Löcher in Klamotten Die 7 besten Tipps gegen Kleidermotten

Sex-Fallen, Lavendelsäckchen und Parasiten: Wenn es im Kleiderschrank flattert und die Klamotten von Motten durchlöchert werden, helfen diese sieben Tipps.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
20:15 Uhr
Sender
SWR Fernsehen

Tipp 1: Feind erkennen

Wer Motten entdeckt und unsicher ist, ob es Lebensmittel- oder Kleidermotten sind, kann das am besten mit Sex-Fallen herausfinden. Danach kann zielgerichtet der Kampf beginnen.

Mit sogenannten Pheromon-Klebefallen (Pheromone sind Sexuallockstoffe) können Textilmotten identifiziert werden. Wichtig dabei: Fallen immer nur bei geschlossenen Fenstern aus der Verpackung holen. Denn sie locken Motten auch von draußen an. Ärgerlich ist das, wenn die Klebefalle nur der Diagnose dient, ob überhaupt Motten im Haus sind.

Die Larve einer Kleidermotte bei der Arbeit. (Foto: SWR)
Nur die jungen Motten im Larvenstadium fressen Löcher in Kleidungsstücke mit tierischen Fasern.

Tipp 2: Keine tierischen Fasern kaufen

Kleidermotten fressen nur tierische Materialien: Wolle, Angora, Alpaka, Kaschmir, Federn, Pelz oder Leder. Diese Stoffe enthalten Keratin, ein Eiweißstoff. Von diesem Eiweiß ernähren sich die Larven. Streng genommen sind es die Larven, die sich durch Fasern fressen. Erwachsene Motten sind schon satt.

Tipp 3: Einfach aber mühsam - Killer-Temperaturen

Die einfachste, teilweise aber auch sehr mühsame und aufwendige Methode Textilmotten abzutöten: Klamotten zehn Sekunden in die Mikrowelle oder einige Tage ins Eisfach stecken. Im Winter bei Minustemperaturen kann man sie auch draußen hinlegen. Vorsicht vor dem Backofen-Tipp: Man kann Kleidungsstücke auch eine Stunde bei 60 Grad in den Backofen legen. Aber: Man muss unbedingt daneben stehen bleiben. Es besteht Brandgefahr!

Pulli wird zur Mottenbekämpfung in eine Mikrowelle gelegt. (Foto: SWR, Aus Marktcheck-Beitrag: Kampf gegen Motten)
Hohe und niedrige Temperaturen trocken Motten-Eier aus. In der Mikrowelle dauert das nur Sekunden. Aus Marktcheck-Beitrag: Kampf gegen Motten

Tipp 4: Effektiv aber teurer - natürliche Feinde

Winzige lebende Schlupfwespen, die man mit bloßem Auge kaum sehen kann, gehen auf die Suche nach Motten-Eiern und setzen dann ihre eigenen Eier hinein. So wird das Ei der Motte von der Schlupftwespe innerlich aufgefressen. Wenn keine Motten-Eier mehr da sind, sterben die Schlupfwespen aus. Schlupfwespen bekommt man zu 3000-Stück im Internet auf einem Klebstreifen. Kosten: Etwa 60 Euro für einen Single-Haushalt.

Winzige lebende Schlupfwespen auf einer Klebefolie. Daneben ein Euro-Stück zum Größenvergergleich.  (Foto: SWR, Aus Marktchek-Beitrag: Kampf gegen Motten)
So super-winzig sind 3000 Schlupfwespen. Sie fressen Mottenlarven in den Eiern auf und sterben dann. Aus Marktchek-Beitrag: Kampf gegen Motten

Tipp 5: Machbar aber unsicher - Wegwerfen und putzen

Bei dieser Methode werden alle Kleidungsstücke kontrolliert und Pullis durch vorsichtiges Auseinanderziehen nach Löchern abgesucht. Von Mottenlarven angefressene Textilien werden weggeschmissen. Die Schränke werden komplett leer geräumt und gründlich ausgewischt. Die Putzaktion am besten nach einigen Tagen zur Sicherheit nochmal wiederholen.

Tipp 6: Effektiv aber gesundheitsschädlich - chemisches Gifte

Bei Mottenmitteln steht auf den Verpackungen meist die Endung "thrin", beispielsweise Pyrethrin oder Deltamethrin. Dabei handelt es sich um sogenannte Kontaktgifte für Insekten. Für Menschen sind sie nicht ungiftig, warnen Chemiker und Verbraucherschüzer. Deswegen sollte man sie nach Möglichkeit weglassen.

Tipp 7: Prävention - Duftstoffe

Damit Motten gar nicht erst auf die Idee kommen, im Kleiderschrank ihre Eier abzulegen, empfehlen Fachleute vorbeugend Zedernholz und Lavendelsäckchen. Das Holz und die Pflanze strömen Duftstoffe aus, die Motten gar nicht mögen. Wer Geld sparen will, kauft sich ein Päckchen Lavendelblüten in der Apotheke und macht sich selbst aus dünnen Socken und Geschenkband Duftsäckchen.

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