Baden-Württembergs Verkehrsminister Hermann steht unter einem nachgerüsteten ADAC-Testwagen. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Marijan Murat/dpa)

ADAC-Test mit Euro-5-Motoren Keine Nachteile durch Diesel-Nachrüstung

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Super Stickoxidwerte und keine Motor-Schäden: Nach einem Test mit nachgerüsteten Euro-5-Dieseln appelliert der ADAC an die Autokonzerne, mehr Updates anzubieten.

Euro-5-Diesel, die nachträglich mit einem SCR-Katalysator ausgerüstet werden, können gut funktionieren. Dies zeigt ein Test des ADAC Württemberg, bei dem drei nachgerüstete Dieselfahrzeuge über fünf Monate und 50.000 Kilometern gefahren wurden. Dabei konnten umweltschädliche Stickoxidwerte bis zu 80 Prozent gesenkt werden. Eine nachlassende Performance beim Motor stellte Reinhard Kolke, Leiter des ADAC-Technikzentrums, nicht fest. Die Nachrüstsysteme und damit die Abgasreinigung liefen im Test zuverlässig.

Männerhand zeigt  bei einem nachgerüsteten Volvo XC60 auf einen Hydrolyse-Reaktor neben einem SCR-Katalysator. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture-alliance / Reportdienste -)
Nachrüstungs-Hardware: Hydrolyse-Reaktor neben einem SCR-Katalysator. picture-alliance / Reportdienste -

Dabei gab es immer wieder kleinere Reparaturen oder den Austausch von Verschleißteilen. Schäden an anderen Motorteilen des Fahrzeugs – derzeit noch von vielen Euro-5-Dieselfahrern mit Blick auf die Nachrüstung befürchtet – konnten dagegen nicht festgestellt werden.

Bei Kälte sind Nachrüst-Systeme überfordert

Dafür hat der ADAC-Test an anderer Stelle ein Problem aufgedeckt: Kommt der Herbst und es wird kühler, dann können die Nachrüstsystem an ihre Grenze kommen. Möglicherweise so deutlich, dass die Reinigungsleistung der nachgerüsteten Fahrzeuge nicht ausreicht, um die vorgeschriebenen Abgaswerte einzuhalten. Hauptgrund dafür: die serienmäßig hohen Abgasemissionen der Euro-5-Diesel.

Autos im Schnee (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture-alliance / Reportdienste -)
Bei Kälte funktionieren Diesel-Nachrüst-Systeme nicht so gut. picture-alliance / Reportdienste -

Der ADAC fordert deshalb die Autohersteller auf, mehr Software-Updates anzubieten. Dann könne ein Nachrüstsystem auch bei kalter Witterung besser greifen.

Land beteiligte sich am ADAC-Test mit Steuergeldern

Allerdings stellen sich die meisten Autohersteller beim Thema Nachrüstung quer oder verweigern die Zusammenarbeit. Nur ein Autobauer wird derzeit vom ADAC gelobt: Daimler sei eine positive Ausnahme, so der Chef des ADAC Württemberg Dieter Roßkopf.

Baden-Württembergs Verkehrsminister Hermann steht unter einem nachgerüsteten ADAC-Testwagen. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Marijan Murat/dpa)
Baden-Württembergs Verkehrsminister Hermann steht unter einem nachgerüsteten ADAC-Testwagen. picture alliance/Marijan Murat/dpa

Das Land Baden-Württemberg hatte sich am ADAC-Test beteiligt. Die Kosten – insgesamt rund 300.000 Euro Steuergeld – seien gut angelegtes Geld, meinte der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann bei der Vorstellung der Testergebnisse.

Nachrüst-Systeme werden nicht für alle Diesel-Modelle erwartet

Nicht alle Euro-5-Dieselfahrer können mit einem Nachrüstsystem für ihr Auto rechnen. Laut ADAC sieht es für Daimler-, VW- und Volvo-Kunden gut aus. Für Modelle dieser Hersteller soll es ab dem Spätsommer erste Nachrüstsysteme geben. Dagegen dürfen sich die Kunden anderer Hersteller wenig Hoffnung machen. Opel verweigert nach ADAC-Angaben die Zusammenarbeit mit den Nachrüstern. Dies gelte auch für die meisten ausländischen Autohersteller, so der ADAC Württemberg.

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