Fluggäste legen drauf

Airlines kassieren beim Zusatzservice kräftig ab

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Der zusätzliche Koffer, der Wunsch-Sitzplatz, Essen und Getränke: Fluglinien kassieren inzwischen extra für zusätzliche Leistungen und verdienen laut einer Studie gut daran.

Auf der Internetseite der Fluggesellschaft Easyjet werden am 27.07.2010 bei einer Flugbuchung die Kosten für die Gepäckstücke angezeigt (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Fluggesellschaften verdienen immer mehr Geld mit Zusatzangeboten und Extra-Gebühren. picture-alliance / dpa -

Welche Möglichkeiten gibt es für die Airlines, zusätzlich Geld zu verdienen?

Da sind die Fluggesellschaften in den vergangenen Jahren kreativ geworden. Viele Airlines sind zum Beispiel Kooperationen mit Kreditkarten-Anbietern eingegangen, sie arbeiten mit Mietwagen- oder Hotelanbietern zusammen, sodass sie Provisionen erhalten, wenn die Kunden über sie buchen.

Blick auf den Notausgang in der Economy-Class eines Lufthansa-Airbusses A300-600 (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Freie Platzwahl im Flieger kostet oft extra. picture-alliance / dpa -

Hinzu kommen die klassischen Zusatzkosten wie Gepäckgebühren oder Kosten für Essen und Trinken. Immer häufiger kostet der Wunsch-Sitzplatz oder das WLAN an Bord extra. Viele Airlines haben die Economy-Klasse dazu extrem unattraktiv werden lassen, damit die Kunden eben diese zusätzlichen Leistungen hinzu buchen.

Sehr beliebt ist beispielsweise Economy-Plus - das wird auch Premium Economy genannt, eine Art Zwischenklasse zwischen Economy und Business. Hier bekommen Kunden ein paar Zentimeter mehr Beinfreiheit, breitere Sitze, haben eine extra Gepäckablage, und der Bordservice ist meistens auch besser. Das kostet dementsprechend mehr Geld. Für Flüge in die USA werden zum Beispiel pro Kopf bis zu 150 Euro zusätzlich fällig.

Früher hatten Urlauber einen Komplettpreis und keine Zusatzkosten. Wie sieht die Entwicklung aus? Müssen wir künftig mehr Geld für Flüge ausgeben?

Fluggäste von Ryanair steigen am 04.04.2016 in Schönefeld (Brandenburg) aus dem Flugzeug, im Hintergrund steht ein easyJet Airbus auf seiner Parkposition. (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Ryanair verdiente mit Zusatzleistungen knapp zwei Milliarden Dollar dazu, Easyjet mehr als 1,3 Milliarden. picture-alliance / dpa -

Es zeigt sich deutlich, dass dieser Bereich für die Airlines immer wichtiger wird. Die Fluggesellschaften können den Großteil ihrer Kosten wenig beeinflussen - wie zum Beispiel die Preise für Kerosin oder die Gebühren auf den Flughäfen.

An der Preisschraube für Tickets können sie auch nicht drehen, da ist der Konkurrenzkampf zu groß. Deshalb schauen sie nach Alternativen. Da sind diese Nebeneinnahmen und zusätzlichen Gebühren zu einem lukrativen Geschäft geworden.

Ein Plastikbecher mit Tomatensaft steht am 26.08.2016 auf dem Flug nach Berlin auf dem Klapptisch im Flugzeug. (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Im Flugzeug ist die freie Mahlzeit längst keine Selbstverständlichkeit mehr. picture-alliance / dpa -

Bei einer Untersuchung aus dem Jahr 2015 kam heraus, dass im Schnitt jeder Passagier um die 15 Euro zusätzlich zum Ticketpreis ausgibt. Denn viele Kunden wollen nicht nur günstig fliegen, sondern sie sind auch bereit, bei längeren Flügen für mehr Komfort mehr Geld extra zu bezahlen.

Wichtig ist es deshalb, bereits bei der Buchung zu schauen, was brauche ich als Urlauber, was ist mir wichtig und welche zusätzlichen Kosten können deshalb am Ende noch auf mich zukommen.

Tobias Frey, SWR Wirtschaft und Soziales | Online: Lutz Heyser

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