Dieselautos (Foto: SWR, picture alliance, dpa -)

Vollständiges Einfahrverbot ab 2025 beschlossen Straßburg sperrt alle Diesel aus

Ab 2025 sollen Dieselfahrzeuge nicht mehr in der Elsassmetropole fahren dürfen. Betroffen sind auch neuste Motoren - obwohl diese offiziell nur noch wenig Stickoxid ausstoßen.

Der Straßburger Stadtrat macht beim Thema Luftreinhaltung Ernst: Einem Beschluss des Gremiums zufolge soll es in der Stadt ab 2021 eine Umweltzone geben. In diese dürfen dann nur noch Fahrzeuge einfahren, die die Umweltplakette "Crit'Air" besitzen.

In den folgenden Jahren sollen die Anforderungen für die Einfahrerlaubnis stufenweise angehoben werden. In einem letzten Schritt dürfen ab 2025 nur noch Elektroautos und Benziner ab dem Baujahr 2011 dann nach Straßburg fahren. Das entspricht einer vollständigen Verbannung von Diesel-Pkws.

Straßburg hat Stickoxidwerte im Blick

Mit den Einfuhrverboten hat die Stadtverwaltung vor allem einen Schadstoff im Blick: Die Stickoxidwerte in Straßburg sollen deutlich gesenkt werden. Nachrangig soll auch die Feinstaubbelastung durch die schrittweisen Verbote zurückgehen. Ob die Maßnahmen an dieser Stelle greifen, ist allerdings fragwürdig. Schließlich stoßen moderne Benziner mehr Feinstaub aus als neue Dieselmotoren.

Dauer

Doch auch in Hinblick auf die Stickoxid-Werte spricht aus der neuen Straßburger Regelung ein grundsätzliches Misstrauen gegenüber Dieselmotoren. Denn neuere Diesel, die in Deutschland als 6dtemp bezeichnet werden, stoßen eigentlich nur noch sehr wenige Stickoxide aus - zumindest laut den Zulassungsbescheiden. Wenn man solchen Analysen glauben schenkt, sollten diese Autos also auch weiterhin in Straßburg fahren dürfen. Doch die Stadtverwaltung macht mit ihrer Entscheidung nun einen Strich unter den Diesel in der Stadt.

Diesel in Frankreich auf dem Rückzug

Allgemein verliert der Diesel in Frankreich an Boden. Das hat auch mit seiner Funktion für die dortige Autoindustrie zu tun. Französische Marken haben den Diesel vor allem bei kleineren Fahrzeugen eingesetzt – ganz im Gegensatz zu deutschen Herstellern, wo der Diesel bei großen und schweren Fahrzeugen dominiert.

Gerade bei den kleinen Fahrzeugen dürfte der Diesel jedoch in den kommenden Jahren Marktanteile verlieren. Denn der Vorteil beim Verbrauch ist bei den ohnehin sparsamen kleinen Fahrzeugen kaum messbar. Dem Gegenüber steht jedoch ein enormer Aufwand, etwa beim Motor oder der Abgasreinigung. Daher sind Benziner in diesem Segment die effizientere Wahl. Dazu kommt die zunehmende Konkurrenz durch einen weiteren Antriebstyp: Elektrofahrzeuge werden sich aller Vorraussicht nach im Kleinwagenbereich als erstes durchsetzen.