Ein Messingschild mit den Sternen des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / dpa)

ZEW-Studie Hotel-Buchungsportale liefern intransparente Rankings

AUTOR/IN

Hotelpreise auf einem Vergleichsportal im Internet vergleichen und das günstigste auswählen: So einfach geht es leider nicht. Die Portale listen die Ergebnisse nicht immer im Sinne des Kunden.

Die Suchanfrage für ein Doppelzimmer in Hamburg am kommenden Wochenende ergibt bei verschiedenen Vergleichsportalen unterschiedliche Ergebnisse. Bei Expedia steht ein 3,5-Sternehotel im Stadtzentrum ganz oben in der Liste, für 211 Euro die Nacht. Das Portal Booking.com empfiehlt ein 5-Sternehotel etwas außerhalb, für 117 Euro. Wie diese Rankings zustande kommen und welche Faktoren bestimmen, welches Hotel das erste in der Liste ist, hat das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim wissen wollen. Dazu haben die Forscher die beiden größten Buchungsportale, Expedia und Booking.com sowie die Metasuchseite Kayak, untersucht.

Diese Faktoren bestimmen die Rankings

Das Ergebnis, Hotels rutschen im Ranking der Portale ab, wenn sie ihre Zimmer auf der eigenen Seite - oder bei einem Konkurrenzportal - günstiger anbieten als auf dem Portal. Für die Kunden sei das ein großer Nachteil, erklärt der Ko-Autor der ZEW-Studie, Reinhold Kesler: "Zum einen beeinflussen die Hotelbuchungsportale damit die Preisgestaltung der Hotels in der Gestalt, dass Hotels auf ihrer eigenen Webseite keinen günstigeren Preis setzen können, obwohl dort ihre Kosten am günstigsten sind, weil sie eben keine Kommission zahlen müssen. Auf der anderen Seite würde es auch die Qualität der Suche einschränken, weil Kunden eben nicht davon ausgehen, dass die Suchergebnisse auch von solchen Faktoren abhängig sind, sondern eher davon ausgehen, dass es von Qualität oder ähnlichen Faktoren abhängt".

Wichtig für Portalnutzer: Reihenfolge der Suchergebnisse selbst festlegen

Auf die Reihenfolge der Suchergebnisse ist also kein Verlass, denn für den Kunden ist nicht klar, wie diese Rangfolge zustande kommt. Das zeigt übrigens auch eine andere aktuelle Untersuchung des Bundeskartellamts. Das Problem kann allerdings leicht umgangen werden nämlich, indem der Kunde selbst festlegt, in welcher Reihenfolge die Suchergebnisse angezeigt werden. Ein Klick genügt, dann kann man nach Preis oder nach Gästebewertungen sortieren. Hierauf haben die Portale keinen Einfluss.

Zudem lohnt es sich oft auch den Zimmerpreis beim Hotel direkt anzufragen: Laut ZEW-Studie ist jedes vierte Angebot auf der hoteleigenen Homepage günstiger als auf einem Suchportal.

AUTOR/IN
STAND
ONLINEFASSUNG