Wörter- und Lernbücher von Langenscheidt und Pons stehen auf einem Tisch. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/Arne Dedert/dpa)

Kartellamt gestattet Übernahme Pons darf Langenscheidt kaufen

Gelb und grün kommen zusammen: Der Pons-Verlag der Stuttgarter Klettgruppe kann seinen Konkurrenten Langenscheidt übernehmen. Das Kartellamt hat die Wörterbuchfusion gebilligt.

Gelb oder grün – Langenscheidt oder Pons das war lange Zeit die Frage bei Wörterbüchern. Der Wettbewerb der zugehörigen Verlage steht jetzt vor dem Ende: Der Pons-Verlag der Stuttgarter Klettgruppe kann seinen Konkurrenten Langenscheidt übernehmen. Das hat das Bundeskartellamt entschieden.

Schwieriges Marktumfeld macht Übernahme möglich

Damit ist der Weg für einen Kauf aller Geschäftsbereiche von Langenscheidt frei, auch der digitalen Angebote. Einzelheiten sind noch nicht bekannt. Nach Angaben von Langenscheidt will Pons aber nicht den ganzen Verlag, sondern nur Markenrechte und Produkte übernehmen.

Eine Sprecherin der Klett-Gruppe sagte dem SWR, beide Seiten strebten einen baldigen Vollzug des Vorhabens an. Der Präsident des Kartellamts, Andreas Mundt, sagte, bei Wörterbüchern und gedruckten Sprachkursen kämen beide Unternehmen zwar auf Marktanteile von teilweise über 40 Prozent. Allerdings seien die Umsätze in den beiden Märkten so gering, dass das nicht gegen eine Fusion spreche. Er verwies auch auf den hohen Wettbewerbsdruck durch digitale Angebote.

Wörterbücher für Deutsch als Fremdsprache von Langenscheidt liegen im Regal. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Oliver Berg/dpa)
Die gelben Langenscheidt-Wörterbücher sind möglicherweise bald Vergangenheit. picture alliance/Oliver Berg/dpa

Konkurrenz aus dem Netz

Besonders der Markt für Wörterbücher gilt seit Jahren als schwierig, weil immer mehr Angebote kostenlos im Internet verfügbar sind. Die Familie Langenscheidt hatte sich schon 2013 aus dem Geschäft mit fremdsprachigen Wörterbüchern zurückgezogen. Die Rechte am Vertrieb der gelben Wörterbücher liegen seither bei der Bamberger Günther Holding, die ansonsten unter anderem im Klassenlotteriegeschäft tätig ist.

Beim Verkauf mit Wörterbüchern in Deutschland mischt neben Langenscheidt und Pons vor allem der Berliner Cornelsen-Verlag mit.

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