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In Supermärkten und bei Discountern kaufen Kunden derzeit verstärkt ein, vor allem Lebensmittel. Es besteht jedoch kein Grund, sich wie in Katastrophenfällen mit Vorräten einzudecken.

Viele Deutsche reagieren auf das Risiko einer Corona-Infektion mit Hamsterkäufen. Dabei richten sie sich nach einer Checkliste für Katastrophenfälle. Davon kann aber derzeit keine Rede sein.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
7:07 Uhr
Sender
SWR2

Wie sinnvoll ist die Checkliste vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe in Bezug auf das Corona-Virus?

Diese Liste ist gedacht für den Katastrophenfall – also bei Sturm, Hochwasser und wenn man abgeschnitten ist von der Außenwelt. Außerdem wird beim Katastrophenfall vorausgesetzt, dass es keinen Strom und kein Wasser gibt. All das trifft momentan nicht zu. Wir haben Wasser, also auch Trinkwasser, und das wird es auch weiterhin geben – genauso wie Strom. Abgeschnitten sind wir auch nicht, etwa wie bei einem Sturm, sodass niemand in den Supermarkt käme. Selbst wer jetzt 14 Tage zuhause bleiben muss wegen Quarantäne, dem können Freunde und Verwandte bei Bedarf immer noch Lebensmittel vor die Tür stellen. Der Einzelhandel beteuert zudem, dass Lebensmittel nicht knapp werden.

Auch sonst hat es wenig Sinn, diese Liste abzuarbeiten. Einmal, weil wir in der Regel sowieso gut mit Vorräten versorgt sind. Und weil die Liste wegen Stromausfalls viele Konservendosen empfiehlt. Ich wüsste nicht, warum ich für meine Familie drei Kilo Sauerkraut bunkern sollte oder Ölsardinen – das mögen wir beides nicht.

Italien, Casalpusterlengo: Menschen tragen Atemschutzmasken und stehen vor einem Supermarkt in einer Schlange. (Foto: dpa Bildfunk, Claudio Furlan/LaPresse/AP/dpa)
Kein europäisches Land hat mehr Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2 registriert als Italien. Claudio Furlan/LaPresse/AP/dpa

Sollen wir Vorräte für den Notfall anlegen oder nicht?

Wer keine Vorräte zuhause hat, kann einen Grundstock anlegen. Zunächst ist es aber sinnvoll, im Keller nachzuschauen, was in den Regalen alles verstaubt. Wer dann trotzdem etwas aufstocken will, sollte sich nicht an einer allgemeinen Checkliste orientieren, sondern an den eigenen Vorlieben und Geschmack. Ein paar haltbare und leckere Lebensmittel wären also gut – das muss aber nicht alles in Dosen sein, Tiefkühlkost geht auch.

Gut sind Nudeln oder Reis, denn sie verderben nicht. Ich finde Hülsenfrüchte wie Linsen und Kichererbsen prima, damit kann ich viele verschiedene Dinge anstellen. Nüsse zum Knabbern finde ich sinnvoll, damit man nicht ständig zu Schokolade oder Chips greift. Und von allem keine Massen: Vorräte für eine Woche sind ausreichend – wie sonst auch, wenn man gut planen und nicht zu viel Zeit im Supermarkt verbringen will.

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Was sollten wir außer Lebensmitteln zuhause haben?

An Medikamenten in erster Linie Schmerz- und Fiebersenkungsmittel, Mittel gegen Durchfall und selbstverständlich die Medikamente, die man täglich nehmen muss – sofern das regelmäßig der Fall ist.

Nicht vergessen sollte man auch Toilettenpapier. Notfallsachen wie Reserve-Batterien, eine Splitter-Pinzette und Kerzen gehören eher nicht dazu.

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