STAND
AUTOR/IN
ONLINEFASSUNG

Viele Menschen vertrauen beim Onlineshopping großen Namen wie Amazon und Ebay. Aber auch auf diesen Plattformen lauern Betrüger.

Dreiecksbetrug bei Ebay-Kleinanzeigen

Eine Betrugsmasche beim Portal Ebay-Kleinanzeigen ist der sogenannte Dreiecksbetrug. Dabei melden sich Betrüger bei einem Verkäufer und geben vor, ein angebotenes Produkt kaufen zu wollen. Dafür erfragen sie die Paypal-Daten des Verkäufers. Parallel schalten sie eine Anzeige für ein anderes Produkt, welches sie zum selben Preis anbieten. Meldet sich ein Interessent, geben die Betrüger nicht die eigenen Paypal-Daten an, sondern die des eigentlichen Verkäufers.

Der Verkäufer sieht, dass er Geld erhalten hat und übergibt die Ware einer Person, die sie bei ihm abholt. Der Käufer, der auf die Fake-Anzeige der Betrüger reagiert hatte, wartet nun jedoch vergeblich auf die Ware. Meldet er sich, muss der Verkäufer das Geld zurückzahlen. Der Käufer ist bei Paypal nämlich über den Käuferschutz abgesichert.

Täter sind schwierig zu ermitteln

Für Polizei und Staatsanwaltschaft ist es schwierig, die Täter hinter solchen Betrugsmaschen zu stellen. Häufig vergehen mehr als sieben Tage, bevor ein Fall angezeigt wird. Nach diesem Zeitraum löschen Provider jedoch gespeicherte IP-Daten. Bei Ebay-Kleinanzeigen muss man sich außerdem nicht authentifizieren.

Das Portal rät deshalb, Geschäfte an der Haustür nur gegen Bargeld abzuwickeln.

Amazon-Betrüger

Auch bei dem Online-Händler Amazon treiben sich Betrüger herum. Vermeintliche Verkäufer mailen den Kunden nach dem Kauf des Produkts, dass es derzeit einen internen Fehler gebe (Fehler 2045), daher könne das Geld nicht über das Amazon- System überwiesen werden. Unter einer Amazon-Marketplace-Mailadresse, wird der Kunde dann aufgefordert, das Geld direkt auf das Konto des Verkäufers zu überweisen. Doch weil der Kauf nicht über das interne Bezahlsystem von Amazon abgewickelt wird, greift der auch Amazon Käuferschutz nicht.

Zahlreiche Betrugsfälle auf Amazon mit angeblichem „Fehler 2045“

Laut dem Onlinemagazin Watchlist-Internet sind seit Juli 2019 schon etliche Kunden auf die Betrugsmasche reingefallen. Sie läuft immer gleich ab: Zuerst bestellt der Kunde, dann taucht der angebliche Fehler 2045 auf und der Kunde wird um eine direkte Überweisung gebeten.

„Es ist auf der einen Seite richtig, dass außerhalb des Systems von Amazon keine Bezahlungen vorgenommen werden dürfen auf der anderen Seite muss man aber auch sehen, dass der Besteller hier eine Nachricht aus dem System von Amazon aus einem bestehenden Shop erhalten hat und insofern von den Äußerlichkeiten her erstmal davon ausgehen musste, dass hier tatsächlich der Kunde einen anderen Bezahlvorgang wählen sollte.“

Wir fragen nach, was Amazon konkret gegen diese Betrugsmasche unternimmt. Das Unternehmen teilt uns mit:

„Sollten Verkaufspartner gegen die von ihnen akzeptierten Teilnahmebestimmungen verstoßen, ergreifen wir umgehend Maßnahmen zum Schutz der Kunden. Diese beinhalten auch die etwaige Schließung der Verkaufspartner-Konten.“

PayPal

Bei Zahlungen über Paypal, sollten Sie die Ware nur an die Person und Adresse schicken, die bei PayPal angegeben wurde. Wenn Sie die Ware an einen anderen Empfänger schicken, greift der PayPal Käuferschutz nicht mehr und das Geld ist weg. Auch die Funktion „Freunde und Familie“ sollten Sie nur bei Personen wählen, die Sie persönlich kennen. Denn bei Zahlungen über „Freunde und Familie“ fallen zwar keine Gebühren an, aber der PayPal-Käuferschutz greift bei dieser Variante nicht.

Persönliche Übergabe

Bei kleineren Beträgen und handlichen Waren können Sie auch eine persönliche Übergabe vereinbaren. Dies hat den Vorteil, dass Sie sich sich direkt davon überzeugen können, dass die Ware unversehrt ist und beispielsweise Elektronik funktioniert. Bei einer persönlichen Übergabe können Sie sich auch den Personalausweis zeigen lassen und so sicher gehen, dass es sich auch wirklich um den Verkäufer handelt.

Vorsicht bei dubiosen Geschichten

Kommt Ihnen der Verkäufer komisch vor, sollten Sie den Onlinekauf besser abbrechen. Häufig verlangen Betrüger, dass Sie zum Beispiel für Transportkosten in Vorkasse gehen. Dies sollten Sie auf keinen Fall tun. Auch eine beliebte Masche: Betrüger fordern Sie auf, die Zahlung auf das Konto einer anderen Person zu überweisen. Das Geld sollte immer an die Person gehen, von der Sie auch die Ware erhalten.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik gibt auf seiner Webseite weitere Tipps, worauf beim Onlineshopping zu achten ist.

Bei der Verbraucherzentrale finden Sie außerdem Hinweise, wie sie versuchen können, Ihr Geld nach einem Betrugsfall im Internet wieder zurückzubekommen.

STAND
AUTOR/IN
ONLINEFASSUNG