Lebensmittelverpackung So gerät giftiges Alu ins Essen

Wie stark reagiert Alufolie mit verschiedenen Lebensmitteln und geht in sie über? Und was ist mit Essen, welches in Aluschalen verkauft wird?

Dauer

Aluminium steht laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) im Verdacht, sich negativ auf Fruchtbarkeit und Knochenentwicklung auszuwirken. Verschiedene Studien versuchen außerdem, einen Zusammenhang zwischen der Aufnahme von Aluminium und einer Alzheimer-Erkrankung nachzuweisen. Wissenschaftler finden regelmäßig hohe Alu-Konzentrationen in den Hirnen von Alzheimer-Patienten. Noch ist jedoch nicht klar, ob das Aluminium die Krankheit mit auslöst oder ob als Begleiterscheinung der Krankheit Aluminium leichter ins Hirn gelangt.

Die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat den Grenzwert für die wöchentliche Aufnahmemenge auf 1 Milligramm Aluminium pro Kilogramm Körpergewicht festgelegt. Bis dahin soll eine Aufnahme unbedenklich sein. Die tatsächliche Aufnahmemenge liegt laut EFSA jedoch bei bis zu 1,5 Milligramm.

Aufnahme über die Nahrung

Aufgenommen wird Aluminium in der Regel über Kosmetika wie Deodorants, über Arzneimittel, Trinkwasser und Nahrung. So werden beispielsweise Aluminiumverbindungen als Lebensmittelzusatzstoffe verwendet - zum Beispiel in Überzügen für Süßigkeiten oder als Farbstoffe.

Zusätzlich gerät Aluminium häufig über Verpackungen wie Alufolie oder aluhaltiges Geschirr ins Essen. Durch Säure und Salz löst sich das Metall und kann so auf Lebensmittel übergehen. Viele Behälter sind aus diesem Grund mit Kunststoff beschichtet. Für den Verbraucher ist jedoch schwer festzustellen, ob eine Beschichtung existiert oder nicht. So werden Fertiggerichte für den Backofen, wie Grillkäse oder Fisch, häufig in unbeschichteten Aluschalen geliefert. Gerade das Erhitzen verstärkt jedoch die Korrosion des Metalls.

Aluminium vermeiden

Vor allem zum Erhitzen von Speisen sollte kein Aluminium verwendet werden. Besser ist es, die Pizza auf Backpapier zu legen und das Schlemmerfilet vor dem Backen in eine feuerfeste Form, beispielsweise aus Glas oder Edelstahl, umzufüllen.

Da auch Frischhaltefolie als plastikhaltiges Einweg-Produkt eine Umweltbelastung darstellt, bieten sich zum Einwickeln und Abdecken von Speisen Bienenwachstücher an. Diese sind biologisch abbaubar und wiederverwendbar - Flecken können einfach abgewischt werden. Zudem hat Bienenwachs eine antibakterielle Wirkung, die Lebensmittel nicht so leicht verderben lässt. Für rohes Fleisch und rohen Fisch sind sie trotzdem nicht geeignet.

Wachstücher als Alufolien-Ersatz

Kaufen kann man die Wachstücher im Bioladen oder im Internet - sie lassen sich aber auch relativ leicht selbst herstellen:

  • Reinen Baumwollstoff auf die gewünschte Größe zuschneiden. Neue Stoffe am besten vorher einmal waschen und trocknen lassen. Auf ein Stück Backpapier legen, welches größer als der Stoff ist.
  • Bienenwachs auf dem Stoff verteilen: Entweder einen Bock mit einer Reibe reiben oder gleich Granulat verwenden. Lieber erst etwas weniger Wachs nehmen; Durch zu viel Wachs wird das Tuch zu starr.
  • Einen zweiten Bogen Backpapier auf den Stoff legen. Vorsichtig bügeln, bis das Wachs geschmolzen ist und der gesamte Stoff getränkt ist. Vor dem Abziehen des Papiers etwas abkühlen lassen, um sich nicht zu verbrennen. An Stellen, wo noch kein Wachs hingelangt ist, nachbessern und die Prozedur wiederholen.
  • Zusätzlich kann dem Bienenwachs etwas Kokosöl zugegeben werden, dann werden die Tücher geschmeidiger. Eine Alternative zum Bügeleisen ist außerdem der Backofen: Dafür ein Blech mit Backpapier auslegen, darauf das Tuch geben, auf dem man Wachs und optional Öl verteilt hat. Bei 85 Grad Celsius warten, bis alles geschmolzen ist. Die fertigen Tücher mit unbehandelten Tüchern abtupfen, so geht nichts verloren.

Der Text gibt den Stand zum Sendungsdatum wieder

Filmautor: Thorsten Link | Online: Sola Hülsewig
© SWR Marktcheck

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