Warenkunde Kohl

Gesunde Kohlköpfe vielseitig zubereitet

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Weißkraut, Rotkohl oder Wirsing: Das Gemüse enthält viele Vitamine und Mineralstoffe und stärkt das Immunsystem. Erfahren Sie, wie man die Köpfe lecker zubereitet.

Wir stellen verschiedene Kohlsorten vor - vom regionalen Filderkraut bis hin zum Grünkohl. Wir klären, was in den Kohlköpfen drin steckt, wie gesund sie sind und wie sie lecker zubereitet werden können - auch jenseits des klassischen Sauerkrauts.

Vitamin C-Bombe Kohl

Kiwi, Zitrone oder Orange: Wo steckt am meisten Vitamin C drin?

Die richtige Antwort lautet: Woanders!

  • Paprika enthält 120 mg Vitamin C pro 100 Gramm
  • Auch der Kohl schneidet sehr gut ab. 100 Gramm Grünkohl enthalten 105 mg Vitamin C - somit sichert sich der Grünkohl Platz zwei.
  • Erst auf dem dritten Platz landen Zitronen und Orangen mit 50 mg Vitamin C pro 100 Gramm, aber auch der Weiß- und der Rotkohl enthalten diese Mengen. Kohl ist also eine richtige Vitamin C-Bombe.

Deutsches Wintergemüse: So gesund sind Kohl, Rüben, Beeten und Co.

Weißkohl

In Deutschland ist Weißkohl die am häufigsten angebaute Kohlsorte und gedeiht im Herbst auf den deutschen Äckern. Dabei wachsen die runden Weißkohlköpfe überwiegend im Norden. Sie werden extra für die Industrie flach gemacht, damit sie sich maschinell gut hobeln lassen.

Im Süden, vor den Toren Stuttgarts auf den Fildern, wächst vor allem der Spitzkohl. Sein Geschmack ist feiner und die Blätter zarter. Aus dem sogenannten Filderkraut wird vor allem Sauerkraut produziert.

Sauerkraut war viele Jahrunderte lang der wichtigste Vitaminlieferant im Winter. Und auch heute noch wird etwa die Hälfte der deutschen Weißkohl-Ernte zu Sauerkraut verarbeitet.

Rotkohl

Rotkohl hat kräftige, wachsartige Blätter und einen festen Kopf. Von seiner schönen roten Farbe kommt sein Name - beziehungsweise seine Namen. Denn je nach pH-Wert des Bodens, auf dem er wächst, hat der Kohl eher rote, blaue oder violette Blätter. Ein besonders saurer Boden führt beispielsweise zu einem sehr roten Rotkohl. Das liegt an seinen Anthocyanen, den wasserlöslichen Pflanzenfarbstoffen.

Diese Stoffe sind aber nicht nur für die Farbgebung interessant:

"Ihnen wird nachgesagt, dass sie Radikalfänger sind, auch dass sie Krebs abwehrende Funktionen haben sollen. Was nachgewiesen ist: die Immunabwehr wird dadurch gestärkt"

Wirsing

Im 18. Jahrhundert kam der Wirsing nach Deutschland - inzwischen ist er hier ganzjährig zu erhalten. Sein typisches Merkmal sind die krausen und gewellten Blätter. Sie liegen lockerer aufeinander als die des Weiß- oder Rotkohls. Dadurch gibt es aber auch Lufträume zwischen den Blättern, deshalb ist der Wirsing nicht so lange haltbar wie andere Kohlsorten. Seine Inhaltsstoffe hingegen können punkten: Wirsing enthält zwei Mal so viel Eisen und Eiweiß wie Rot- oder Weißkohl.

Und auch in seiner Form ist er vielfältig. Ebenso wie beim Weißkohl, kann man runde und spitz zulaufende Wirsingsorten kaufen. Je nach Sorte und Jahreszeit kann der Wirsing übrigens hell- oder dunkelgrün sein.

Grünkohl

Der Grünkohl - streng genommen gar kein Kohlkopf - ist vor allem in Norddeutschland beliebt. Während die Kohlsorte in Süddeutschland weniger bekannt ist, hat sich im Norden Deutschlands die Kultur der Kohl-Fahrten entwickelt: Deftige Grünkohlspeisen gepaart mit einer Wanderung und einem Leiterwagen voll Hochprozentiges.

Aber auch in den USA gilt der Grünkohl derzeit als hippes Super-Food. Die Ernährungsexpertin Johanna Ott weiß warum:

"Der Grünkohl, das ist überhaupt die Kohlsorte, die im Grunde genommen alles kann. Hat alle wertgebenden Stoffe, die wir uns in der Ernährung vorstellen. Die ganzen bioaktiven Substanzen sind enthalten, 49 sind nachgewiesen. Wahrscheinlich vorbeugend gegen Krebserkrankungen, gegen Herz-Kreislauf, immunregulierend. Wir haben hohe Eisengehalte, die im Grunde genommen mithalten mit einem Schweinekotelett. Dann haben wir die ganze Palette an Vitaminen vertreten."

Erkennbar ist der Grünkohl an seinen großen, krausen Blättern. Teilweise steht das Gemüse bis nach dem ersten Frost auf den Feldern - dann steigt der Traubenzuckergehalt in den Blättern und sie schmecken schlicht besser.

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