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Seit gut zwei Wochen können wir die deutsche Corona-Warn-App installieren. Manchmal stiftet sie mit ihren Meldungen Verwirrung bei den Nutzern. Ein Update kann helfen.

Mehr als 14 Millionen Mal wurde die Corona-Warn-App bereits heruntergeladen. Fragen zu ihren Fehlmeldungen an IT-Experte Alexander Winkler aus der SWR-Wirtschaftsredaktion.

Die Corona-Warn-App zeigt bei manchen Nutzern mehrere "Risiko-Begegnungen" – aber es gab keine Warnung, und die Anzeige ist immer noch "Niedriges Risiko". Wie kann das sein?

Wenn App-Nutzer diese Anzeige bekommen, stecken zwei Infos drin: Erstens, ich hatte Risiko-Begegnungen, ich bin also innerhalb der letzten zwei Wochen einem oder mehreren Menschen begegnet, die mittlerweile Corona-positiv getestet wurden. Aber nicht jede Risiko-Begegnung bedeutet gleichzeitig eine hohe Ansteckungsgefahr. Die hängt auch davon ab, wie lange ich einem Menschen wie nahe war.

Genau das wägt die App im Hintergrund ab, und das ist die zweite Info: Wenn die Begegnung kürzer war als zehn Minuten, oder wir immer mindestens acht Meter Abstand hatten, sagt die App, das Risiko einer Ansteckung ist zu gering, und es wird auch nicht gewarnt. Selbstverständlich lässt sich eine Ansteckung nicht zu 100 Prozent ausschließen. Wer also Corona-Symptome hat, sollte auch dann Hilfe beim Arzt suchen, wenn die App nur ein "niedriges Risiko" anzeigt.

Noch eine merkwürdige Anzeige: Manche Nutzer haben die App seit Beginn, also über zwei Wochen. Trotzdem sagt die App, sie sei nur 12 von 14 Tagen aktiv gewesen. Was steckt dahinter?

Das ist tatsächlich ein Fehler in der iPhone-App, ein sogenannter Bug. Android-Nutzer haben das Problem wohl nicht. Durch diesen Bug ist offenbar auch die Anzeige möglich, dass die App sogar mehr – also beispielsweise 16 von 14 Tagen aktiv war. Den Fehler hat das Entwicklungsteam der Corona-Warn-App aber in der aktuellsten Version offenbar behoben, hat mir das Robert-Koch-Institut (RKI) bestätigt.

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Wer diese falsche Anzeige bekommt, sollte die App aktualisieren. Dabei könnte es allerdings passieren, dass der Tagezähler wieder von vorne, also bei Null beginnt, sagt das RKI. Das habe aber keine Auswirkungen darauf, dass Risiko-Begegnungen ermittelt und gespeichert werden – und auch nicht auf mögliche Warnungen. Die App soll also laut RKI trotz Anzeige-Fehler uneingeschränkt funktionieren.

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