Strommasten und Windkraft (Foto: dpa Bildfunk, Carsten Rehder/dpa +++ dpa-Bildfunk)

Wo es klemmt beim Klimaschutz Die Energiewende erfordert mehr Strom

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Wind und Sonne machen den Strom der Zukunft – annähernd die Hälfte im Strom-Mix sind bereits Erneuerbare Energien. Trotzdem ist der Sektor weit entfernt von seinem Ziel für 2030.

Denn nach den Klimazielen der Bundesregierung müssten es gut 60 Prozent weniger Treibhausgase sein als 1990. Bisher ist der Treibhausgas-Ausstoß aber nur um ein starkes Viertel gesunken. Das liegt vor allem daran, dass die Kohlekraftwerke fröhlich weiterlaufen. Sie haben – jedenfalls bis zu diesem Frühjahr – Strom produziert bis zum Abwinken. Der große Überschuss wurde dann in die Nachbarländer exportiert.

CO2-Zertifikate reduzieren Stromproduktion in Kohlekraftwerken

Das ändert sich gerade eben. Denn die Kohlekraftwerke müssen für jede Tonne CO2, die sie erzeugen, Verschmutzungszertifikate kaufen – also das Recht, die Atmosphäre aufzuheizen. Sie unterliegen ja schon länger dem EU-Emissionshandel. Aber die Preise für diese Zertifikate waren völlig unbedeutend. Vor allem deshalb, weil zu viele dieser Zertifikate ausgegeben worden waren. Und in Deutschland wurden sie sogar an die Unternehmen verschenkt. Nach einigen Nachbesserungen ziehen die Preise aber nun seit einigen Monaten an. Aktuell müssen die Energieunternehmen 25 Euro je Tonne zahlen. Das verteuert die Kilowattstunde etwa um zwei Cent. Offenbar reicht das, um ihnen den Spaß an der Sache zu verderben. Die Exporte sind auf netto Null zurückgegangen.

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18:00 Uhr
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SWR Fernsehen BW

Windkraft leidet unter einer Flaute

Gleichzeitig stockt aber der Ausbau der Windkraft. In diesem Jahr kann man von einem Zusammenbruch sprechen. Es wird kaum noch neu gebaut. Widerstand vor Ort, Beschränkungen und zu lange Genehmigungszeiten sind dafür verantwortlich, sagen Branchenvertreter und Politiker einhellig.

Kohlekraftwerk und Windräder produzieren Strom (Foto: dpa Bildfunk, Julian Stratenschulte/dpa +++ dpa-Bildfunk)
Kohlekraftwerk und Windräder produzieren Strom. Julian Stratenschulte/dpa +++ dpa-Bildfunk

Energiewende verlangt nach mehr Strom

Der Plan: Bis 2030 soll der Anteil der Erneuerbaren bei 65 Prozent liegen. So steht es im Koalitionsvertrag. Tatsächlich passt das nicht zu den Klimazielen im Energiesektor. Denn die gesamte Energiewende – inklusive Elektroautos und Wärmepumpen – wird den Stromverbrauch deutlich steigen lassen.

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