Tiere und Baustellen Wenn Bauprojekte Lebensraum zerstören

Tiere und Baustellen Wenn Bauprojekte Lebensraum zerstören

Purpurreiher im Schilf (Foto: Daniel Hubatsch)
Die größte Kolonie von Purpurreihern in Rheinland-Pfalz könnte vom Bau einer zweiten Rheinbrücke bei Karlsruhe bedroht sein. Das befürchtet der BUND Rheinland-Pfalz und hat deswegen vor dem Oberverwaltungsgericht des Landes geklagt. Die Kolonie habe sogar nationale Bedeutung, so die Tierschützer. Daniel Hubatsch
Zwei europäische Vogelschutzgebiete und ein FFH-Gebiet (Fauna-Flora-Habitat-Gebiet) könnten durch den Bau der neuen Trasse zur neuen Rheinbrücke beeinträchtigt werden. Auch Eisvögel (Bild), Zwergdommeln und Waldkäuze wären beispielsweise betroffen. Bereits in der Vergangenheit haben Tierschutzklagen zahlreiche Bauprojekte beeinträchtigt. picture alliance/Julian Stratenschulte/dpa
Ein unscheinbares Tierchen namens Mopsfledermaus hat vor Jahren für Wirbel am Flughafen Frankfurt-Hahn gesorgt. Für die Ausweitung der Start- und Landebahn mussten Bäume gefällt werden, die Heimat für viele der seltenen Flattertierchen waren. Allerdings konnte weitergebaut werden, da das Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz urteilte, dass die Fledermäuse Ausweichmöglichkeiten hätten und der Lebensraum somit nicht in Gefahr wäre. (c) dpa
Der geplante Bau von Windkraftanlagen auf der Gemarkung Breitenbach an der saarländisch-rheinland-pfälzischen Grenze musste abgebrochen werden. Bei einem naturschutzrechtlichen Gutachten haben die Behörden einen besetzten Horst des sehr seltenen Schwarzstorchs mit Jungvögeln entdeckt. (c) dpa
Wildlebende Feldhamster sind inzwischen im Südwesten praktisch ausgestorben. Damit sie nicht ganz verschwinden, werden sie nachgezüchtet und ausgewildert. Eine Kolonie Feldhamster blockierte jahrelang einen Gewerbepark in Mainz. Auch in Mannheim sorgten die Tiere dafür, dass die Ausweitung des Messegeländes und der Bau eines Sportparks ausgesetzt werden mussten. picture alliance/Uwe Anspach/dpa
Der auch Eremit genannte Juchtenkäfer ist ähnlich groß wie ein Mistkäfer und fühlt sich besonders in jahrhundertealten Eichen wohl. Am Rand des Baufeldes für den Tiefbahnhofstrog des umstrittenen Bahnprojekts Stuttgart 21 sollten 20 Bäume stehen bleiben und mit einem 1,80 Meter hohen Zaun umfriedet werden, so dass die Tiere ungestört bleiben. (c) dpa
Für Teile des Bahnprojekts Stuttgart 21 mussten tausende Mauereidechsen umgesiedelt werden. Die Bahn hat sich verpflichtet, das Gelände, in dem die Tiere jetzt wohnen, zu pflegen und 30 Jahre lang zu überwachen. Insgesamt 3,7 Millionen Euro kostet das die Bahn. picture alliance/Sina Schuldt/dpa
Zum Schutz des vom Aussterben bedrohten Auerhuhns haben die Behörden dem geplanten Bau von fünf Windrädern auf dem Schwarzwaldberg Gschasikopf bei Elzach im Kreis Emmendingen eine Absage erteilt. Aus Gründen des Natur- und Tierschutzes könnten die vom norddeutschen Windradhersteller Enercon beantragten Windkraftanlagen nicht genehmigt werden. (c) dpa
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