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Wer jetzt nach Spaten oder Rechen greift, erkennt sie oft kaum wieder. Über Winter hat sich jede Menge Rost angesetzt. Er muss weg, sonst zersetzt sich das Metall weiter.

Was kann man gegen Rost tun?

Oberflächliche Rostflecken kann man bereits mit einfachen Hausmitteln behandeln. Diese schonen nicht nur den Geldbeutel, sondern sind auch meist besser für die Gesundheit als chemische Mittel. Dabei lässt sich der Rost meist mit einer sauren Lösung entfernen.

Verrostetest Werkzeug lehnt an einer Hauswand. (Foto: SWR)

Wir haben verschiedene Mittel getestet:

Zitronensäure

Zitronensäure kann man im Supermarkt in Pulverform oder als Saft, entweder von einer frischen Zitrone oder bereits gepresst kaufen. Zum Entfernen von Rost einfach die Zitronensäure mit etwas warmen Wasser vermischen und die Geräte anschließend in der verdünnten Lösung für einige Stunden einweichen lassen. Prüfen Sie zwischendurch immer wieder, ob sich die Flecken bereits entfernen lassen.

Zwei Metallstücke, eines mit Rost, eines ohne. (Foto: SWR)

Cola

In Cola ist zu einem geringen Teil Phosphatsäure enthalten, die den Rost in Eisenphosphat umwandelt. Hierzu einfach eine Flasche Cola in einen Eimer kippen und das Gartengerät für einige Zeit einweichen lassen. Die Kohlensäure im Getränk hilft dabei, auch kleinste Spalten im Metall zu erreichen.

Essig und Öl

Was im ersten Moment nach einem Salat klingt, eignet sich auch gut zum Entfernen von Rostflecken. Hierzu den Essig und das Speiseöl im Verhältnis 1:1 mischen und darauf achten, dass sich beide Zutaten nicht in zwei Schichten absetzen. Die Mischung sollte dick auf die rostige Stelle aufgetragen werden und mindestens eine Stunde einwirken. Achtung, das Werkzeug sollte dabei nicht direkter Sonne ausgesetzt sein.

Backpulver und Natron

Die gleiche Menge an Backpulver und Natron im Verhältnis 1:1 mit ein wenig Wasser mischen. Vorsicht, das Ganze fängt kräftig an zu schäumen. Die Mischung nun gut verrühren, bis eine dickflüssige Paste entsteht. Anschließend auf die von Rost betroffenen Stellen auftragen und einige Stunden einwirken lassen.

Tipp: Diese Paste ist eine relativ sanfte Reinigungsmethode und daher besonders bei empfindlichen Materialien, wie zum Beispiel Steinfliesen zu empfehlen. Darüber hinaus eignet sich Backpulver auch hervorragend zum Putzen. Wie das geht, erfahren Sie hier.

Salzsäure

Eine weitere Möglichkeit, allerdings kein Hausmittel, ist Salzsäure. Als 25-prozentige Lösung bekommt man sie unteranderem im Baumarkt oder in der Apotheke. Abhängig vom Grad der Verrostung kann man die Salzsäure entweder mit einem Pinsel auf die betroffene Stelle auftragen oder den Gegenstand in ein Säurebad legen. Hierbei sollten man allerdings ein säurefestes Gefäß aus Kunststoff oder Glas nutzen.

Bei dieser Methode ist Vorsicht geboten. Tragen Sie Schutzhandschuhe, um die Hände vor möglichen Verätzungen zu schützen und agieren sie auch sonst mit Bedacht. Auch kann das Material bei zu langer Einwirkzeit angegriffen werden.

Mehrere Gartenwerkzeuge weichen in einem Eimer mit Zitronensäure ein.  (Foto: SWR)

Zusammenfassung

Nach einigen Stunden Einwirkzeit sollten alle Mittel entfernt werden. Hierzu am besten etwas Wasser nutzen. Wichtig, dass Material sollte anschließend gut abgetrocknet werden, um nicht wieder zu rosten.

Klarer Testsieger bei uns war die Zitronensäure. Sie hat das Material nicht angegriffen und trotzdem den Rost zuverlässig entfernt.

Rost entfernen - Welches Hausmittel hilf am besten? (Foto: SWR)

Sollte das Metall trotzdem noch Rostflecken aufweisen, kann mechanisch mit Stahlwolle oder einer Drahtbürste nachgeholfen werden. Dazu beispielsweise die Stahlwolle mit etwas Wasser anfeuchten und die rostige Stelle kräftig bearbeiten. Zwischendurch immer wieder den gelösten Rost abwischen und weiterschrubben.

Tipp

Um zu verhindern, dass die Gartengeräte wieder anfangen zu rosten, sollte man sie ordentlich pflegen. Hierzu die Geräte immer wieder vollständig von Schmutz befreien und mit etwas Seifenwasser abwischen. Sobald die Geräte wieder trocken sind, kann man sie gründlich mit Öl einreiben und trocken lagern. Hierfür eignet sich unteranderem Leinöl. Das Öl legt sich dabei wie ein Film über die Oberfläche und lässt nichts durch. Das Material ist so vor Oxidation durch Luft und Feuchtigkeit geschützt.

Drei Gartenwerkzeuge liegen auf einem Tisch. (Foto: SWR)

Wie vermeidet man Rost?

Um die Entstehung von Rost zu verhindern, gibt es mehrere Möglichkeiten:

  • Geräte aus Eisen trocken lagern, um Oxidation zu verhindern.
  • Mit Chrom legierte Geräte aus Eisen kaufen, damit es der Korrosion besser widersteht.
  • Geräte aus einer Eisen-Metall-Verbindung kaufen. Das Metall "opfert" dabei seine Elektronen, um die verlorenen Elektronen des Eisens zu ersetzen.
Zwei rostige Schaufeln lehnen an einer Wand. (Foto: Unsplash/ Mari Potter)
Unsplash/ Mari Potter

Wie entsteht eigentlich Rost?

Rost entsteht bei einer chemischen Reaktion. Dabei oxidiert Eisenmetall bei langfristigem Kontakt mit Sauerstoff und Wasser.

Genauer heißt das, der Sauerstoff in der Luft trifft auf Eisen und nimmt ihm dabei Elektronen ab. Dieser Vorgang allein ist allerdings noch nicht für den Rost verantwortlich. Es bildet sich hierbei nur eine dünne Schicht aus, die das Eisen sogar vor weiterer Zerstörung schützt. Erst wenn Wasser in Form von Feuchtigkeit ins Spiel kommt, sollte man aufpassen. Denn dann verbindet sich der Sauerstoff nicht mehr mit dem Eisen, sondern reagiert mit den Wassermolekülen. Das Eisen versucht dann den Verlust an Elektronen im Wasser auszugleichen und gibt Atome an das Wasser ab. Dabei löst sich das Eisen langsam auf und wird zerstört.

Hinweis: Alle Metalle oxidieren bei langfristigem Kontakt mit Wasser und Sauerstoff. Rost bildet sich allerdings nur bei Eisenmetallen. Hierzu gehört unter anderem auch Stahl.

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