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Die Deutsche Bahn hat ein neues Pendler-Ticket im Angebot: 20 Fahrten mit Fernverkehrsanteil können flexibel innerhalb eines Monats genutzt werden. Was bringt das neue Ticket?

Fragen an Sabine Geipel, SWR Wirtschaft

Welche Vorteile hat das neue Pendler-Ticket?

Das Ticket soll einen Preisvorteil von bis zu 33 Prozent bringen, heißt es von der Bahn – gegenüber einer vergleichbaren Monatskarte, die man als Bahn-Pendler vermutlich sonst nutzen würde. Wie hoch die Ersparnis tatsächlich ist, hängt aber von der entsprechenden Strecke ab. Es muss ein Weg mit Fernverkehr-Anteil sein, so die Bedingungen – mindestens ein Streckenabschnitt muss also im IC, EC oder ICE gefahren werden. Für den Regionalverkehr kann das 20-Fahrten-Ticket nicht genutzt werden.

Ein weiterer Vorteil ist die Flexibilität. Das Ticket kann, wenn man es online gekauft hat – denn nur das ist möglich – flexibel für 20 Fahrten eingesetzt werden, egal, ob Hin- oder Rückfahrt, auf einer festgelegten Strecke, ohne Zugbindung, innerhalb eines Monats.

Mann mit Smartphone im ICE der Deutschen Bahn. Das neue Pendler-Ticket ist nur online buchbar. (Foto: dpa Bildfunk, Britta Pedersen)
Das neue Pendlerticket der db muss online gebucht werden. Britta Pedersen

Ist das Ticket eine unmittelbare Folge der Corona-Pandemie?

Das kann man so sagen. Die Bahn meitn selbst, dass Homeoffice zunehmend zum Arbeitsalltag gehört. Viele fahren eben nicht mehr jeden Tag zum Arbeitsplatz, sondern arbeiteten einen oder zwei Tage pro Woche von zuhause aus. Dem Bedarf, den diese Kunden bräuchten, will man mit dem 20-Fahrten-Ticket Rechnung tragen. Der eine oder andere überlegt bestimmt auch, lieber mit dem Auto zu fahren, wenn man nicht täglich pendelt.

Abgesehen vom Zeitgeist, den man damit trifft, ist es natürlich auch wichtig für die Bahn, Angebote zu machen. Sie hat in der Corona-Krise schwer gelitten mit Fahrgastzahlen, die zum Teil um 90 Prozent eingebrochen sind. Da will man natürlich auch die Nachfrage etwas ankurbeln.

Lernt die Bahn jetzt in der Not ein anderes, flexibleres Denken?

Ich glaube nicht, dass man der Bahn vorwerfen kann, unflexibel zu sein. Sie ist nach wie vor sehr flexibel - theoretisch kann ich zum Bahnhof gehen und in jeden Zug einsteigen. Das geht in manchem anderen Land nicht. Dieses Prinzip hat die Bahn selbst auf dem Höhepunkt der Corona-Pandemie nicht aufgegeben. Sie hätte ja sagen können, wir machen eine Reservierungspflicht für alle Zugreisende. Die hat es nicht gegeben - zugunsten der Flexibilität. Ich glaube viel mehr, dass sich auf das Thema „veränderte Arbeitsgewohnheiten und wie reagieren wir darauf“ auch längerfristig viele andere Branchen und Unternehmen einstellen müssen.

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