Saft-Imperium aus Rheinland-Pfalz Marktcheck checkt Eckes-Granini

Wie lecker und gesund sind Granini-Säfte wirklich? Und wie fair ist das Unternehmen - profitiert es von schlechten Arbeitsbedingungen für die Plantagen-Arbeiter.

Dauer

Hohes C und Granini sind die beiden erfolgreichsten Saftmarken Deutschlands. Sie kommen aus dem gleichen Traditionsunternehmen: Eckes-Granini in Nieder-Olm in Rheinland-Pfalz.

Geschichte

Die Geschichte des Saftherstellers beginnt allerdings hochprozentig: Der Obst- und Weinbauer Peter Eckes gründet 1857 in Nieder-Olm eine kleine Brennerei. Hier werden Spirituosen hergestellt.

Ab den 1930er Jahren kommen auch Verkaufsschlager wie Chantré und Eckes-Edelkirsch hinzu. In den Folgejahren erwirbt Eckes viele weitere bekannte Marken und wird zur größten und modernsten Brennerei Deutschlands.

Granini-Flaschen (Foto: SWR, SWR -)
Die Granini-Flasche sollte an eine Ananas erinnern. SWR -

1958 bringt Eckes mit Hohes C den ersten trinkfertigen Orangensaft Deutschlands auf den Markt.

Ende der 70er Jahre kommt die nächste Innovation: Eckes erfindet den Multivitaminsaft.

1994 übernimmt Eckes die Firma Granini und nennt sich ab jetzt Eckes-Granini. Der Verkaufsschlager damals wie heute: die Granini-Getränke in der Noppenflasche.

Erfunden wurde die Noppenflasche bereits Ende der 60er Jahre. Mit ihrer bauchigen Form und den Dellen sollte sie an eine Ananas erinnern und so für den hohen Fruchtanteil der Säfte stehen.

Marktführer in vielen Ländern

Mitte der 2000er Jahre trennt sich Eckes-Granini von seiner Alkoholsparte und wird zu einem der größten Fruchtsafthersteller Europas. In fast allen europäischen Ländern ist Eckes-Granini heute Marktführer mit seinen regionalen Produkten.

Aber wie gut und gesund sind die Granini-Produkte wirklich? Und wie fair verhält sich das Unternehmen als Arbeitgeber?

1. Check Qualität

Für unseren Test beginnen wir mit dem beliebtesten Saft der Deutschen, dem Apfelsaft. Wir kaufen fünf verschiedene Apfelsäfte ein:

  • Granini für 1,79 Euro
  • Rapp's für 1,39 Euro
  • Aldi für 79 Cent
  • gut&günstig (Edeka) für 79 Cent
  • Lidl für 79 Cent

Alle Preise gelten für den Liter Saft. In einem Beach Club in der Nähe von Mainz bitten wir 100 Sonnenhungrige zum Geschmacks-Test. Welche der fünf Marken sie gerade probieren verraten wir nicht.

Ergebnis

Die Bar-Besucher mochten den Apfelsaft von Edeka (gut&günstig) am liebsten. Für ihn haben 26 von 100 gestimmt. Etwas schlechter abgeschnitten haben die Säfte von Lidl und Granini - beide haben 22 Stimmen bekommen. Deutlicher Verlierer ist der Markensaft von Rapp's, er hat nur zehn Stimmen erhalten.

Wie viel Frucht steckt drinnen?

Von der Marke "Granini Trinkgenuss" in der bekannten Noppenflasche gibt es noch viel mehr Sorten. Auf seiner Internetseite schreibt das Unternehmen: "Granini Trinkgenuss ist bekannt für besonders fruchtige und leckere Geschmacksrichtungen." Doch wie viel Frucht steckt tatsächlich in den Flaschen? Das überprüft SWR-Ernährungsexpertin Sabine Schütze für uns im Supermarkt.

Etikett mit der Aufschrift "Fruchtgehalt mindestens 25%" (Foto: SWR)
Verbraucher sollten bei Fruchtsaftgetränken auf den Saftgehalt schauen.

Der Verbraucher sollte bei Fruchtsaftgetränken genau hinschauen, rät Sabine Schütze. "Etliche Säfte sind gar keine, sondern Nektare." Denn bei Saft muss der Fruchtsaftgehalt 100 Prozent betragen. Nektare müssen dagegen nur mindestens 25 bis 50 Prozent Fruchtgehalt haben, je nach Frucht. Der Rest ist vor allem Wasser und Zucker. Bei einigen Früchten machen Nektare durchaus Sinn, so sind manche Früchte beispielsweise so sauer, dass sie als reiner Saft nicht schmecken würden.

Bei den Granini-Nektaren steht der Fruchtsaftgehalt nur hinten auf der Flasche. Das Etikett wirbt mit der jeweiligen Frucht, ohne dass klar gesagt wird, dass es sich um einen Nektar handelt. Will Granini die Angabe verschleiern? Wir versuchen zwei Monate lang, einen Interviewtermin mit dem Geschäftsführer zu vereinbaren und bekommen schließlich eine Absage - angeblich aus Zeitgründen. Schriftlich teilt man uns mit:

"Hier folgen wir den geltenden rechtlichen Bestimmungen. Der Fruchtgehalt […] ist in der ausführlichen Produktbeschreibung eindeutig ablesbar."

Pestizide im Saft?

Stecken neben Früchten, Wasser und Zucker auch Pestizide in den Flaschen? Brasilien, das Hauptanbauland für Orangen, ist bekannt für große Mengen an Agrargift. Viele Landarbeiter haben sogar gesundheitliche Probleme wegen der Chemikalien. Doch landen die auch im Saft? Das hat die Zeitschrift Ökotest im April untersucht. Von 20 Säften schnitten alle gut ab. Bis auf zwei, einer davon Hohes C von Eckes-Granini. Hier fanden sich Spuren eines Pflanzenschutzmittels.

Es bestehe jedoch keine Gefahr für den Verbaucher, so Birgit Hinsch von "Ökotest": "Der geringe Rückstand des Pestizids, was wir in dem Hohes C Saft gefunden haben, ist unbedenklich."

Nahaufnahme des Etikettes einer Flasche Hohes C (Foto: SWR)
In Hohes C wurden Rückstände eines Pestizids gefunden.

Fazit Qualitäts-Check: Geschmacklich kann der teure Apfelsaft von Granini nicht ganz überzeugen, Wie viel Frucht in der Flasche steckt, ist erst auf den zweiten Blick zu erkennen und im Hohes C Orangensaft fanden sich Spuren eines Pestizids.

2. Check: Gesundheit

Zuckerstücke vor Bionade und bitter Lemon (Foto: SWR)
In den meisten Limonaden ist viel Zucker.

In den vergangenen Jahren hat Eckes-Granini seine Marke "Die Limo" erfolgreich auf dem Markt etabliert - obwohl Limonaden einen Ruf als ungesunde Dickmacher haben. So viele Zuckerwürfel stecken tatsächlich in einem 300-Mililiter-Glas verschiedener Limos (alle Preise pro Liter):

  • Bitter Lemon von Schweppes (1,51 Euro): Zwölf Zuckerwürfel
  • "Die Limo" Limette und Zitrone von Granini (1,11 Euro): Zehn Zuckerwürfel
  • Sprite (99 Cent): Neun Zuckerwürfel
  • Bionade Zitrone Bergamotte (2,39 Euro): Fünf Zuckerwürfel

Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt einen Tagesbedarf an Zucker von 25 Gramm. Mit einem 300-ml-Glas liegt man also bei allen Marken außer der Bionade bereits darüber.

Zuckerreduzierte Limos

Der Ruf von gezuckerten Getränken ist schlecht. Das haben auch die Hersteller erkannt. Eckes-Granini will den Gehalt des zugesetzten Zuckers in seinen Produkten bis 2020 senken und hat schon dieses Jahr zwei zuckerreduzierte Limonaden auf den Markt gebracht. Sie kommen auch ohne Süßungsmittel aus.

Ist Süßstoff gesünder?

Im Gegensatz zu den meisten anderen Herstellern. Bei vielen haben die Limonaden zwar null Zucker und kaum Kalorien, dafür aber viele Süßstoffe. Was ist gesünder? Ernährungsmediziner Matthias Riedl: "Es kann nicht der Weg sein, Zucker durch Süßstoffe und Süßungsmittel zu ersetzen, weil die - und das wissen wir aus einigen Studien - möglicherweise unser Darmsystem stören, die guten Darmbakterien in ihrem Wachstum behindern und sogar vielleicht selbst diabetesfördernd sind", so der Experte. "Deshalb ist der richtige Weg, dass die Nahrungshersteller Stück für Stück jedes Jahr den Zuckeranteil reduzieren."

Wie gesund ist Saft?

Und wie sieht es beim Saft aus? Der besteht zwar zu 100 Prozent aus Frucht, doch auch in ihm steckt jede Menge Zucker. Oftmals genauso viel oder sogar mehr als in Limonade. Aber ist Saft deshalb genauso ungesund wie Soft-Drinks? Das wollen wir testen. Unsere Probandin soll an drei Tagen auf nüchternen Magen jeweils 30 Gramm Zucker zu sich nehmen.

Am ersten Tag stecken die in einem Glas Cola, am zweiten Tag in einem Glas Apfelsaft und am dritten Tag muss unsere Probandin für die gleiche Menge Zucker zwei Äpfel essen. Wie wird ihr Körper auf Cola, Saft und Apfel reagieren? Das finden wir heraus, indem wir ihren Blutzucker messen.

Dickmacher Insulin

Matthias Riedl: "Je stärker der Blutzuckeranstieg, desto mehr Insulin muss unser Körper produzieren und Insulin hat einen entscheidenden Nachteil, es hemmt den Fettabbau und schlimmer noch: es führt zum Fettaufbau, mit anderen Worten - es macht dick."

Wir messen den Blutzucker jeden Tag ein Mal vor und mehrmals nach der Trinken beziehungsweise Essen. Alles wird genau dokumentiert. Gibt es trotz gleicher Zuckermenge durch Cola, Apfelsaft und Apfel Unterschiede im Blutzuckerspiegel? Ernährungsmediziner Dr. Matthias Riedl wertet die Messungen aus.

Ergebnis des Tests

"Die Ergebnisse sind ganz eindeutig und unterscheiden sich stark", so Riedl. "Die Cola hat nach einer ganz kurzfristigen Blutzuckerspitze eine rasante Talfahrt genommen und die ging sogar in diesem Fall so weit, dass sie in unterzuckerungs-nahe Bereiche gekommen ist und da ist es ganz klar, dass man sich dann schlapp fühlt und sogar Hunger hat."

Beim Apfelsaft schwankt die Blutzuckerkurve wegen des höheren Fruchtzuckeranteils nicht so stark. Saft ist also besser als Cola.

"Am Idealsten ist es beim Apfel", so der Ernährungsmediziner. "Dort kommt der höhere Fruchtzuckeranteil zusammen mit den Ballaststoffen, und dem gesamten Apfel, der viel länger verdaut werden muss. Das macht uns zufrieden und satt und lässt den Blutzuckerspiegel kaum ansteigen und hält ihn auf konstantem Niveau, wir fühlen uns damit besser."

Das Ergebnis unseres Tests wird durch mehrere Studien bestätigt. Saft ist also trotz seines hohen Zuckergehalts gesünder als Soft-Drinks. Dennoch sollte er nur in Maßen getrunken werden.

Verschiedene Plussäfte von Granini  (Foto: SWR)
Die "Plus"-Säfte sind mit Nährstoffen angereichert.

Wie gesund sind zugesetzte Nährstoffe?

Und wie steht es um den Gesundheitsfaktor der Plus-Säfte mit extra Nährstoffen? Eckes-Granini hat sein Sortiment dieses Jahr um drei Plus-Sorten erweitert. Pro-Vitamin A soll beispielsweise die Sehkraft erhalten. Calcium und Vitamin D sollen Kinder mit wichtigen Nährstoffen versorgen, so die Werbeversprechen.

"Diese Säfte sind eine Meisterleistung an einem Wahrheits-verfälschenden Marketing weil sie den Eindruck suggerieren, dass dieses für die Knochen günstig ist", so das Urteil von Ernährungsmediziner Riedl. "Kinder, die ein Glas davon zu sich nehmen, haben schon das maximale an Zucker am Tag zu sich genommen. Die Knochen von Kindern stärkt man ganz eindeutig durch grünes Gemüse, durch kalziumreiches Mineralwasser oder auch durch Mandeln."

Was sagt Eckes-Granini? Das Unternehmen kann das nicht nachvollziehen: "Dass Calcium und Vitamin D eine bedeutende Rolle für Knochenwachstum und -entwicklung bei Kindern spielen, ist wissenschaftlich erwiesen. [...] den Zucker aus Obst und Gemüse sollte man in Maßen genießen: Saft ist kein Durstlöscher", so das Unternehmen auf Anfrage.

Überversorgung mit Vitaminen problematisch?

Besonders viele Vitamine und Mineralstoffe stecken im Multivitamin-Saft von Hohes C. Ein 300 ml Glas deckt den Tagesbedarf an Vitamin A,E,C, Folsäure und B-Vitaminen bereits zu 120 Prozent. Wer eine ganze Flasche trinkt, erreicht sogar rund 400 Prozent. Super gesund oder doch problematisch? "Wenn wir Säfte haben, die den Tagesbedarf an Vitaminen zu über 100 Prozent abdecken, ist der Körper überversorgt und wir wissen nicht genau welche negativen Effekte dadurch entstehen", gibt Riedl zu bedenken. "Aus Studien ist allerdings zu befürchten, dass die Sterblichkeit dadurch gesteigert werden könnte."

Bei Eckes-Granini sieht man das anders. "Gesundheitsschädlich sind die Vitamingehalte bei normalem Konsum weder für Erwachsene noch für Kinder", so das Unternehmen.

Fazit Gesundheits-Check: Trotz ihres hohen Zuckergehalts sind Säfte gesünder als Soft-Drinks. Allerdings sind künstlich zugesetzte Vitamine meist kein Plus für unsere Gesundheit.

3. Check: Marketing

Was macht Granini so erfolgreich? Vor allem die typische Noppenflasche sorgt für einen hohen Wiedererkennungswert, so Marketing-Experte Markus Voeth von der Uni Hohenheim.

Die Verkaufszahlen für Fruchtsaft sinken in Deutschland jedoch seit Jahren. "Fruchtsäfte stehen nicht gerade für die gesündeste Form, Flüssigkeit aufzunehmen", erklärt Markus Voeth. "Sie stehen im Ruf, dass sie Zucker haben, dass sie Dickmacher sind und das wiederum führt dazu, dass viele gesundheitsbewusste Menschen auf den Konsum von Fruchtsäften verzichten."

Klaas Heufer-Umlauf mit Limoflasche in der Hand (Foto: SWR)
Klaas Heufer-Umlauf macht zusammen mit Joko Winterscheidt Werbung für Die Limo.

Eckes-Granini stellt seit einigen Jahren sogenannte Plus-Säfte mit zugesetzten Vitaminen und Mineralstoffen her. Außerdem versucht das Unternehmen mit modernen Produkten zu punkten. In einer riesigen Werbekampagne wird "Die Limo" von den bekannten Fernsehmoderatoren Joko und Klaas als geschmacklich neuartige Limonade angepriesen. So will Eckes-Granini jüngere Käufergruppen gewinnen.

Fazit Marketing: Eckes-Granini hat es zum erfolgreichsten Hersteller von Fruchtsaftgetränken in Europa gebracht, mit innovativen, hippen Produkten versucht das Unternehmen neue Käufergruppen zu gewinnen.

4. Check: Fairness

Deutschlandkarte mit Standorten von Granini (Foto: SWR)
In Deutschland arbeiten rund 600 Menschen an drei Standorten für Granini.

Wie fair geht Eckes-Granini mit seinen Mitarbeitern und Zulieferern um? Das Unternehmen hat in Deutschland rund 600 Mitarbeiter. Die Meisten arbeiten am Hauptsitz in Nieder-Olm, ein Teil an den beiden Produktionsstandorten in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen.

Dieses Jahr hat das Magazin "Focus Business" Eckes-Granini als attraktivsten rheinland-pfälzischen Arbeitgeber ausgezeichnet, deutschlandweit belegt Eckes-Granini Platz 43 von 1.000 Unternehmen.

Betriebsrat und Gewerkschaft berichten Marktcheck von guten Arbeitsbedingungen. In Deutschland scheint Eckes-Granini also fair mit seinen Mitarbeitern umzugehen.
Aber wie sieht es mit den Zulieferern im Ausland aus?

Orangen kommen aus Brasilien

Beispielsweise in Brasilien, wo die Orangen herkommen. Citrosuco, das größte Orangensaft exportierende Unternehmen weltweit, wurde in den 60er Jahren von Ludwig Eckes mit gegründet. Inzwischen hat Eckes-Granini keine Anteile mehr an dem Unternehmen.

Citrosuco dominiert mit zwei anderen großen Playern den globalen Markt. Eckes-Granini kauft bei allen dreien ein.

Arbeiter werden ausgebeutet

Sandra Dusch-Silva von der Christlichen Initiative Romero beklagt, dass bei der Orangenernte in Brasilien gegen die Arbeitsrechte verstoßen werde. Der Lohn der Arbeiter und Arbeiterinnen reiche nicht für ein menschenwürdiges Leben.

Sandra Dusch-Silva von der Christlichen Initiative Romero (Foto: SWR)
Sandra Dusch-Silva von der Christlichen Initiative Romero

"Der ist viel zu niedrig und dafür schuften sie im Akkord. Sie müssen über 1,5 Tonne pro Tag auf ihrem Rücken tragen, und sie setzen sich gesundheitsgefährdenden Bedingungen aus."

Sandra Dusch-Silva, Christliche Initiative Romero

Die Arbeiter bekämen keine richtige Schutzkleidung gegen die hochgiftigen Pestizide. Und bei zwei der drei großen Produzenten seien von brasilianischen Behörden sklavenarbeitsähnliche Zustände festgestellt worden.

"Viele kommen 3.000 Kilometer entfernt aus dem Nordosten, werden mit Versprechungen in den Süden zur Ernte gelockt, die werden nie umgesetzt", erzählt Sandra Dusch-Silva. "Sie sind sozusagen dort vor Ort gefangen in einer finanziellen Abhängigkeit zum Vorarbeiter, erhalten keinen Lohn oder einen viel zu geringen Lohn und können sich aus der Situation nicht selbst befreien."

Verantwortung der Unternehmen

Sandra Dusch-Silva macht auch deutsche Unternehmen wie Eckes-Granini für die Missstände verantwortlich. "Eckes-Granini müsste vor Ort sich dafür einsetzen, dass Menschenrechte respektiert werden und das auch einfordern bei den Saftherstellern, bei den Plantagenbesitzern, bei denen sie Orangen zum günstigen Preis kaufen."

Arbeiter auf einer Orangen-Plantage (Foto: SWR)
Die Plantagen-Arbeiter haben keine ausreichende Schutzkleidung, so der Vorwurf.

Wie steht Eckes-Granini zu dem Vorwurf, dass auf den Plantagen weder Arbeits- noch Menschenrechte eingehalten würden? Das Unternehmen schreibt uns, dass es ihm wichtig sei, Einfluss auf die Bedingungen zu nehmen, unter denen die Rohwaren erzeugt werden. "Wir beziehen unsere Rohwaren daher ausschließlich von Lieferanten, mit denen wir langjährig zusammenarbeiten und die auch Mitglied der SGF International sind, einem Kontrollsystem der Fruchtsaftbranche", schreibt Eckes-Granini.

Wir schauen uns das Kontrollsystem SGF genauer an und stellen fest: Im Präsidium sitzen einer der drei großen brasilianischen Orangensaftproduzenten sowie mehrere Safthersteller, darunter Eckes-Granini. Die Unternehmen kontrollieren sich also selbst.

Fazit Fairness: Eckes-Granini ist fair zu seinen Mitarbeitern in Deutschland, allerdings bezieht es seine Orangen auch aus Brasilien - wo Pflücker unter erbärmlichen Zuständen arbeiten.

Dieser Beitrag gibt die Rechercheergebnisse der Erstausstrahlung vom 28.08.2018 wieder.

AUTOR/IN
STAND
ONLINEFASSUNG