Auswärtige Amt ab. Wer für diese Zeit eine Pauschalreise nach China gebucht hat, bekommt vom Reiseveranstalter sein Geld zurück.

Wer trotz allem so furchtlos ist und in diesen Tagen nach China will, muss einige logistische Hürden überwinden: Fast alle Airlines haben Flüge nach China eingestellt. Die Lufthansa sowie die Fluglinien Swiss und Austrian Airlines haben ihre Verbindungen nach Peking bis zum 29. Februar gestrichen. Die Ziele Nanjing, Shenyang und Quingdao werden sogar bis zum 28. März nicht angesteuert. Wer als Indivudualreisender für einen der Flüge ein Ticket gekauft hat, bekommt sein Geld zurück.

18.02.2019, China, Badaling: Besucher gehen über die Stufen der Chinesischen Mauer bei Badaling, die wie die Berge des Jundu Shan-Gebirges ringsherum leicht mit Schnee bedeckt ist.  (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/Fan Jiashan/SIPA Asia via ZUMA Wire/dpa)
Viele Attraktionen sind derzeit wegen der Epidemie gesperrt - so der bei Touristen beliebte Abschnitt der Chinesischen Mauer Badaling. picture alliance/Fan Jiashan/SIPA Asia via ZUMA Wire/dpa

Keine Reisewarnung bislang für Hongkong und Macau

Wer die Sehnsucht nach dem Reich der Mitte nicht aushält, sollte nach Honkong fliegen: Für die Sonderverwaltungszone gibt es - ebenso wie für Macau - momentan keine Reisewarnung, Flüge von Deutschland aus finden weiterhin statt. Das bedeutet aber auch: Wer eine Reise dorthin gebucht hat, kann nicht mit einer kostenlosen Stornierung rechnen. Angst vor dem Virus ist laut den Verbraucherzentralen kein ausreichender Grund, um von einer Reise zurückzutreten.

Medikamenten-Engpässe vorerst nicht in Sicht

Asien ist für die deutsche Arzneimittelversorgung von entscheidender Bedeutung: Viele Hersteller von wichtigen Wirkstoffen haben ihren Sitz in China, manche auch in vom Corona-Virus besonders betroffenen Städten.

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte trägt deshalb derzeit aktuelle Informationen zur Situation der chinesischen Produzenten und Lieferanten zusammen. Auf diese Weise wolle man belastbare Informationen erhalten, ob es zeitverzögert zu Lieferengpässen von Arzneimitteln kommen könnte - zum Beispiel wegen "Zwangsferien" in chinesischen Firmen, wegen Quarantänen oder Unterbrechungen von Lieferwegen.

Laut dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte gibt es derzeit keine Hinweise, dass wegen des Corona-Virus kurzfristige Engpässe bei der Medikamentenversorgung in Deutschland entstehen könnten.

China hat große Bedeutung für Verbraucher in Deutschland

Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und China sind eng: Waren im Wert von 52 Milliarden Euro haben deutsche Unternehmen laut Daten der German Trade Invest im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres aus China eingeführt - aus keinem anderen Land importiert Deutschland mehr. Darunter fallen viele Konsumgüter aus dem Elektronik-Bereich wie Smartphones und Computer. Auch bei Bekleidung und Schuhen ist China trotz aller Umstrukturierungen der dortigen Wirtschaft weiterhin ein wichtiger Lieferant.

Viele chinesische Exporte sind zudem Vorprodukte, die Unternehmen in Deutschland für ihre Arbeit benötigen. Diese enge Verzahnung könnte für die deutschen Firmen noch zum Problem werden: Der südkoreanische Autobauer Hyundai musste in dieser Woche bereits Teile seiner Produktion stoppen, weil Bauteile aus China fehlten.

Ob bei Konsumgütern und Vorprodukten Lieferengpässe in Deutschland drohen, hängt wesentlich von einer Frage ab: Wann überschreitet die Krankheitswelle in China ihren Zenit? Die Meinungen von Experten dazu gehen auseinander. Einige rechnen damit in wenigen Tagen - andere glauben, der Höhepunkt wird erst Ende des Jahres erreicht sein.

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