Unter einigen Münzen liegt ein Kassenbon, darauf zulesen: "MWST:19%" und MWST:7 %" (Foto: dpa Bildfunk, Jens Büttner)

Fünf Fakten, die Sie noch nicht wussten So skurril ist die Mehrwertsteuer in Deutschland

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19 Prozent auf Tampons, sieben Prozent auf Katzenfutter: Dass einige Regeln bei der Mehrwertsteuer ungerecht scheinen, ist vielen bekannt. Fünf besonders skurrile Regelungen.

1. Weihnachtsbäume: Vier verschiedene Steuersätze

Auf die Spitze getrieben wird das Wirrwarr bei Weihnachtsbäumen: Gleich vier verschiedene Mehrwertsteuersätze sieht das Gesetz vor – abhängig vom Verkäufer und dem Zustand, in dem der Baum abgegeben wird:

Wird ein wild gewachsener Baum direkt von einem Landwirt verkauft, kassiert der nur 5,5 Prozent Mehrwertsteuer. Ein Händler, der den Baum zuvor selbst gekauft hat, muss seinen Kunden sieben Prozent in Rechnung stellen. Stammt der Baum dagegen aus einer Großkultur, fallen 10,7 Prozent an. Und auf einen fertig geschmückten Baum ist sogar der volle Satz von 19 Prozent zu entrichten.

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2. Apfelprodukte: Flüssig wird's teuer

Äpfel werden als Gut des täglichen Bedarfs reduziert besteuert, sieben Prozent des Kaufpreises muss der Kunde also drauflegen. Wer das Obst allerdings lieber in flüssiger Form zu sich nimmt, muss tiefer in die Tasche greifen: Bei Apfelsaft greift der volle Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent.

3. Currywurst: Im Stehen ein Schnäppchen

Wer an der Imbissbude eine Currywurst kauft und sich dort an einen Tisch setzt, muss 19 Prozent Mehrwersteuer zahlen. Ungemütlicher wird's, wenn man die Wurst im Stehen isst – aber dafür auch deutlich günstiger: Bei der "Wurst-to-go" greift der Staat nur sieben Prozent Mehrwertsteuer ab. Ähnliches gilt für die meisten Snacks, die sowohl zum Mitnehmen als auch zum Essen vor Ort angeboten werden: Wer seine Mahlzeit auf die Hand nimmt, zahlt weniger Steuern.

4. Süßkartoffeln mit gesalzenem Preis

Auch Kartoffeln fallen in Deutschland unter den reduzierten Mehrwertsteuersatz, sie gehören zum Grundbedarf. Anders sieht es bei Süßkartoffeln aus: Für sie ist der normale Satz zu zahlen, also 19 Prozent.

5. Trüffel gehören zum Grundbedarf

Wenn eine Pflanze für einen ausschweifenden Lebensstil steht, dann ist es der Trüffel. Wer den Pilz regelmäßig auf dem Speiseplan hat, lebt in Luxus. Die Mehrwertsteuerregeln sehen das allerdings anders: Bei einem Trüffel fällt nur der reduzierte Satz an. Er gilt vor den Gesetz also Grundbedarfsmittel.

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