Toilettenpapier Womit wischt sich's am besten?

Marktcheck macht den Test

Marktcheck testet dreilagiges Toilettenpapier im Labor und in der Praxis. Sind Markenprodukte wirklich weicher und reißfester als die Rollen vom Discounter?

Toilettenpapier gibt es in vielen Farben und Varianten. Wir testen dreilagiges Papier von Hakle (2,89 Euro/Packung) und Zewa (2,99 Euro/Packung) sowie "kokett" vom Discounter Aldi und die Eigenmarken "ja" (Rewe) und "Gut und Günstig" (Edeka). "Kokett", "ja" sowie "Gut und Günstig" kosten jeweils 2,85 Euro/Packung. Die Packungen beinhalten jeweils zehn Rollen, die der Markenprodukte Hakle und Zewa enthalten nur acht Rollen - und die Rollen haben weniger Blätter. Damit sind die beiden Markenprodukte fast doppelt so teuer, wie die drei günstigeren Toilettenpapiere. Die Toilettenpapiere testen wir im Labor und in der Praxis auf ihre Weichheit und Reißfestigkeit.

Reißfestigkeit

Im Labor prüft ein Durchstoßtest die Reißfestigkeit der Papiere. Eine Kugel übt Druck auf ein eingespanntes Blatt aus, bis es reißt. Es simuliert dabei einen Finger, der auf die Oberfläche drückt. Ein Toilettenpapier fällt besonders auf: Das Produkt von "ja" reißt am schnellsten. "Kokett" wies die höchste Reißfestigkeit auf. Den Praxistest übernimmt eine dreiköpfige WG für uns. Eine Woche lang testen sie die fünf WC-Papiere. Auch dort gewann das Produkt von Kokett.

Wir haben bei Rewe nachgefragt, wieso das Toilettenpapier von "ja" am schnellsten gerissen ist. Rewe antwortet: "Mit der Dreilagigkeit und der übrigen Beschaffenheit des Produktes ist ein sicheres Hygieneergebnis verbunden als etwa mit zweilagigen Alternativen."

Weichheit

Die Weichheit entscheidet, wie angenehm das Klopapier beim Wischen wahrgenommen wird. Hakle wirbt mit einem "einzigartigen Wohlfühlkissen", Zewa betont die "umwerfende Kombination aus zwei weichen Außenlagen und einer starken Innenlage". Die Labortests ergeben nur wenige Unterschiede. Ein Produkt ist dabei etwas besser als die Konkurrenz: das Toilettenpapier "Gut und Günstig" von Edeka.

Wir fragen bei Hakle nach, wieso es trotz des versprochenen Wohlfühlkissens, schlechter abschneidet, als die günstige Rolle von Edeka. Hakle schreibt uns: "Grundsätzlich ist die Messbarkeit von Weichheit ein relativer Faktor, denn diese wird individuell empfunden."

Im Praxistest fand die Testerin das "Gut und Günstig"-Toilettenpapier am weichsten. Ihre beiden männlichen Kollegen empfanden das Papier von Hakle am weichsten. Die übrigen Papiere lagen etwa gleich auf.

Männer und Frauen fühlen unterschiedlich

"Bei Männern ist es oft so, dass die Hände größer sind," sagt Jukka Valkama, Papieringenieur an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg. Da die Hände von Männern und Frauen in der Summe die gleiche Anzahl an Gefühlsnerven haben, kämen bei Frauen mehr Gefühlsnerven auf die gleiche Fläche. Außerdem würden Männer häufiger in Berufen arbeiten, die die Finger fordern. "Das heißt, die Haut ist auch rauer und Frauen pflegen die Hände mehr. Und deswegen ist die Gefühlssensibilität bei Frauen höher", sagt Valkama.

Umweltverträglichkeit

Hakle, "ja" sowie "Gut und Günstig" tragen jeweils das FSC-Siegel. Ein Siegel, das für nachhaltige Forstwirtschaft steht. Zewa und "kokett" werben mit dem PEFC-Siegel, das ebenfalls Waldwirtschaftsstandards verspricht. FSC und PEFC drücken im Grunde aus, dass nicht mehr Holz geerntet wird, als nachwächst. Umweltverbänden sind die Bedingungen aber nicht streng genug. Für Experten spielen diese Siegel allerdings keine Rolle: "Die Siegel an sich sind einfach nur eine Garantie für Nachhaltigkeit der Forstwirtschaft. Aber für den Kunden gibt es eigentlich keinen Unterschied welches Siegel draufsteht. In der Papierindustrie ist es mittlerweile Standard, dass jede Papierfabrik nachhaltig arbeitet", sagt Valkama.

Fazit

Der Gesamtsieger des Marktcheck-Tests ist "Kokett" von Aldi. Es war im Labor am widerstandsfähigsten. Auch die WG empfand es am reißfestesten. Zudem gehört es zu den günstigen WC-Papieren der Probe. "ja" von Rewe riss im Labor am schnellsten. In Sachen Weichheit hat das "Gut und Günstig" Papier von Edeka insgesamt am meisten überzeugt. Es war der sowohl im Labor als auch bei der WG-Bewohnerin der Testsieger. Die männlichen Tester fanden Hakle am weichsten. Bei Toilettenpapier lohnt es sich also nicht, mehr Geld auszugeben. Komfort muss nicht teuer sein.

Der Text gibt den Stand zum Sendungsdatum wieder

Filmautor: Wolfgang Weber | Online: Thomas Oberfranz
© SWR Marktcheck

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