Lebensmittelkontrolle: Temperaturmessung an einem Hähnchen (Foto: dpa Bildfunk, Uwe Anspach/dpa-Bildfunk)

Hygiene bei der Lebensmittelverarbeitung Ämter reagieren unterschiedlich auf „Topf Secret“

26.000 Mal wurde bis jetzt das Online-Portal „Topf Secret“ genutzt. Auch Verbraucher im Südwesten wollten wissen, wie sauber es im Lieblingslokal oder beim Bäcker an der Ecke ist.

Die Verbraucherschutz-Organisation Foodwatch und die Transparenz-Initiative „FragDenStaat“ erleichtern mit ihrem Online-Portal „Topf Secret“ den Kunden den Zugang zu den Ergebnisberichten von Lebensmittelkontrolleuren. Seit seinem Start Mitte Januar wurde das Onlineangebot bundesweit rund 26.000 Mal von Verbrauchern genutzt, um die Hygieneberichte von Restaurants, Bäckereien und anderen Lebensmittelbetrieben bei den Behörden anzufordern. Das haben die Betreiber der Plattform jetzt in einer ersten Zwischenbilanz bekannt gegeben.

Dauer

Verbraucher-Anfragen aus Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg

Die Anträge wurden demnach deutschlandweit von rund 15.000 Bürgern gestellt. In Baden-Württemberg wurde das Online-Portal „Topf Secret“ seit seinem Start rund 3.300 Mal genutzt, um bei den zuständigen Behörden Informationen von Betrieben im Land anzufordern. In Rheinland-Pfalz wurde das Online-Portal „Topf Secret“ seit Januar knapp 1.300 Mal genutzt für Berichte über rheinland-pfälzische Betriebe.

Manche Bundesländer lehnen Auskünfte über Hygiene ab

In den meisten Fällen hätten die Behörden bundesweit positiv reagiert und die angeforderten Hygieneberichte herausgegeben, heißt es in der Zwischenbilanz der Betreiber. Besonders in Baden-Württemberg ist die Auskunftsbereitschaft der Ämter laut Foodwatch sehr groß. Mit der Reaktion der Behörden im Land zeigte sich Foodwatch deshalb zufrieden, die Auskunftsbereitschaft sei sehr hoch.

Rheinland-Pfalz rangiert in Bezug auf die Auskunftsbereitschaft im Mittelfeld. Schlechte Noten gab es für die Ämter in Berlin und vor allem in Schleswig-Holstein, wo die Behörden die Herausgabe der Informationen kategorisch ablehnten.

Im Großteil der angeforderten Berichte fanden sich keine Beanstandungen. In Einzelfällen jedoch zeigten sie schwere Hygienemängel auf. So dokumentierten sie in Schnellrestaurants in Karlsruhe und Sinsheim unter anderem Schädlingsbefall und starke Verschmutzungen.

Verbraucherinformationsgesetz (VIG) regelt die Auskunftspflicht

Bisher werden die Ergebnisse von Lebensmittelkontrollen in Deutschland nur selten durch die Behörden selbst veröffentlicht. Das Portal „Topf Secret“ will es den Bürgern leicht machen, diese Ergebnisse anzufordern. Nach Ansicht der Betreiber haben Bürger einen gesetzlichen Anspruch auf die Kontrollergebnisse. Die Behörden seien nach dem Verbraucherinformationsgesetz (VIG) zur Auskunft verpflichtet. Eine Sicht, die auch das Verwaltungsgericht Mainz bestätigt, das es kürzlich als rechtmäßig bewertet hatte, wenn Behörden die Ergebnisse von Kontrollen herausgeben. Zahlreiche ähnliche Verfahren sind noch anhängig. In Deutschland sind mehr als 400 unterschiedliche Behörden zuständig für die Auskünfte.

AUTOR/IN
STAND
ONLINEFASSUNG