Eine Einwegmaske liegt auf dem Boden  (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)

Kunststofffasern verrotten erst nach Jahrhunderten

Müllproblem Maske - wo Einweg-Masken hingehören

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Ein Mund-Nasen-Schutz ist in vielen Bereichen Pflicht. Oft landen Einweg-Masken achtlos am Boden. Wie sie richtig entsorgt werden und welche ökologische Alternative es gibt.

Raus aus der Straßenbahn, Einweg-Maske runter – aber dann: Wohin damit? Kein Mülleimer in Sicht. In die Handtasche oder die Jackentasche soll das Ding auch nicht, sie ist schließlich möglicherweise voller Krankheitserreger. Nicht wenige lassen ihre Einweg-Maske dann einfach am Straßenrand fallen. Belastbare Zahlen fehlen, aber hinschauen genügt.

Offenbar denken viele Menschen, die Masken seien aus Papier und würden ohnehin ganz schnell verrotten. Das stimmt aber nicht. Eine Schätzung von Greenpeace kommt auf 450 Jahre. So lange dauere es, bis sich eine weggeworfene Einweg-Maske zersetzt hat.

Benutzte Einweg-Masken und -Handschuhe richtig entsorgen

Die Antwort zur richtigen Entsorgung ist einfach: Außerhalb des medizinischen Bereichs gehören sowohl Einweg-Masken als auch Einweg-Handschuhe in den Restmüll. Denn dort werden sie dann verbrannt. Das ist eine Frage der Hygiene. Schließlich können sie mit Viren oder anderen Krankheitserregern belastet sein. Alle anderen Ideen, die es so gibt: Altpapier, Kompost, Toilette oder Gelber Sack – bitte schnell wieder vergessen.

Einweg-Masken gehören nach Gebrauch in den Restmüll, genauso wie Einweg-Handschuhe, erklärt auch der Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft.

Wenn ich also aus dem Bus oder aus der Straßenbahn steige und es ist kein Mülleimer in Sicht, dann ist es gut, wenn ich zum Beispiel einen verschließbaren Beutel für den Transport dabei habe. Dann kommen Einweg-Maske und -Handschuhe eben zuhause in den Restmüll. Eine andere Möglichkeit wäre, die Maske im Gesicht zu behalten, um sie erst zuhause abzuziehen und im heimischen Mülleimer zu entsorgen.

Einweg-Masken als Umweltproblem

Aus Asien gibt es längst Berichte von Einweg-Masken, die an die Meeresstrände angespült werden – zusätzlich zu all dem Plastikmüll, der bereits die Ozeane verschmutzt. Selbst wenn bei uns im Südwesten die nächste Küste weit entfernt ist: Wer Einweg-Masken nutzt, sollte damit auf keinen Fall die Landschaft vermüllen. Falls das Vlies der Einweg-Masken aus synthetischen Fasern sein sollte, dürften sie sich kaum zersetzen, davon geht auch der WWF aus. Dann hätten wir ein ähnliches Problem wie bei achtlos weggeworfenen Plastiktüten. Nur, dass auf die Einweg-Maske vielleicht auch jemand gehustet hat.

Die umweltfreundliche Alternative: Mund-Nasen-Schutz aus Stoff

Es geht aber auch ökologischer als ständig Einweg-Masken in den Restmüll zu werfen, so die Deutsche Umwelthilfe. Im öffentlichen Nahverkehr oder beim Einkaufen könne man in der Regel auch Mehrweg-Masken nutzen. Das sind die Masken aus Stoff, die sich hygienisch waschen und bügeln lassen. Man kann sie selbst nähen oder kaufen. Ein Mund-Nasen-Schutz aus Stoff verbraucht viel weniger Ressourcen – damit aus der Corona-Krise nicht auch noch eine Müll-Krise wird.

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