Girokonto, Depot, Sparplan

Geldanlage in Zeiten von Corona

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Weltweit gab es an den Börsen Verluste. Viele Menschen fragen sich wegen der Corona-Pandemie, was sie mit ihrem Depot oder Aktien-Sparplänen machen sollen. Die wichtigsten Antworten.

Der Dax und die Börsen weltweit haben seit Jahresbeginn teilweise kräftige Verluste erlitten. Nach ersten Erholungen steht bei den meisten Indizes immer noch ein dickes Minus.

Experten raten, die Situation ruhig und rational zu bewerten. Angst und Gier sind demnach schlechte Ratgeber. Privatanleger, die Aktien jetzt panisch verkaufen, können Gefahr laufen, herbe Verluste zu erleiden und mögliche Kursgewinne zu verpassen.

Flug- und Reisebranche besonders betroffen

Derzeit leiden besonders die Flug- und Tourismusbranche, Automobilbranche sowie Branchen mit langen Lieferketten unter der Corona-Pandemie. Viele Flugverbindungen wurden gestrichen, Urlaube über Ostern sind nicht möglich. Aktien von Fluggesellschaften, Flugzeugherstellern oder Reiseveranstaltern haben daher überdurchschnittlich stark unter dem Börsencrash gelitten.

Von den Corona-Börsenverlusten im ersten Quartal weniger betroffen waren hingegen defensive Aktien wie beispielsweise Energieversorger, Nahrungsmittelhersteller oder Pharmaunternehmen. Ihre Geschäfte sind von der Corona-Pandemie nicht so stark getroffen, getreu der Börsenweisheit "gegessen wird immer".

ETF-Sparpläne weiterlaufen lassen

Ein Exchange-Traded Fund (kurz ETF) ist ein börsengehandelter Indexfonds und bildet einen Index wie beispielsweise den Dax oder den MSCI World 1:1 nach. Experten sehen in ETFs einen Vorteil wegen ihren niedrigen, jährlichen Kosten.

Wer einen ETF-Sparplan auf einen Index wie beispielsweise den Dax oder den MSCI World laufen hat und somit jeden Monat für einen gewissen Betrag Anteile kauft, sollte diesen weiterlaufen lassen, rät Marktcheck-Finanzexpertin Barbara Sternberger-Frey. Das gilt für alle, deren Anlagehorizont langfristig ist – also mindestens 10 bis 15 Jahre. Denn jetzt zu Zeiten von niedrigeren Börsenkursen kaufen Anleger für den gleichen Betrag mehr Anteile und können so auch wieder größere Gewinne einfahren, wenn sich die Kurse erholen.

Ganz konkret: Liegt die Sparrate beispielsweise bei 100 Euro im Monat und lag der Wert des besparten Index am 1. Januar bei zehn Euro, erhielt der Anleger zehn Anteile pro Sparquote. Bei einem niedrigeren Kurs, beispielsweise sieben Euro, erhält der Sparer pro 100 Euro 14,29 Anteile mit einer Tranche.

Die derzeitig niedrigen Börsenstände sind für langfristige Anleger mit ETF-Sparplänen also vorteilhaft. Wichtig ist jedoch: Das Geld sollte nicht kurzfristig benötigt werden. Anlagestrategien und Tipps für junge Anleger stellen die Kollegen der ARD-Börse bereit.

Ich brauche Geld und habe Aktien: Soll ich jetzt verkaufen?

Wer derzeit Geld dringend braucht und Aktien hat, kann darüber nachdenken, Aktien zu verkaufen. Den Betroffenen sollte allerdings bewusst sein, dass sie teilweise hohe Kursverluste realisieren.

Sparguthaben bis 100.000 Euro sind sicher

Menschen, die ihr Geld auf dem Sparbuch, Giro- oder Tagesgeldkonto haben, müssen meist keine Verluste fürchten. Selbst wenn eine Bank pleite gehen sollte, sind Guthaben von 100.000 Euro pro Person und Bank durch die Einlagensicherung gesichert. Weitere Informationen zur Einlagensicherung stellen die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (BaFin) und die Bundesbank auf ihren Webseiten zur Verfügung.

Die mittlerweile europäisch geregelte Einlagensicherung für Sparguthaben wurde auch während der Finanzkrise 2007/08 nicht angetastet, weswegen es Experten auch jetzt für unwahrscheinlich halten, dass dies in der Corona-Krise passieren wird.

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Marktcheck SWR Fernsehen

Gegen Negativzinsen helfen verschiedene Konten

Viele Banken und Kreditinstitute verlangen derzeit negative Zinsen für hohe Sparvermögen. Vermögendere Menschen, die mehr als 100.000 Euro auf dem Konto haben wollen, können einfach ein Konto bei einer zweiten Bank eröffnen. So können sie mehr Geld absichern und umgehen möglicherweise auch negative Zinsen.

Ist Gold lukrativ?

Viele Experten raten dazu, Gold als Absicherung fürs Depot zu kaufen. Doch Gold ist keine absolut sichere Anlage, es birgt beispielsweise ein Währungsrisiko und ist teuer aufzubewahren. In der Vergangenheit konnte es schon bis zu 25 Jahre dauern, bis ein Goldanleger seine Verluste wieder ausgeglichen hatte.

Zudem ist der Gold-Preis schon sehr hoch, Anleger steigen hier also auch mit hohen Preisen ein. Zudem bringt Gold weder Zinsen noch Dividenden. Die Verbraucherzentrale rät deshalb dazu, maximal fünf bis zehn Prozent des Depots in Gold zu investieren.

Wer physisches Gold, also Barren oder Münzen wie der Krügerrand, innerhalb eines Jahres mit Gewinn verkauft, hat eine Freigrenze von 600 Euro. Es handelt sich dabei um ein privates Veräußerungsgeschäft nach Paragraph 23 Abs. 1 Nr. 2 EStG. Gewinne über 600 Euro werden mit dem persönlichen Einkommensteuersatz besteuert. Nach einem Jahr sind Gewinne vollkommen steuerfrei, Verluste werden steuerlich ebenfalls nicht berücksichtigt. Beim Kauf von Gold mit mindestens 995 Karat fällt keine Mehrwertsteuer an.

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