Mann wischt sich mit einem Tuch den Schweiß von der Glatze. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / Sebastian Kahnert/dpa)

Sommerhitze während der Arbeitszeit Was für und gegen eine längere Mittagspause spricht

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Bei Temperaturen bis zu 40 Grad träumt manch einer von einer längeren Mittagspause, einer Siesta wie im Süden. Kann das ein Vorbild für uns sein?

Mediziner sagen: Eine Siesta wäre zumindest bei hohen Temperaturen sinnvoll. Denn Hitze strengt unseren Körper stark an. Eine längere Pause zum Erholen in der größten Hitze am Mittag wäre gesundheitlich gesehen förderlich.

Allerdings halten weder deutsche Chefs und Arbeitgeber noch die deutschen Gewerkschaften viel von einer ausgedehnten Pause. Einen Anspruch darauf gibt es ohnehin nicht. Jedem Arbeitnehmer stehen bei einem Achtstundentag mindestens 30 Minuten Mittagspause zu. So ist es im Arbeitszeitgesetz geregelt.

Im Sommer müsste ansonsten bei Tagen mit besonders großer Hitze das Arbeitsleben komplett umorganisiert werden. Übrigens: Selbst in Spanien, dem Ursprungsland der Siesta, sind inzwischen nicht mehr alle Fans der langen Mittagsruhe. Sie wird laut einer Studie nur noch von 40 Prozent der spanischen Betriebe genutzt.

Bei einer längeren Mittagspause wären auch unsere Arbeitstage länger

Nachteil einer Siesta: Eine längere Pause sorgt auch dafür, dass sich der Arbeitstag verlängert. Je nach Dauer der Pause müssten wir bis 18, 19 oder 20 Uhr arbeiten, um die Arbeitsunterbrechung auszugleichen und noch auf einen Achtstundentag zu kommen. Es bliebe an lauen Sommerabenden noch weniger Zeit für Familie und Freunde, ein Getränk im Garten oder zum Sport machen.

Stattdessen setzen Gewerkschaften und Arbeitgeber eher auf flexiblere Arbeitszeiten – zumindest für Menschen mit Arbeitsplatz im Büro oder in der Verwaltung. Wer es abspricht, kann beispielsweise an kalten, regnerischen Tagen vorarbeiten, um dann an heißen Tagen Überstunden auszugleichen.

Die SWR-Rechtsredaktion zu arbeitsrechtlichen Fragen bei Hitze

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