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Besser Waschen durch die Postleitzahl: dass versprechen neue „Baukasten-Waschmittel“, bei denen man Enthärter und Bleichmittel selbst dosiert. Doch funktioniert das wirklich?

Hip erscheinende Waschmittel-Hersteller werben damit, dass man ein umweltfreundlicheres Waschmittel bekommt, wenn man nur die Postleitzahl eingibt. Denn dann erhält man eine speziell auf die jeweilige Region abgestimmte Waschmittel-Rezeptur.

In der Theorie klingt das gut, aber letztlich ist es nur ein „alter Hut“, der neu entdeckt wurde, meint SWR-Umweltredakteurin Sabine Schütze. Anhand der Postleitzahl weiß der Hersteller, ob mein Leitungswasser sehr kalkhaltig ist, also hart, oder ob es wenig Kalk enthält und weich ist. Daran werden dann die waschaktiven Substanzen angepasst. Dass sind die so genannten Tenside, also die Wirkstoffe, die die Wäsche sauber machen. Bei weichem Wasser braucht man nämlich deutlich weniger davon als bei hartem Wasser.

Baukasten-Waschmittel sind letztlich bloß ein „alter Hut“

Bio Spül- und Waschmittel des österreichischen Herstellers Planet Pure stehen während der Öko-Fachmesse Biofach am Stand des Unternehmens an einer Abfüllstation. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Daniel Karmann/dpa)
Baukasten-Waschmittel versprechen, die einzelnen Bestandteile individuell zu kombinieren. picture alliance/Daniel Karmann/dpa

Zum einen sind solche Angebote meist teurer als normale Waschmittel und bieten dafür dann tatsächlich nur ein kleines bisschen mehr an Individualisierung als diese: denn meist gibt es ein Waschmittel für weiches, eines für normales und eines für hartes Wasser aus dem Baukasten. Dafür kann man aber auch sein normales Standardpulver verwenden. Man muss es eben nur der jeweiligen Wasserhärte entsprechend dosieren.

Wie das genau geht, steht eigentlich auf jeder Waschmittel-Packung drauf. Umfragen zeigen allerdings immer wieder, dass wir oft zu viel Waschpulver verwenden. Das macht die Wäsche nicht sauberer, belastet aber die Umwelt mehr.

Was kann ich selbst tun, um möglichst nachhaltig zu waschen

Weiße Wäsche hängt am 16.07.2014 mit bunten Wäscheklammern auf einer Wäscheleine in einem Garten in Hannover (Niedersachsen).  (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / dpa)
Nicht nur sauber, sondern rein. Dafür braucht es nicht immer viel Waschpulver. picture alliance / dpa

Grundsätzlich helfen hier drei Tipps, um künftig umweltfreundlicher zu Waschen:

  • Nicht unnötig oft waschen: Also tatsächlich nur die Maschine anschmeißen, wenn die Wäsche wirklich dreckig und die Waschmaschine dann auch wirklich voll ist. Denn jedes Waschen belastet die Umwelt.
  • Dazu möglichst Öko-Waschmittel verwenden, weil diese weniger problematische Stoffe enthalten, also keine Kunststoffverbindungen und keine gewässerbelastenden Phosphate beinhalten, und viele auch auf Palmöl verzichten.
  • Keine Wasch-Pods verwenden, also gelgefüllte Waschkissen. Denn diese sind gar nicht dosierbar. Zudem gelten Flüssigwaschmittel als eher ungünstig, weil sie deutlich mehr problematische Inhaltsstoffe, wie etwa Konservierungsmittel, enthalten.

Fazit: Bewusstes Waschen hilft der Umwelt, und spart auch noch Geld

Am besten aus Umweltsicht verwendet man also kompakte, hoch dosierte Waschpulver. Denn diese enthalten die wenigsten problematischen Stoffe. Vorausgesetzt, man dosiert sie dann auch noch richtig. Oder man entscheidet sich doch für der Waschmittel nach dem Baukastensystem: also ein Basis-Waschmittel, dazu Wasserenthärter, und - falls nötig, etwa bei fiesen Flecken- noch zusätzlich Bleichmittel, das ist aber meist überflüssig.

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