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Neue Filter sollen Luft verbessern Filtersäulen am Neckartor ziehen Stickoxid aus der Luft

Die Stadt Stuttgart hat die Filtersäulen am Neckartor umrüsten lassen. Die neuen Filter sollen die Stickoxid-Werte senken. Ob sich so Fahrverbote verhindern lassen, bleibt unklar.

Seit Monaten arbeiten 17 sogenannte Feinstaubfresser am Stuttgarter Neckartor. Wie ein übergroßer Staubsauger ziehen sie den Feinstaub aus der Luft. Und seit heute können sie noch mehr, nämlich das gesundheitsschädliche Stickoxid aus der Luft saugen. Michael Münter von der Stadt Stuttgart spricht von einem Pilotversuch: „Bislang gab es solch ein Verfahren nur im Labor. Auf der Straße ist es ganz neu."

Pilotversuch mit neuer Technik

Die neuartige Technologie nutzt Aktivkohlefilter, um die gesundheitsschädlichen Stickoxide aus der Luft zu ziehen. Erst vor Kurzem wurde ein besonderer Asphalt am Neckartor verbaut, der Stickoxide aus der Luft unschädlich machen soll. Jetzt kommen die Stickoxid-Filter. Um zehn bis 30 Prozent können die Stickoxid-Werte dadurch gesenkt werden, hofft man beim Unternehmen „Mann+Hummel“ aus Ludwigsburg, das die Filter hergestellt hat.

Dass damit weitere Diesel-Fahrverbote vollständig vom Tisch sind, bezweifelt Jan-Erik Raschke vom Filterhersteller „Mann+Hummel“: „Wir können eine ganze Scheibe aus dieser Schadstoffbelastung rausschneiden. Ob das in Kombination mit den anderen Maßnahmen dazu führt, dass Fahrverbote für Euro 5-Diesel nicht notwendig werden, das wird erst die gebündelte Auswertung aller Maßnahmen zeigen.“

Ab August wird am Neckartor nochmal nachgelegt. Dann soll es noch leistungsfähigere Säulen mit einer noch größeren Reinigungsleistung geben. Die neuen Filter sollen nochmal 50 Prozent mehr bringen.

Kritik der Deutschen Umwelhilfe

Das alles klingt vielversprechend, nicht aber für die Deutsche Umwelthilfe. Remo Kling, Anwalt DUH meint: Die Luft nur an dem wenige hundert Meter langen Straßenabschnitt am Neckartor zu reinigen, ist Augenwischerei: „Man hat sehr lange Straßenabschnitte, in denen die Werte überschritten sind. Vielleicht sollten in Zukunft einfach alle Stuttgarter Bürger das Haus nur noch mit einem eingeschalteten Handstaubsauger verlassen dürfen. Ähnlich absurd ist die Filterlösung. Das ist also noch lange nicht der Weisheit letzter Schluss.“

Stadt und Land machen in Stuttgart viel, um die Luft zu verbessern und weitere Diesel-Fahrverbote zu vermeiden. Doch noch immer weiß keiner, ob das gelingen wird.

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