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Bierdosen, Lippenstifte, edle Gewürze: Adventskalender ohne Schokolade werden immer beliebter. Manche kosten mehr als 100 Euro. Aber stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis?

Schokolade hinter 24 Türchen zum Luxus-Preis

Bei Schokoladen-Kalendern zahlen Kunden im Extremfall fast fünfmal mehr als für dieselbe Warenmenge in normaler Verpackung. Das können Kunden selbst schnell nachrechnen. Bei Kalendern mit Produkten für Erwachsene wird die Rechnung komplizierter.

Platz 1: Doppelter Warenwert beim Kosmetikkalender

Der Adventskalender des amerikanischen Kosmetikherstellers Maybelline kostet 40 bis 50 Euro. Dafür bekommt der Kunde 18 Make-up Produkte in Originalgröße sowie drei in Minigrößen sowie Kosmetik-Zubehör. Der Warenwert beträgt 91,95 Euro.

Adventskalender der US-Kosmetikfirma Maybelline (Foto: SWR, Marktcheck-Beitrag vom 15.11.2019)
Der Adventskalender der Kosmetikfirma Maybelline enthält 24 Make-up Artikel. Marktcheck-Beitrag vom 15.11.2019

Platz 2: Bio-Müsli im Wert von 17 Euro zusätzlich

Das bayerische Lebensmittelunternehmen Mymuesli hat einen quadratischen Adventskalener mit 24 verschiedenen Müsli-Mischungen für rund 50 Euro im Angebot. Nach Herstellerangaben sind alle Mischungen in bio-Qualität und neun Mischungen exklusiv nur im Kalender erhältlich. Der Warenwert beträgt 67,86 Euro.

Advetnskalender von Mymuesli (Foto: SWR)
Der Adventskalender mit Müsli-Mischungen ist ein große Würfel.

Platz 3: Bei Cremes und Ölen zahlt man drauf

Der Kalender aus dem Pflegeprodukte-Unternehmen Kneipp kostet in Drogeriemärkten 40 bis 50 Euro. Er enthält 24 kleine Fläschchen mit Dusch - und Handcremes, Bade-, Massage- und Hautölen. Der Warenwert beträgt aber nur 30 Euro.

Adventskalender von Kneipp (Foto: SWR, Marktcheck-Beitrag vom 15.11.2019)
Im Adventskalener von Kneipp stecken kleine Tuben und Fläschchen. Marktcheck-Beitrag vom 15.11.2019

Verpackung treibt die Preise in die Höhe

Rund 250 süße Kalender gibt es zu kaufen – über die Hälfte davon richtet sich an Erwachsene. Dabei fällt auf: Viele Hersteller bieten gleich mehrere Kalender an. Milka hat dieses Jahr acht Kalender, Marzipan von Niederegger steckt in zehn Kalender-Variationen. Lindt-Kalender gibt es sogar in 26 Varianten. Der Preis für die Schokolade in der Kalenderpackung ist deutlich höher als sonst: Beim Niederegger Adventskalender Marzipan Klassiker sind es umgerechnet 32 Prozent mehr, beim Lindt Edelbitter 222 Prozent und beim Milka Kalender in Turmform 360 Prozent. Die Hersteller begründen dies wie folgt:

„Insbesondere der Herstellungsprozess von Adventskalendern, wie zum Beispiel dem Milka 3D-Adventskalender in Hausform, ist deutlich aufwendiger und damit teurer.“

Stellungnahme Milka

Auch Lindt verweist auf eine aufwendigere Verpackung und ergänzt: „Zudem werden die Adventskalender manuell befüllt und verschlossen.“

Wir bringen die Adventskalender zu einem Verpackungsexperten, der die Aussagen der Hersteller überprüfen soll.

„Sie brauchen eine eigene Kunststoff-Form und einen eigenen Druck. Sie haben dort eine Stanzform. Das müssen Sie alles für sich individuell anpassen lassen. Und das treibt dann die Kosten in die Höhe.“

Professor Sebastian Klaus, Verpackungsexperte an der Beuth Hochschule für Technik Berlin
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