Reisende filmen auf Flughafen sehr nahe stehende Flugzeuge auf Augenhöhe. (Foto: Unsplash/L.Filipe C.Sousa )

Reiseveranstalter müssen Geld überweisen

Frist abgesicherter Corona-Reisegutscheine endet

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Tamara Land
Tamara Land, SWR Wirtschaftsredaktion (Foto: SWR, SWR)
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Jutta Kaiser

Reiseveranstalter müssen ungenutzte Pandemie-Gutscheine bis 15. Januar 2022 auszahlen. Kunden sollten darauf achten, dass das Geld tatsächlich eingeht.

Viele Kunden hatten nach dem Pandemie-Ausbruch 2020 freiwillig einen staatlich abgesicherten Reisegutschein anstelle einer Geldrückerstattung angenommen. Zum Jahreswechsel verlieren diese pandemiebedingten Corona-Reisegutscheine ihre Gültigkeit – und die Reiseveranstalter müssen ihren Kunden das Geld spätestens bis zum 15. Januar 2022 erstatten.

„Wird der Gutschein nicht bis spätestens Ende 2021 eingelöst, so ist der Wert in Höhe des ursprünglichen Reisepreises unverzüglich auszubezahlen.“

Gutscheine sind mit 840 Millionen Euro vom deutschen Staat abgesichert

Die Gutscheine waren eine Kompromisslösung. Der EU-Justizkommissar war zunächst dagegen und wollte an der Regel festhalten, dass Urlaubsanzahlungen bei Reiseausfall umgehend bar zurückerstattet werden müssen. Doch viele EU-Länder fürchteten Pleiten der Reiseveranstalter und waren für eine Sonderregelung.

Mit einer freiwilligen Gutscheinlösung bei abgesagten Pauschalreisen verbürgte sich der deutsche Staat für diese Covid-19-Reisegutscheine mit einer Gesamtsumme von 840 Millionen Euro. Die Absicherung gilt für vor dem 8. März 2020 gebuchte Reisen, die infolge der Corona-Pandemie ausfielen.

Vorsicht bei Angebot zur Verlängerung des Reisegutscheins

Reiseveranstalter hatten Kunden vor einigen Wochen angeboten, diese Gutscheine freiwillig zu verlängern. Doch dies sahen Verbraucherschützer kritisch. Auch SWR-Reiseexpertin Tamara Land riet klar davon an, sich darauf einzulassen. Grund war die Gefahr, dass bei einer Gutschein-Verlängerung die Anzahlungen der Urlauber aller Wahrscheinlichkeit nach den Versicherungsschutz verlieren, der vor den Folgen einer möglichen Veranstalter-Insolvenz bewahrt.

Der Grund liegt im Kleingedruckten: Zwar müssen Vorauszahlungen für Pauschalreisen schon seit 1990 abgesichert werden – rechtlich aber gelten die 2020 ausgestellten Gutscheine nach Darstellung des Reisebüroverbands nicht als Urlaubsanzahlung, sondern als zinslose Kredite gegenüber den Reiseveranstaltern. Im Fall einer Pleite – wie etwa bei Thomas Cook im September 2019 – sind diese Reisegutscheine daher ab 2022 voraussichtlich wertlos.

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