Schwäbische Unterwäsche – gute Qualität und faire Preise? Marktcheck checkt Mey

Im schwäbischen Albstadt sitzt der Unterwäschehersteller Mey. Er wirbt mit hoher Qualität und fairer, nachhaltiger Produktion. Doch lohnt sich der hohe Preis?

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
20:15 Uhr
Sender
SWR Fernsehen

Mey 1928 gegründet

Franz Mey gründete 1928 den Familienbetrieb Mey. Zu Beginn stellte das Unternehmen nur Stoffe für die Bekleidungsindustrie her. Seit 1948 produzierte Mey auch selbst Kleidung, 1959 spezialisierte sich das Familienunternehmen auf Damenunterwäsche. Seit 1984 führt Mey auch Herrenwäsche, 2007 stiegen die Albstädter schließlich in den umkämpften Dessousmarkt ein.

Preis-Leistung

Die Unterwäsche von Mey gehört zum höherpreisigen Segment. Dafür wirbt das Unternehmen mit hoher Qualität. Im Labor wird die Wäsche auf Abfärben, Verformung und Reißfestigkeit geprüft. Nach 15 Waschgängen ergraut der Stoff von Mey nur leicht. Die getestete Herren-Unterhose behält ihre Form und besteht den Reißfestigkeitstest.

Im Praxis-Check können die BHs von Mey überzeugen, sie sitzen gut und verrutschen auch beim Sport nicht. Anders sieht es bei den Unterhosen für Männer aus: Die Hose kann nur im Labor überzeugen, der Tragekomfort ist nicht besser, als bei der deutlich günstigeren Konkurrenz.

Design

Die Kollektion von Mey ist vielfältig, von Basic-Wäsche für den Alltag, über Outfits für Zuhause, bis hin zu Nachtwäsche und Dessous gibt es alles. Bei einer kleinen Modenschau am Mainzer Rheinstrand sind die Meinungen gespalten, 21 Menschen gefällt das Design, 18 nicht. Das gemischte Urteil überrascht das Unternehmen nicht, da man unterschiedliche Zielgruppen habe und diese unter einem Brand angesprochen werden sollen.

In diesem Bereich sind wir in der klassischen Weißwäsche unterwegs. Da genießt Mey ein sehr gutes Image als etwas Hochwertiges, etwas sehr Solides. So richtig sexy ist das natürlich nicht. Ich glaube, da ist tatsächlich die Herausforderung für die Marke, so einen Spagat zu machen. Hier dieses jüngere Image, was sie in den letzten Jahren tatsächlich in der Öffentlichkeit spielen, auch an die Kundin zu bringen.

Professor Peter Schmies, Akademie Mode- und Design

Image

Die Marke Mey wird von Passanten vorwiegend als teuer wahrgenommen. Eigentlich wünscht sich das Unternehmen, mit Qualität und Nachhaltigkeit in Verbindung gebracht zu werden.

Wir sind kein Billig-Produkt. Wir sind per se eine anspruchsvolle Premiummarke und es ist klar, dass der Großteil der Bevölkerung natürlich sagt, wir sind zunächst mal teuer. Es ist so ein bisschen das schwäbische Understatement, ja, wir tun einfach Dinge und reden zu wenig darüber. Das hat uns schon im letzten Jahr sehr stark beschäftigt. Das heißt, wir müssen stärker kommunizieren.

Matthias Mey, Geschäftsführer

Derzeit setzt das Unternehmen fast ausschließlich auf provokante Werbung, um auf sich aufmerksam zu machen. Gegenwärtig sind es Slogans wie „Echte Busenfreundinnen halten zusammen“ oder „Möpse mögen Mey“.

Ich denke, dass durch die klassische Anzeigenwerbung, die die Firma Mey schaltet, natürlich auch ein bisschen der Versuch zum Ausdruck kommt, die Marke etwas jünger, etwas spritziger zu transportieren. Im Grunde will man hier nicht nur auf Nachhaltigkeit und Qualität setzen, sondern man will natürlich auch ein bisschen zum Ausdruck bringen, dass mit Mey-Produkten die Frau, der Mann auch ein stückchenweit was über sich sagen kann.

Professor Markus Voeth, Martketingexperte der Universität Hohenheim

Um die Jüngeren stärker anzusprechen, setzt Mey auf Instagram. Aufwendige Fotos und kostspielige Kooperationen mit erfolgreichen Influencern wie Nina Süß und Lena Lademann. Doch die Zahl der Abonnenten zeigt auch hier, dass der Plan bislang nicht aufgeht: Der Account „meybodywear“ hat lediglich rund 7.000 Abonnenten.

Ob das am Ende wirklich der richtige Weg ist, da kann man durchaus darüber diskutieren, denn man braucht die jüngere Zielgruppe, um die Marke für Ältere auch interessanter zu machen, aber am Ende des Tages ist Kernzielgruppe immer noch die Gruppe der gutsituierten älteren Kunden, weil nur die in der Lage sind, auch den hohen Preis, den Mey-Produkte haben und auch haben müssen aufgrund ihrer Produktionsstätten in Europa, eben zahlen können

Professor Markus Voeth, Martketingexperte der Universität Hohenheim

Nachhaltigkeit

Mey produziert den Großteil seines Sortiments in Deutschland. Der Rest wird im europäischen Ausland gefertigt. Insgesamt arbeiten rund 1.000 Mitarbeiter für das Unternehmen. Die Garne für ihre Produkte beziehen die Albstädter aus Niedriglohnländern. Die Nachhaltigkeit steht für Mey allerdings im Zentrum der Marke.

Für mich ist Nachhaltigkeit der gesamte Wertschöpfungsprozess, also zu schauen, unter welchen Bedingungen wird ein Produkt produziert. Wie werden die Mitarbeiter bezahlt, wie wird entlohnt, in welchen Ländern bezahlen sie Tariflohn, bezahlen sie übertariflich? Das ist für uns ein großer Aspekt.

Matthias Mey, Geschäftsführer

Mey bezieht seine Baumwolle unter anderem aus Peru. Wir fliegen in den Norden des Landes. Von einer Spinnerei aus Trujillo bezieht Mey unter anderem seine Rohstoffe. Die Arbeiter verdienen den peruanischen Mindestlohn, das sind 253 Euro im Monat. Dennoch scheinen die Arbeiter zufrieden zu sein. Alle 300 Mitarbeiter der Firma sind auch festangestellt.

Das ist in Peru eher eine Seltenheit. 72 Prozent der Bevölkerung, die erwerbstätig sind, sind es im nicht-formellen Bereich. Das heißt, es ist eine kleine Sparte der peruanischen Bevölkerung, die von richtig formalisierten Arbeitsverhältnissen profitiert. Die Personen, die sie in dem Filmbeitrag zeigen, gehören dazu.

Thomas Wieland, Lateinamerikaexperte Adveniat

Mey hat, nach eigener Aussage, etwa 120 verschiedene Lieferanten, mit denen sie schon lange zusammenarbeiten. Zum Teil sollen es über 30 Jahre sein.

Fazit

  • Mey ist zwar teuer, kann aber in Sachen Preis-Leistung weitestgehend überzeugen. Punktabzug gibt es nur beim Tragekomfort der Herren-Unterhosen.
  • Das Design ist unentschlossen, der Spagat zwischen Stammkundschaft und junger Zielgruppe gelingt noch nicht.
  • Am Image muss Mey noch arbeiten, mit schwäbischem Understatement kann das Unternehmen seine Stärken nicht ausspielen.
  • Bei der Nachhaltigkeit kann Mey punkten – sogar bis zu den Lieferanten in Peru.

So finden Sie den passenden BH

Etwa 80 Prozent der deutschen Frauen tragen einen BH in der falschen Größe. Um die richtige Größe zu finden, sollten Frauen zunächst den Umfang unmittelbar unterhalb der Brust messen. Dieser Wert wird auf die nächste Größe auf- oder abgerundet, also auf 75, 80, 85, etc. und ergibt die Zahl bei der BH-Größe.

Unterbrustweite
Größe65707580859095100
Gemessene Unterbrustweite in cm63-6768-7273-7778-8283-8788-9293-9798-102

Anschließend sollten Frauen einen bequemen BH anziehen und den größten Umfang auf der Brust messen. Wichtig: Das Maßband muss hierzu waagrecht gehalten werden. Die Differenz des Brustumfangs und des Unterbrustumfangs ergibt die Körbchengröße.

Körbchengröße
Differenz (Brustumfang - Unterbrustumfang)Körbchengröße
10-12 cmAA
12-14 cmA
14-16 cmB
16-18 cmC
18-20 cmD
20-22 cmE
22-24 cmF
24-26 cmG

Wichtig: Das Unterbrustband sollte parallel zu den Körbchen verlaufen. Den neuen BH in den äußersten Häkchen, also in der weitesten Position, schließen. Richtig sitzt der BH, wenn noch zwei Finger zwischen Rücken und Unterbrustband passen. Die Träger sollten nicht in die Schultern einschneiden.

Das Körbchen des BHs sollte die Brust gut stützten und umschließen. Die Brust muss dabei vollständig in das Körbchen passen und weder seitlich, noch oben oder unten herausrutschen. Sonst ist der BH zu klein. Bügel und vorderer Steg des BHs sollten flach am Körper anliegen und nicht drücken.

Die Größen geben lediglich eine Orientierung. Denn je nach Hersteller können diese unterschiedlich ausfallen.

Dieser Beitrag gibt die Rechercheergebnisse der Erstausstrahlung vom 06.08.2019 wieder.

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