Ein Stempel mit der Aufschrift Kündigung (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Foto: Ralf Hirschberger/dpa-Zentralbild/dpa)

Kündigung nach einem Schaden

Das sollten Sie wissen, wenn die Versicherung kündigen will

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Annika Erbach
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Thomas Oberfranz

Tritt ein Schaden auf, meldet man ihn der Versicherung. Manche Versicherungen kündigen ihren Kunden daraufhin aber den Vertrag. Was Sie in so einem Fall tun können.

Nicht nur Versicherte dürfen ihrer Versicherung kündigen - auch umgekehrt ist es erlaubt. "Es ist weithin unbekannt, dass Haftpflichtversicherungen, private als auch berufliche, irgendwann nach Schadensfällen kündigen oder die Prämien so weit erhöhen, dass sie unbezahlbar sind", sagt Rechtsanwalt Dr. Joachim Fiala.

Wann dürfen Versicherungen kündigen?

Versicherungen dürfen dem Kunden kündigen. Das können sie zum Ende eines Vertragsjahres tun, oder zum Ende einer vereinbarten Frist. Die Kündigungsfrist beträgt dabei drei Monate. Nach Schadensfällen haben Versicherungen ein außerordentliches Kündigungsrecht. Hier beträgt die Kündigungsfrist einen Monat, nachdem die Verhandlungen über die Entschädigung abgeschlossen worden sind.

Bei Rechtsschutzversicherungen gilt die Besonderheit, dass Versicherer den Vertrag dann kündigen können, wenn der Versicherte zwei- oder mehrmals innerhalb von zwölf Monaten seine Versicherung in Anspruch genommen hat.

Ombudsmann für Versicherungen

Wenn Sie den Eindruck haben, eine Versicherung hat eine falsche Entscheidung getroffen, dann können Sie sich an den Ombudsmann für Versicherungen wenden. Diese Stelle ist unabhängig und prüft für Verbraucher kostenfrei, ob sie mit ihrem Einwand richtig liegen. Der Ombudsmann hat die Möglichkeit, Versicherungsunternehmen zu einer Leistung von bis zu 10.000 Euro zu verpflichten. Durch diese Schlichtungsstelle sind außergerichtliche Einigungen möglich.

Hinweis- und Informationssystem der Versicherer

Kündigt eine Versicherung einem Versicherungsnehmer, so vermerkt sie dies im Hinweis- und Informationssystem der Versicherungswirtschaft (HIS). Auf dieses Register haben auch andere Versicherungen Zugriff. Dies kann dazu führen, dass der ehemalige Versicherte auch bei anderen Versicherungen entweder keinen Vertrag mehr erhält, oder nur Verträge zu deutlich teureren Konditionen. Einträge in der Kartei werden nach spätestens fünf Jahren gelöscht. Für die Versicherer ist das System wichtig, um banden- oder gewerbsmäßigen Versicherungsbetrug besser erkennen zu können. Davon, so die Versicherer, sollen wiederum alle Verbraucher durch günstigere Preise profitieren.

Kündigungsumkehr

Der Bund der Versicherten rät Kunden, denen gekündigt wurde, dazu, die Versicherung zu fragen, ob eine Kündigungsumkehr möglich ist. Das bedeutet, dass der Versicherte seiner Versicherung kündigt und nicht umgekehrt. Der Vorteil: Bei Versicherungen wird häufig gefragt, wer wem gekündigt hat. Hat die Versicherung gekündigt, sind neue Versicherungen skeptisch. Hat hingegen der Versicherte gekündigt, erhöht das die Chancen, von einer anderen Versicherung aufgenommen zu werden.

Versicherungsvertreter oder -makler, die ein aktives Bestandskundenmanagement betreiben, informieren ihre Klienten frühzeitig über die anstehende Kündigung durch die Versicherung. Dadurch hat der Verbraucher die Möglichkeit, der Kündigung seitens der Versicherung zuvor zu kommen.

Versicherungen fragen bei Anträgen auch danach, wie viele Schäden es in den letzten Jahren gegeben hat - und wie hoch diese waren. Die Angaben darüber müssen wahrheitsgemäß gemacht werden. Es empfiehlt sich daher, mehrere Versicherungen gleichzeitig anzufragen und zu vergleichen.

Vertragssanierung

Möchten oder können Sie ihre Versicherung nicht kündigen, so können Sie bei Ihrer Versicherung nach einer Vertragssanierung fragen. Das kann beispielsweise bedeuten, dass sie die Selbstbeteiligung erhöhen oder Leistungen aus der Versicherung ausschließen. Möglicherweise zieht die Versicherung die Kündigung daraufhin zurück.

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