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Bundesernährungsministerin Klöckner hat die Kriterien für ihr staatliches Tierwohl-Label präsentiert, vorerst für die Schweinehaltung. Wir zeigen auch andere Label und ihre Ansprüche.

Ferkel am Futtertrog, ein Ferkel schaut in die Kamera. (Foto: SWR, SWR -)
Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner erklärt Kriterien des staatlichen Tierschutz-Labels für 2020. SWR -

Heutzutage reicht es nicht mehr, zu wissen, aus welchem Land, aus welcher Region das Schwein kommt - der Verbraucher will beim Kauf von Wurst und Fleisch auch wissen, wie es im Stall aussieht. Ob das Tier genügend Platz hatte, ob es artgerecht gehalten wurde. Diese Informationen will der Kunde gerne beim Einkauf auf der Verpackung erkennen. Deshalb gibt es immer mehr Kennzeichen, die auf das Tierwohl abzielen.

Geplant ist auch ein staatliches Tierwohl-Label. Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) hat jetzt in einem ersten Schritt konkrete Kriterien für die Haltung von Schweinen vorgelegt. In Kraft treten sollen sie 2020. Bereits dieses Jahr im April wollen die Discounter ein gemeinsames Label einführen. Die höchsten Ansprüche stellt allerdings das Label des Deutschen Tierschutzbundes.

Deutscher Tierschutzbund LAbel (Foto: Deutscher Tierschutzbund -)
Einsteiger-Label vom Tierschutzbund. Deutscher Tierschutzbund -

Offener Stall oder Auslauf, ein Stück Holz, das an einer Kette hängt, oder Stroh - also Beschäftigungsmaterial. Wo die Schweine wühlen, scheuern, beißen können. Tageslicht, doppelt so viel Platz, wie gesetzlich vorgeschrieben.

So leben die Schweine, deren Schnitzel mit dem hellblauen Label des Deutschen Tierschutzbunds gekennzeichnet sind. Premiumstufe mit zwei Sternen - das kommt an Bioqualität heran. Die Einstiegsstufe mit nur einem Stern hat aber schon niedrigere Ansprüche.

Fleischpackung (Foto: SWR, SWR -)
Der "Haltungskompass" beim Discounter. SWR -

Ob Lidl, Aldi, Rewe - derzeit hat noch jeder Discounter und Supermarkt sein eigenes Kennzeichen. Ab April wollen sie ein einheitliches Label einführen. Der Zeiger in der Mitte kann auf Stufe 1 stehen - die bietet den Schweinen nur das, was gesetzlich vorgeschrieben ist. Stufe 2 liefert ein kleines Plus an Komfort, wie ein Strohballen und acht Quadratzentimeter mehr Platz.

Erst ab Stufe 3 gibt es spürbar mehr Platz, offener Stall oder Auslauf. Stufe 4 wäre Bioqualität. Das Problem: Produkte der Stufe 3 und 4 sind bislang im Laden kaum zu finden.

Label Initiative Tierwohl (Foto: SWR, SWR - Alice Thiel-Sonnen)
Hinter der Initiative Tierwohl stecken Fleischwirtschaft und Lebensmitteleinzelhandel. SWR - Alice Thiel-Sonnen

Der Zusammenschluss aus Landwirtschaft, Fleischwirtschaft und Handel bietet erst seit Herbst 2018 gekennzeichnetes Schweinefleisch an. Das Siegel auf der Packung gibt dem Verbraucher am wenigsten Klarheit. Der Handel darf mit dem Schriftzug werben, nur weil er zahlendes Mitglied der Initiative ist.

Stammt das Fleisch tatsächlich von einem Betrieb, der mehr fürs Schweinewohl tut, ist das extra vermerkt. Das Mehr an Tierwohl liegt aber nur leicht über dem gesetzlichen Standard.

Tierwohl Label (Foto: SWR, SWR -)
Das staatliche Label erntet Kritik. SWR -

Auf all die verschiedenen Kennzeichen will Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner noch ein weiteres setzen. Eines mit drei Stufen: von Einstieg - mit Kriterien leicht über dem Standard - bis Premium mit viel mehr Platz und Auslauf.

Positiv daran: Es werden Ansprüche auch an Futter, Transport und Schlachtung gestellt. Das leistet ansonsten nur das Label des Deutschen Tierschutzbundes. Negativ ist: Es bleibt eine freiwillige Kennzeichnung. Umweltschützer fordern dagegen eine verpflichtende Kennzeichnung und strengere Kriterien.

Online: Heidi Keller

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