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Patienten können erstmals Gesundheits-Apps auf Rezept erhalten. Sie werden in der Tinnitus- und Angst-Therapie eingesetzt. Weitere Apps sollen folgen. Ärzte sind skeptisch.

Die ersten beiden Apps stammen von deutschen Herstellern und haben das Prüfverfahren beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte geschafft. Die App "Kalmeda" versucht, Tinnitus-Patienten mit einer Verhaltenstherapie zu helfen. Die App "Velibra" ergänzt bei Angst- und Panikstörungen herkömmliche Therapien. Aktuell prüft das Bundesinstitut weitere 20 Gesundheits-Apps.

Bessere digitale Versorgung für Patienten

Der Verband der Ersatzkassen sieht die Apps auf Rezept als wichtigen Baustein, um die Versorgung der Versicherten mit digitalen Anwendungsmöglichkeiten zu verbessern. Die Tinnitus-Therapie-App kostet ohne Rezept monatlich knapp 40 Euro.

Kritik an Nutzen und Datenschutz der Apps

Der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung in Baden-Württemberg, Norbert Metke, bemängelte dagegen, es sei nicht klar, wie Ärzte dabei Patienten aufklären müssten. Er bezweifelte auch, dass sie die Zeit haben, App-Funktionen zu erklären. Auch der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, sagte, Apps müssten einen Mehrwert für den Patienten bringen, verständlich und sicher sein. Das gelte sowohl für die Funktionalität als auch für den Datenschutz. Der größte Teil der bisherigen Gesundheits-Apps habe diesen Ansprüchen nicht genügt.

Gesundheits-Apps auch im Angebot der Kassen

Der Bundestag hat letzten November ein Gesetz beschlossen, das unter anderem die Verschreibung von Gesundheits-Apps ermöglicht. Es gibt auch Apps, die Krankenkassen kostenlos von sich aus anbieten. Darüber informieren die Krankenkassen meist auf ihren Internetseiten.

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