STAND

Die Corona-Pandemie verursacht hohe Kosten bei den gesetzlichen Krankenkassen. Versicherte müssen sich auf steigende Zusatzbeiträge einstellen.

Die gesetzlichen Krankenkassen haben einem Zeitungsbericht zufolge im dritten Quartal ein Defizit von drei Milliarden Euro gemacht. Am schlechtesten habe demnach die AOK abgeschnitten, hier betrug das Defizit 1,4 Milliarden Euro. Allein in Baden-Württemberg hat die AOK nach Informationen des SWR einen Verlust von 165 Millionen Euro im dritten Quartal gemacht. Das Minus habe nur durch ein starkes zweites Quartal aufgefangen werden können, so die AOK. Denn im Sommer seien die Ausgaben niedriger gewesen, weil viele Arztbesuche und Operationen wegen der Corona-Pandemie in den Herbst verschoben wurden.

Die Corona-Pandemie trifft auch die gesetzlichen Krankenkassen mit voller Wucht. Im Zusammenspiel mit jüngsten und gerade entstehenden Gesetzen in Berlin, die allein im kommenden Jahr eine Milliarde Euro aus der Gesundheitsversorgung in Baden-Württemberg abziehen werden, zeichnet sich für 2021 ein düsteres Bild. Wir appellieren daher an die Bundesregierung, auch die gesetzliche Krankenversicherung in dieser schweren Zeit mit ausreichenden Steuermitteln zu unterstützen.

Johannes Bauernfeind, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg

Unterm Strich trotzdem ein Gewinn

Nach den ersten neun Monaten dieses Jahres steht unter dem Strich trotzdem noch ein kleines Plus von 11 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte das Plus noch bei 28 Millionen Euro gelegen. Ohne Unterstützung der Bundesregierung seien die Kosten künftig nicht mehr zu stemmen. Die Versicherten müssten sich auf eine "Beitragsexplosion" einstellen, warnte Johannes Bauernfeind.

STAND
AUTOR/IN