Schnorbach - Fachwerkhaus energetisch saniert (Foto: SWR, SWR -)

Wo es klemmt beim Klimaschutz Energetische Sanierung von Gebäuden weit zurück

AUTOR/IN

Rund ein Siebtel der Klimagase heizen wir zum Schornstein raus. Im Gebäudesektor muss am meisten getan werden: Bis 2030 sollen die Emissionen um zwei Drittel runter.

Auch im Gebäudebereich war der Anfang leicht, denn das Bezugsjahr ist ja 1990 – nach der Wende wurde im Osten viel saniert. Das hat den Bedarf an Kohle, Öl und Gas deutlich gesenkt. Seitdem geht es nur noch langsam voran.

Größere Wohnungen, zu viel fossile Brennstoffe, zu wenig Wärmedämmung

Das liegt zum Teil auch daran, dass wir uns immer mehr Wohnraum gönnen. Die Wohnfläche pro Kopf ist seit 1990 von 34 auf 46 Quadratmeter gestiegen. Das muss alles geheizt werden – und zwar immer noch überwiegend fossil: die Hälfte der deutschen Wohnungen mit Gas, ein Viertel sogar noch mit Öl. Wärmepumpen und solarthermische Anlagen sind selbst bei Neubauten noch nicht die Regel.

Auch bei der Wärmedämmung läuft es nicht gut. Nicht einmal ein Prozent der Gebäude werden pro Jahr saniert. Anders gesagt: Erst in 100 Jahren sind alle auf dem neuesten Stand. Die Quote müsste mindestens verdoppelt werden, zeigen Studien. Förderprogramme gibt es im Gebäudesektor genügend – aber sie wirken nicht.

Dauer

Der Plan: Höhere CO2-Preise sollen Öl- und Gasverbrauch senken

Ein höherer CO2-Preis soll auch in diesem Sektor helfen. Höhere Preise könnten die Lust an Öl und Gas bremsen und das Dämmen lukrativer machen. Die große Koalition hat eigentlich auch Steuerabschreibungen für die energetische Sanierung vorgesehen – aber bislang gibt es dazu weder einen Beschluss noch Geld.

AUTOR/IN
STAND
ONLINEFASSUNG