Fünf Personen stehen vor Monitoren und spielen ein Computerspiel. An der Wand dahinter ist ein junger Mann als Mangazeichnung abgebildet und der Schriftzug "Dragonball Z". (Foto: dpa Bildfunk, Oliver Berg)

Größte Computerspielmesse der Welt Zockerbranche öffnet sich für Ältere

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Raus aus dem Abseits, rein in die Mitte der Gesellschaft: Auf der Gamescom präsentiert die Computerspielbranche ihr neues Gesicht.

Weniger Killerspiele, dafür mehr Lern- und Spaßanwendungen für Jung und Alt: Die Computer- und Videospielbranche hat sich in den vergangenen Jahren kräftig gewandelt. Das Gewerbe ist mittlerweile ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Denn nicht nur junge Menschen spielen am Computer, an der Konsole oder auf dem Smartphone. Vor allem in der Altersgruppe 50 Plus gibt es immer mehr Zocker.

Gamer vor großem Publikum (Foto: SWR, SWR -)
E-Sport lockt tausende von Zuschauern an - auch Ältere interessieren sich zunehmend dafür. SWR -

Baden-württembergischer Profizocker freut sich über ältere Mitspieler

Mittlerweile gibt es sogar im E-Sport-Bereich Spieler im fortgeschrittenen Alter: Mit den "Silver Snipers" hat sich in der Szene zum Shooter-Spiel "Counter Strike" eine Gruppe etabliert, deren Spieler allesamt über 60 sind. Für Timo Richter, Counter Strike-Profi aus Balingen, ein wichtiges Zeichen:

"Ich finde das für den E-Sport im Allgemeinen sehr gut. Der E-Sport ist in Deutschland noch nicht allzu weit entwickelt. Diese älteren Menschen zu sehen und zu registrieren, dass sie Spaß an der Sache haben, ist das Wichtigste."

Timo Richter, E-Sportler aus Balingen

Milliardengeschäft lockt Firmen auf die Messe

Die Gamescom ist für die Computerspielentwickler aus dem Südwesten ein Pflichttermin. Egal, ob kleine oder große Entwicklerstudios – alle sind gekommen, um sich in den Kölner Messehallen zu präsentieren. Kein Wunder, mittlerweile ist die Branche zu einem Milliardenmarkt geworden. Im vergangenen Jahr lagen die Gesamtumsätze in Deutschland mit Spielen und Konsolen bei mehr als 4,4 Milliarden Euro. Damit setzt die Branche mehr um als zum Beispiel die Musikindustrie.

Auch die Politik hat dieses Potenzial erkannt. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer zeigte sich bei ihrem Besuch der Messe beeindruckt von den Spielen und Anwendungen, die Entwickler aus ihrem Bundesland der Öffentlichkeit präsentieren. Und sagte der Branche Unterstützung durch die Politik zu.

Dauer

Fast 50 Firmen aus Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz sind in Köln mit dabei, stellen ihre Spiele vor oder suchen nach Investoren. Die Unternehmen kommen aus vielen Regionen im Südwesten. Firmen aus Ludwigsburg, Kirchheim/Teck, Mainz, Trier oder Worms sind auf der Gamescom vertreten.

Trier als Kaderschmiede für Spieleentwickler

Immer wichtiger in der Computerspielbranche wird mittlerweile das Thema Ausbildung. Deshalb präsentieren sich bei der Gamescom auch etliche Hochschulen und Universitäten. So stellen die Universität Koblenz-Landau und die Hochschulen aus Mainz, Kaiserslautern und Trier ihre Studienangebote vor. Vor allem die Hochschule Trier hat sich in den vergangenen Jahren auf die Ausbildung von künftigen Computerspielentwicklern spezialisiert. Hier befassen sich mittlerweile rund 800 Studenten mit Spielen.

"Trier ist der größte Ausbildungsstandort in Deutschland. Zum Thema Games haben wir zwei Studiengänge, die interdisziplinär zusammenarbeiten: Spieleprogrammierung und Spieledesign. Die Teams bringen all ihre unterschiedlichen Kompetenzen ein – und entwickeln gemeinsam Spiele."

Linda Breitlauch, Professorin für Game Design an der Hochschule Trier…

Die Trierer Game-Professorin ist überzeugt davon, dass die Spielebranche weiterwachsen wird,– denn gespielt wird mittlerweile in jeder Altersgruppe.

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