Ein Wolf steht im Wald (Foto: dpa Bildfunk, pcture alliance / Ingo Wagner/dpa)

Tag des Wolfes Streit über die Gefahr des Rudeltiers

Fast 150 Jahre lang galt er als ausgerottet, inzwischen siedelt sich der Wolf wieder in Deutschland an. Für den Naturschutz ein Erfolg, der aber auch Konfliktpotential birgt.

Wer hat Angst vor'm bösen Wolf?

Etliche Menschen, vor allem Nutztierhalter, haben Angst vor dem Wolf und würden ihn am liebsten zum Abschuss freigeben. Doch der Wolf steht unter Naturschutz und das sei auch richtig so, meint Ralf Schulte – Wolf-Experte bei der Umweltschutzorganisation NABU. "Die Wölfe sind immer noch im Prozess des Kommens, das heißt, sie sind noch nicht wirklich da.", so Schulte. Dafür bedürfe es noch einiger Zeit und es müssten auch noch mehr Wölfe werden. Eine Gefahr für den Menschen seien Wölfe nicht. Denn in sein Beuteschema gehören Rehe, Hasen oder auch Schafe. Nur in absoluten Ausnahmesituationen könne es zu Angriffen auf den Menschen kommen. Die Angst vor dem Wolf sei unbegründet, sagt Ralf Schulte.

Wolf aus der Nähe (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Viele Menschen fürchten sich vor Wölfen Picture Alliance

„Ich wünsche mir keine Wölfe in Baden-Württemberg“

Doch nicht alle Naturschützer sehen den Wolf so positiv. Andre Baumann war früher NABU-Vorsitzender in Baden-Württemberg, heute ist er Staatssekretär im Umweltministerium. "Ich wünsche mir den Wolf in Baden-Württemberg nicht", sagt Baumann. Das Artensterben habe ungekannte Ausmaße und deshalb sei der Wolf nicht der Allheilsbringer im Bereich der biologischen Vielfalt. "Wenn ich mir anschaue, wie wichtig die Schäferei und Weidetierhaltung für die Artenvielfalt ist, dann sorge ich mich manchmal, wie wir das alles hinbekommen.", so Baumann.

Staatssekretär Andre Baumann (Foto: dpa Bildfunk, dpa)
Staatssekretär Baumann fürchtet Wölfe dpa

Prävention ist der beste Schutz

Ganze Wolfsrudel gibt es im Südwesten noch nicht. Aber auch Einzeltiere können Schafe und Ziegen reißen – die große Angst vieler Nutztierhalter. Doch dagegen helfen Maßnahmen wie Schutzzäune mit Strom und Herdenschutzhunde, sagt NABU-Experte Ralf Schulte.

Weide durch Zaun gesichert (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Hauke-Christian Dittrich/dpa)
Elektrische Zäune können vor Wölfen schützen picture alliance/Hauke-Christian Dittrich/dpa

Solche Maßnahmen müssten aber vorbeugend getroffen werden. Denn wenn Wölfe einmal die Erfahrung gemacht haben, dass sie zur Herde gehen und sich ein Schaf holen können, dann werden sie das immer wieder tun, warnt Schulte. Deshalb müsse mit dem Herdenschutz begonnen werden, bevor die Wölfe kommen.

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