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Warum es sich lohnt, eine Steuererklärung zu machen, welche Ausgaben man absetzen kann und was passiert, wenn man zu spät dran ist – wir klären die wichtigsten Fragen.

Wer eine Steuererklärung abgeben muss, hat nur noch wenige Tage Zeit – Stichtag ist der 31. Juli. Wer die Frist nicht einhalten kann, sollte sie dennoch nicht verstreichen lassen und noch schnell formlos eine Fristverlängerung beim Finanzamt beantragen. Dafür muss ein triftiger Grund angegeben werden.

Wer muss eine Steuererklärung machen?

Selbstständige oder Menschen, die zusätzlich zu einer Anstellung freiberuflich arbeiten, aber auch viele Arbeitnehmer – sofern bestimmte Umstände auf sie zutreffen. Wer beispielsweise ein Haus oder Wohnungen vermietet und damit mehr als 9.000 Euro steuerfrei einnimmt, ist zur Steuererklärung verpflichtet. Oder auch wer mehr als 410 Euro Kranken- oder Elterngeld, Arbeitslosen- oder Kurzarbeitergeld bekommen hat. Im Zweifel beim Finanzamt nachfragen.

Warum lohnt es sich, freiwillig eine Steuererklärung zu machen?

Neun von zehn Leuten zahlen übers Jahr gesehen zu viele Steuern und bekommen deswegen Geld zurück. Nach Zahlen des statistischen Bundesamtes sind es im Durchschnitt 1.007 Euro. Dass jemand Steuern nachzahlen muss, ist selten – aber nicht ausgeschlossen. Wer die Steuererklärung freiwillig gemacht hatte, kann sie innerhalb eines Monats zurückziehen und damit die Nachzahlung abwenden.

Was kann man von der Steuer absetzen?

Zum Beispiel alle Kosten, die direkt mit dem Beruf zu tun haben. Wer etwa einen neuen Laptop kauft, den er auch dienstlich nutzt, kann ihn in der Steuererklärung angeben. Dasselbe gilt für die Fahrtkosten zur Arbeit oder Umzugskosten – sofern der Umzug beruflich bedingt war. Auch Kosten für die Altersvorsorge sind teils absetzbar, genauso Rechnungen für Handwerker oder der Lohn der Haushaltshilfe. Sogar Kosten für eine Beerdigung können in der Steuererklärung berücksichtigt werden, zumindest wenn sie höher sind als das Erbe.

Generell gibt es derzeit bei allgemeinen außergewöhnlichen Belastungen eine Grenze, bis zu der man die Kosten selbst tragen muss. Bewahren Sie am besten alle Belege für Krankheitskosten auf, insbesondere für hohe Rechnungen wie zum Beispiel eine Brille oder den Zahnersatz.

Kuriose Finanzregelungen: Hundefrisör bei der Steuer angeben?

Anzug, Ausstand oder Arbeitsweg: So einige Kosten lassen sich als Ausgaben von der Steuer absetzen. Wissen Sie welche?

Kuriose Finanzregelungen Hundefrisör bei der Steuer angeben?

Ein Mann im Anzug lehnt an einer Wand. (Foto: Photo by Hunters Race on Unsplash)
Anzug und Krawatte – für manch einen ist das seine tägliche Arbeitskleidung. Leider kann man die Kosten in der Regel nicht von der Steuer absetzen. Doch es gibt Ausnahmen: … Photo by Hunters Race on Unsplash Bild in Detailansicht öffnen
… Bestatter! Denn ist der Anzug die „typische“ Berufskleidung, so dürfen die Beschaffungskosten abgesetzt werden. Das gilt z. B. auch für Kellner und katholische Geistliche. Picture Alliance/Oliver Dietze/dpa Bild in Detailansicht öffnen
Auch der Arbeitsweg kann bei der Steuer berücksichtigt werden. Allerdings nicht Hin- und Rückfahrt, sondern nur der einfache Weg mit 30 Cent pro Kilometer. unsplash.com/Max Bender Bild in Detailansicht öffnen
Den Kollegen einen Sekt ausgeben, zum Einstand, zum Geburtstag oder einfach so: Kann man das alles absetzen? Nein. Nur Ein- und Ausstand können steuerlich abgesetzt werden. Alles andere nicht. unsplash.com/Major Tom Agency Bild in Detailansicht öffnen
Besonders kurios: ein neuer Haarschnitt für den Vierbeiner. Kann sogar der abgesetzt werden, zum Beispiel bei Polizei-, Therapie- oder Blindenhunden? Nein, in der Regel nicht. Es sei denn, der Hundefriseur kommt nach Hause. Nur dann ist es eine haushaltsnahe Dienstleistung und die kann abgesetzt werden. unsplash.com/Александр Гросс Bild in Detailansicht öffnen

Welche Belege und Bescheinigungen müssen dabei sein?

Anders als früher müssen nur dann Belege mit der Steuererklärung eingereicht werden, wenn das im Formular ausdrücklich verlangt wird. Ansonsten wird die Steuererklärung ohne Belege abgeschickt. Trotzdem müssen Sie alles, was Sie in Ihrer Steuererklärung geltend machen, belegen können. Das Finanzamt kann die Nachweise nachfordern – im Fall einer Steuerhinterziehung bis zu zehn Jahre lang.

Bis wann muss die Steuererklärung abgegeben sein?

Jeder, der zu einer Steuererklärung verpflichtet ist, muss sie bis zum 31. Juli des darauffolgenden Jahres machen. Wer sie freiwillig macht, hat bis zu vier Jahre Zeit. Die Steuererklärung für das Jahr 2018 muss spätestens Silvester 2022 beim zuständigen Finanzamt vorliegen.

Wie lange dauert es, bis der Bescheid kommt?

Finanzbeamte sind nicht verpflichtet, die Steuererklärung innerhalb einer bestimmten Frist zu bearbeiten. In der Regel dauert es zwischen vier und acht Wochen, bis der Bescheid im Briefkasten liegt. Wer nach drei Monaten noch nichts gehört hat, kann nachfragen. Nach sechs Monaten kann man die Bearbeitung auch anmahnen.

Was passiert, wenn die Steuererklärung zu spät eingeht?

Ein paar Tage sind normalerweise kein Problem. Wenn es deutlich später werden sollte, am besten eine Fristverlängerung beantragen. Geht die Steuererklärung innerhalb von 14 Monaten ein, können die Behörden entscheiden, ob sie einen Verspätungszuschlag von mindestens 25 Euro pro Monat ansetzen. Dauert es noch länger, sind die Zuschläge aber keine Ermessenssache mehr, sondern ein Muss. Dazu können Zwangsgelder kommen, eine Steuerschätzung und Verspätungszinsen.

Welche Strafen drohen bei einer Steuerhinterziehung?

Bei Summen bis zu 50.000 Euro hinterzogener Steuern droht in der Regel eine Geldstrafe, danach ist auch eine Haftstrafe oder eine Kombination aus beidem möglich. In einigen Fällen kann die Strafe zur Bewährung ausgesetzt werden, bei besonders schweren Taten sind bis zu zehn Jahre Haft möglich.

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