Wasserflaschen aus Plastik von Kaufland. Die Verpackung besteht zu 100 Prozent aus recyceltem Plastik. (Foto: SWR)

Plastik, Recycling & Einwegprodukte

Nachhaltigkeit von Kaufland im Check

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AUTOR/IN
Nina Rathfelder
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Gesa Marx
Bild von Gesa Marx (Foto: G. Marx)

Beim Thema Umwelt wirbt Kaufland mit der Reduzierung von Plastikmüll und dem Einsatz nachhaltiger Textilien. Wie ist es wirklich?

Einweg- und Mehrweg

Die Schwarz-Gruppe, zu der Kaufland und Lidl gehören, hat ihr eigenes Recycling-Unternehmen. Sie stellt aus zurückgegebenen PET-Flaschen wieder neue her und nennt es „bottle to bottle“-Recycling. Dabei werden die Flaschen gehäckselt, gereinigt und aus Plastikkügelchen zu neuen Flaschenrohlingen gepresst.

Auch wenn sich heutzutage viele Supermarkt-Ketten dem Recycling verschrieben haben, weiß Thomas Fischer von der Deutschen Umwelthilfe:

„Die produzieren [die Plastikflaschen] also auch selbst, alles aus einer Hand. Das ist ein Unterschied zu anderen Akteuren. Die haben diese Kreislaufanlagen nicht und setzen auch nicht alle hundert Prozent Recyclingmaterial für Einweg-Plastikflaschen ein. Das heißt: Hier gibt es bei Kaufland durchaus einen Unterschied zu anderen Marken.“

Vergessen darf man aber nicht: Umweltfreundlich sind PET-Flasche dennoch nicht. Auch hier gibt es Material-Verluste, fünf Prozent pro Recycling-Umlauf. Zudem ist der Prozess wasser- und energieintensiv.

Nachhaltiger wären umweltfreundlichere Verpackungen wie Mehrwegflaschen, die regional vertrieben und bis zu 50-mal wieder befüllt werden können. Der Mehrweganteil bei Kaufland beträgt derzeit 50 Prozent. Gesetzlich gefordert ist eine Mehrwegquote von 70 Prozent. Damit liegt Kaufland 20 Prozent unter den im Verpackungsgesetz geforderten 70 Prozent.

Positiv: Beim Spülmittel-Angebot bietet Kaufland Produkte aus Recyclingmaterial sowie Nachfüllpacks. Zudem verzichtet der Supermarkt z. B. auf Joghurtdeckel – womit auch geworben wird.

Aber es gibt auch Nachholbedarf: Unser Check zeigt, dass es in Kaufland noch viele Einwegprodukte, wie z. B. von Tetrapak gibt. Das Verbundmaterial ist schwer zu recyclen. Besser wären mehr Angebote wie Mehrweg-Joghurtbecher oder -Milchflaschen, die wieder befüllt werden.   

“Wir arbeiten kontinuierlich daran, den Plastikanteil in unseren Verpackungen zu reduzieren. In den vergangenen drei Jahre haben wir den Plastikeinsatz insgesamt um 20 Prozent reduziert.”

“Wir arbeiten kontinuierlich daran, den Plastikanteil in unseren Verpackungen zu reduzieren. In den vergangenen drei Jahre haben wir den Plastikeinsatz insgesamt um 20 Prozent reduziert.”

Obst- und Gemüseverpackungen

Ein Verpackungs-Check der Deutschen Umwelthilfe hat zudem bei Obst und Gemüse ergeben, dass 55 Prozent vorverpackt sind. Und: Es gibt immer noch dünne Plastiktütchen, sogenannte Hemdchenbeutel, die kostenlos zur Verfügung gestellt werden.

Fazit: Kaufland hat das Problem von zu viel Plastikmüll verstanden. Sie beschäftigen sich mit dem Thema. Die Kette setzt teilweise Recyclingmaterial ein und auch die Recyclingfähigkeit von einigen Verpackungen wurde verbessert. Insgesamt sind zu viele Produkte unnötigerweise verpackt.

Der Slogan, dass Kaufland den Unterschied mache im Vergleich zu anderen Ketten und besser sei, trifft so in Teilen zu.

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