Geldschein in Tankstutzen (Foto: Colourbox)

Super, Benzin und Diesel Deshalb sind die Spritpreise so hoch

Der Weg zur Tankstelle macht den meisten Autofahrern im Moment keine Freude. Super, Benzin und Diesel sind so teuer wie schon lange nicht mehr. Das hat mehrere Gründe.

Hier ein kurzer Blick auf die Preise: Der Liter Super kostet je nach Region derzeit um 1,50 Euro, Diesel rund 1,30 Euro - so viel wie schon lange nicht mehr. Die Spritpreise steigen seit mehreren Wochen. Möglicherweise ist das auch noch nicht das Ende und die Benzinpreise werden noch teurer.

Ein Mann hat in Kaiserslautern sein Auto an der Zapfsäule stehen lassen. Das Bild zeigt Zapfsäulen. (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Die Weltpolitik schlägt sich in der Preisentwicklung an der Zapfsäule nieder. Picture Alliance

Fragen an Lena Stadler, SWR Aktuelle Wirtschaft

Warum ist der Sprit momentan so teuer?

Daran sind die gestiegenen Rohölpreise „schuld“. Sie sind seit Anfang des Jahres um ungefähr 25 Prozent gestiegen. Diese Preissteigerung wirkt sich eben auch auf die Spritpreise aus. Ganz aktuell treibt der Konflikt zwischen den USA und dem Iran die Ölpreise nach oben. Bislang durften einige Länder noch Öl aus dem Iran importieren. Doch seit Anfang Mai erlauben die USA keine Ausnahmen mehr - niemand darf also mehr straffrei Öl aus dem Iran beziehen.

Da stellt sich die Frage: Wird es zu Engpässen kommen oder schafft es die Opec, die Organisation erdölexportierender Länder, die fehlende Menge an Öl auszugleichen? Diese Unsicherheit lässt die Ölpreise im Moment erstmal steigen.

Bleiben die Benzinpreise so hoch oder wird tanken auch wieder billiger?

Es sieht eher so aus, als würden die Ölpreise – und damit eben auch die Benzinpreise – zumindest in den kommenden Wochen nicht wesentlich sinken. Denn neben dem Iran-Konflikt gibt es weitere Krisenherde, die die Preise treiben. So gibt es zum Beispiel Lieferausfälle in den beiden sehr ölreichen Ländern Venezuela und Libyen. Die weitere politische Entwicklung dort ist ziemlich ungewiss.

Auf der anderen Seite gibt es aber Faktoren, die den Ölpreis eher drücken. Zum Beispiel schwächelt gerade die Weltwirtschaft, was mittelfristig einen geringeren Bedarf an Öl bedeutet. Ebenso dämpft der Handelskonflikt zwischen China und den USA die Nachfrage.

Die Opec spielt wie gesagt auch eine wichtige Rolle: Zurzeit fördern diese Staaten wesentlich weniger Öl als sie könnten. Weiten sie die Fördermenge aus, entspannt das die Preise wieder. Deshalb: Niedrigere Spritpreise wird es bestimmt wieder geben – es kann aber noch ein bisschen dauern.

AUTOR/IN
STAND