Alte Waschmaschinen im Waschsalon (Foto: SWR, Tina Bosse/Unsplash)

Verschmutzung der Meere Mikroplastik beim Waschen vermeiden

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Klamotten aus Kunstfasern sind praktisch. Beim Waschen spülen sie allerdings Mikroplastik ins Wasser – auch in die Meere. Mit diesen Tipps lässt sich das vermeiden.

Ob im Meer, in den Flüssen, im Boden oder im Eis der Polargebiete: Mikroplastik kommt fast überall in der Umwelt vor. Eine von vielen Quellen ist der Faserabrieb aus unseren Waschmaschinen – wenn wir zum Beispiel Fleece-Pullis waschen. Bei jedem Waschgang lösen sich Fasern von der Kleidung und werden ins Wasser gespült.

Tipp 1: Möglichst kurz und kalt waschen

Das scheint eine Wissenschaft für sich zu sein – die Sache ist auch etwas verwirrend. Eigentlich könnte man ja denken, dass der Schonwaschgang die Klamotten weniger stark bewegt und dass es dann weniger mechanischen Abrieb gibt. Versuche schienen das auch zu bestätigen.

kniendende Frau befüllt Waschmaschine mit Wäsche (Foto: dpa Bildfunk, dpa Themendienst/Fotografen: Silvia Marks -)
Die Waschmittel werden bei 40 Grad Celsius getestet. dpa Themendienst/Fotografen: Silvia Marks -

Forscher der Universität Newcastle in England haben Medienberichten zufolge aber kürzlich herausgefunden, dass der Schonwaschgang bei Polyester im Gegenteil sogar besonders viele Plastik-Mikrofasern freisetzt. Wahrscheinlich, weil in diesem Programm sehr viel Wasser genutzt wird, dass die Fasern aus dem Material spülen kann. Andere Forscher, diesmal von der Universität Leeds, sagen: Entscheidend seien Waschzeit und Temperatur. In ihren Versuchen kam raus: Wer Mikrofasern vermeiden will, der sollte vor allem auf kurze und kalte Waschprogramme setzen – zum Beispiel 30 Minuten bei 25 Grad.

Tipp 2: Weniger waschen

Wer Mikroplastik im Abwasser vermeiden will, kann auch überlegen: Muss ich überhaupt schon waschen? Nach dem Sport wahrscheinlich schon – andere Sachen kann ich aber vielleicht auch gut mehrmals tragen, bevor sie in die Maschine müssen. Also nur waschen, was schmutzig ist oder riecht. Dann laufen vielleicht ein paar Maschinen weniger – und es gibt weniger Mikrofaser-Abrieb.

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Tipp 3: Naturfasern kaufen

Man kann natürlich weniger Klamotten aus Synthetik-Fasern kaufen. Fleece-Pullis, Strickjacken, Schals oder Mützen, sind häufig aus Polyester und Polyacryl. Das sind Quellen für Mikroplastik. Einfach mal aufs Etikett gucken. Vielleicht gibt’s im Laden auch Oberteile aus Baumwolle, Wolle und anderen Naturfasern.

Das sind die Modetrends des nächsten Winters Naturmode zum Reinkuscheln

vier Models zeigen Strickmode auf dem Laufsteg (Foto: SWR, Sabine Schütze)
Das Unternehmen APU KUNTUR bietet moderne Kleidung aus Alpaka-Wolle und Bio-Baumwolle an. Im Familienbetrieb in Peru mit knapp 50 Mitarbeitern werden die Kleider und Accessoires nach Fair-Trade-Richtlinien produziert. Sabine Schütze Bild in Detailansicht öffnen
Mode und Accessoires von AnRa werden aus Merinowolle in Handarbeit direkt in Rothenburg ob der Tauber gefertigt. Rot als Hauptfarbe setzt ein Statement. Wolle vom Merino-Schaf kratzt weniger auf der Haut und wärmt auch noch, wenn sie nass ist. Sabine Schütze Bild in Detailansicht öffnen
Wasserabweisende Kleidung geht auch ohne giftige PFCs. Diese per- und polyfluorierten Chemikalien reichern sich in der Umwelt an, weil sie sich nicht abbauen. Sie können Krebs fördern, wirken hormonell und verringern die Fruchtbarkeit. Sabine Schütze Bild in Detailansicht öffnen
Schweikhardt Moden produziert modernen Strick in der Tradition der Reutlinger Alb. Die Ware ist GOTS zertifiziert, also nach dem Global Organic Textile Standard. Der ist als weltweit führender Standard für die Verarbeitung von Textilien aus biologisch erzeugten Naturfasern anerkannt und berücksichtig auch soziale Kriterien. Sabine Schütze Bild in Detailansicht öffnen
Unterwäsche aus Naturfasern ist alles andere als langweilig. Sanftweiche Merinowolle wärmt. Eine Mischung aus Bio-Baumwolle und Seide ist ideal temperaturausgleichend und wirkt besonders beruhigend auf allergene Haut. Im Vergleich zur konventionell angebauten Baumwolle, die umfassend gespritzt wird, macht Bio-Baumwolle bislang deutlich weniger als ein Prozent auf dem Weltmarkt aus. Trotzdem ist sie inzwischen überall im Einzelhandel zu finden. Sabine Schütze Bild in Detailansicht öffnen
Das kleine dänische Label JALFE präsentiert typisch skandinavische Jersey-Kleidung aus feiner Merinowolle oder Bio-Baumwolle. Die sportlichen Basics können in vielen Varianten immer wieder neu kombiniert werden. Sabine Schütze Bild in Detailansicht öffnen
In den Bikinis und Leggings von INASKA werden recycelte Nylonfasern verarbeitet. Die stammen von alten Fischernetzen, Teppichresten und Plastikabfällen. Jedes Jahr gelangen mehr als 12 Millionen Tonnen Plastikabfall ins Meer. Bild in Detailansicht öffnen
Alpaka-Wollmäntel sind nicht nur extrem weich und sanft, sie sind auch antistatisch. Sie sind die perfekte Wintermode, weil Alpakawolle Feuchtigkeit gut abtransportiert und hervorragend wärmt. Die Alpakas, die schonend geschoren werden, grasen in Peru auf Höhen, in denen andere Landwirtschaft kaum möglich ist. Sabine Schütze Bild in Detailansicht öffnen
Die INNATEX ist seit über 20 Jahren die Ordermesse für Naturtextilien im Einzelhandel. Mehr als 200 Aussteller zeigen hier, wie die Mode kommenden Winter aussehen wird. Sabine Schütze Bild in Detailansicht öffnen

Und dann: Am besten nicht dem Auto zum Einkaufen fahren. Was als Quelle von Mikroplastik nämlich viel mehr ins Gewicht fällt als die Synthetik-Fasern – das ist der Abrieb von Reifen.

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