Auch im vergangenen Jahr hat es viele Beschwerden über Online-Käufe gegeben. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / dpa | Jens Büttner)

Online-Handel und Online-Dienstleistungen

Online-Käufe: Beschwerden vor allem bei Reisen und Bestellungen

STAND
AUTOR/IN
Tobias Frey

Im vergangenen Jahr haben sich viele Verbraucher über Online-Händler und Online-Reisebüros beschwert. Das zeigt die Jahresbilanz des Europäischen Verbraucherzentrums Deutschland.

Die Beschwerden über Online-Käufe lagen auch im vergangenen Jahr auf einem hohen Niveau. Beim Europäischen Verbraucherzentrum Deutschland mit Sitz in Kehl im Ortenaukreis gingen im Jahr 2022 rund 8.000 Beschwerden und Anfragen ein, wie die Verbraucherschützer auf SWR-Anfrage mitteilten. Das waren fast genauso viele wie 2021.

In der Statistik sind Beschwerden von deutschen Verbrauchern erfasst, die mit einem Händler oder Reisebüro im EU-Ausland Probleme hatten. Aber auch ausländische Kunden, die Probleme mit einem deutschen Unternehmen hatten, konnten sich an das Europäische Verbraucherzentrum Deutschland wenden.

Online-Dienstleistungen: Viele Beschwerden über gebuchte Reisen

Die Gründe für die Beschwerden sind nach Angaben der Verbraucherschützer sehr unterschiedlich: Laut Statistik beschwerten sich die Menschen vor allem über im Internet gebuchte Reisen, die nicht wie geplant stattfanden. So haben sich Verbraucher zum Beispiel über Flugverspätungen oder annullierte Flüge beklagt. Oder es gab Beschwerden über verlorenes oder beschädigtes Gepäck.

Auch bei gebuchten Ferienwohnungen kam es im vergangenen Jahr häufig zu Problemen - zum Beispiel bei der Stornierung, sagte ein Sprecher des Europäischen Verbraucherzentrums Deutschland. Außerdem habe es 2022 vermehrt Beschwerden über plötzliche Strompreiserhöhungen bei gebuchten Ferienwohnungen gegeben.

Bereits geschlossene Verträge seien grundsätzlich einzuhalten, deshalb ist eine nachträgliche Strompreiserhöhung nach Ansicht der Verbraucherschützer nicht zulässig. Allerdings gebe es hier keine EU-weit einheitliche Regelung. So dürften Vermieter zum Beispiel in Österreich "unter bestimmten strengen Bedingungen eine Preiserhöhung vornehmen".

Online-Käufe: Defekte oder falsch gelieferte Waren

Ebenfalls Probleme hat es im vergangenen Jahr beim Kauf von Waren im Internet gegeben. So bestellten Verbraucher beispielsweise hochwertige Telefone, erhielten dann aber nur Billigprodukte. Oder es wurden gar keine Produkte geliefert.

Verbraucher sollten deshalb unter anderem das Impressum, Kundenbewertungen oder auch das Gütesiegel eines Online-Händlers prüfen. Es empfiehlt sich außerdem zu schauen, welche Zahlungsmethoden der Online-Händler anbietet - Zahlungen per Vorkasse sollten nur bei seriösen Anbietern getätigt werden.

Abzocke im Internet So enttarnen Sie Fake-Shops und dubiose Anbieter im Netz

Betrüger versuchen auch in der Corona-Pandemie, Verbraucher mit gefälschten Online-Shops und Dienstleistungen über den Tisch zu ziehen. Hier die wichtigsten Tipps, das zu erkennen.

Marktcheck SWR Fernsehen

Beschwerden über Online-Glücksspiele

Zugenommen haben nach Angaben des Europäischen Verbraucherzentrums Deutschland auch die Beschwerden über Online-Glücksspiele. So hätten Verbraucher bei illegalen Glücksspielanbietern gespielt und anschließend verlorene Spieleinsätze zurückgefordert.

Zwar würden die Gerichte dazu sehr unterschiedlich urteilen. Unter bestimmten Umständen sei es aber möglich, bei Online-Casinos verspieltes Geld wieder zurückzubekommen. Die wichtigste Voraussetzung ist nach Ansicht der Verbraucherschützer, dass die Verbraucher zum Zeitpunkt der Spielteilnahme nicht gewusst haben, dass das Glücksspielangebot illegal ist.

STAND
AUTOR/IN
Tobias Frey